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Mutterpflichten statt Tanzparkett

Das Corona-Virus krempelt das Leben einer jungen Rothenburgerin gerade komplett um. Und verschiebt Prioritäten.

Sarah Schröter ist momentan allein in ihrem Tanzstudio gangArt in Rothenburg.
Sarah Schröter ist momentan allein in ihrem Tanzstudio gangArt in Rothenburg. © André Schulze

Sarah Schröter (34) ist Tanzpädagogin und betreibt in Rothenburg ihr eigenes Studio. In der Corona-Krise ist sie momentan aber vor allem für ihre vier Kinder da. Hier erzählt sie, wie sie diese Wochen meistert:

Vor ein paar Jahren habe ich mich in Rothenburg mit einem Tanzstudio selbstständig gemacht. Dass ich momentan nur noch alleine performen kann, hätte ich nie für möglich gehalten. Vor etwa drei Wochen habe ich den Stecker gezogen, da waren nur noch drei Mädchen da - von sonst knapp 100 Teilnehmern in sieben Gruppen. Natürlich habe ich mir anfangs einen riesen Kopf gemacht, wie es denn nach der Schließung weitergeht. Inzwischen habe ich die Situation akzeptiert, lebe aber in einem Zwiespalt: Einerseits betrachte ich mich mit der vielen Freizeit im Rücken als Künstlerin völlig neu. 

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Andererseits genieße ich es, meine vier Kinder fast ständig um mich zu haben. Sie sind zwischen vier und zwölf Jahren alt. Da stehen in erster Linie Hausaufgaben an. Natürlich auch immer wieder Gespräche, warum es denn im Moment so kompliziert mit allem ist. Mein Mann geht noch arbeiten - das hilft uns, ein Stück Normalität zu bewahren. Insgesamt aber ist es eine echte Herausforderung, die vor allem dem Garten gut bekommt. Da grünt und blüht es zurzeit, wie man es sich nur wünschen kann.

Wertschätzung für eigene Arbeit kennengelernt

Absolut positiv überrascht war ich von der Reaktion der Eltern, als sie erfuhren, dass ihre Kinder bei mir vorerst nicht mehr tanzen können. Ich hatte befürchtet, dass einige das Honorar wegen eigener finanzieller Engpässe nicht mehr bezahlen können und ihre Kinder komplett rausnehmen.

Deshalb habe ich eine besondere Regelung angeboten - mit weniger Belastung für die Eltern, aber so, dass ich schnell wieder anfangen kann. Viele wollten davon nichts wissen und zahlen weiter das volle Honorar. Das hat mir echt eine Gänsehaut über den Rücken gejagt. In dem Moment wurde mir erstmal bewusst, wie sehr die Leute meine Arbeit schätzen.

Bald wieder loslegen auf dem Parkett

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Natürlich möchte ich nicht ewig auf mein Tanzstudio verzichten, denn das ist mir wirklich total wichtig. Hier kann ich meine Kreativität ausleben. Ich bin ein Aktionsmensch, muss etwas tun. Deshalb sehne ich den Augenblick herbei, wo ich nicht nur zu Hause, sondern auch auf dem Parkett wieder voll loslegen kann.

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