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So schön ist es jetzt auf der Brandbaude

Die Brandaussicht ist einer der schönsten Balkone in der Sächsischen Schweiz. Jetzt bekommen die Touristen noch mehr geboten als zuvor.

Michael Dora Wirt der Brand-Baude Bergrestaurant & Herberge in Hohnstein vor dem sanierten Steinhaus.
Michael Dora Wirt der Brand-Baude Bergrestaurant & Herberge in Hohnstein vor dem sanierten Steinhaus. © Steffen Unger

Brandbaudenwirt Michael Dora kann wieder Lächeln. Noch vor ein paar Wochen standen ihm die Sorgenfalten im Gesicht. Er war einer der ersten, der sich im März nach dem Corona-Lockdown öffentlich zu Wort gemeldet hat, mit seinen Sorgen und Ängsten und den Gedanken, ob und wie es weitergehen kann. Schließlich steckte er inmitten eines großen Bauprojektes auf dem Brand-Areal. "Ständig denke ich reflexartig, irgendetwas stimmt nicht. Du machst was falsch. Wir können doch nicht einfach NICHTS tun", schreibt er am 26. März in einem Gastbeitrag für Sächsische.de.

Da standen auf seiner schon weltweit berühmten Aussicht vor der Brandbaude gerade einmal zwei Wanderer. Für ihn der wohl traurigste Anblick, wohl auch, weil damals niemand ahnte, wie lange das alles dauern würde. Inzwischen sind auch bei ihm die Besucher zurück, genießen in vollen Zügen den Ausblick auf den Kleinhennersdorfer Stein, den Papststein, den Gohrisch, die Barbarine am Pfaffenstein, den Lilienstein, bis hin zum Großen Winterberg. 

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Solche Ausblicke auf die Felsformationen im Elbsandsteingebirge dürften auch den künftigen Übernachtungsgästen der Brandbaude in ewiger Erinnerung bleiben. Genauso wie die neuen Ferienwohnungen im Steinhaus. Die sind ganz frisch fertig geworden. Denn Brandbaudenwirt Michael Dora hatte sich entschieden, auf jeden Fall etwas zu tun während der coronabedingten Schließzeit. Und auch die Firmen hielten zur Stange, sodass am 1. Mai der Betrieb in den neuen Ferienwohnungen aufgenommen werden konnte. Noch ein paar Kleinigkeiten gibt es hier und da noch zu tun, die Treppen sind noch zu streichen, die Fassade und die Außenlampen müssen noch angebracht werden. Deshalb wird Michael Dora auch an den Tagen, an denen er in Hohnstein ist, selbst mit auf die Leiter steigen und den Pinsel schwingen. Aufgrund des maroden Zustandes konnte das Steinhaus früher überwiegend nicht vermietet werden. 

Aber die Ferienwohnungen sind fertig. Das Wichtigste für ihn. Denn irgendwie muss ja auch wieder Geld in die Kasse kommen. Zum einen blieben wegen Corona die Einnahmen aus. Zum anderen mussten aber die Banken bedient werden, die ihm das Riesenprojekt hoch über dem Polenztal finanzieren. "Wir bringen hier aber auch viel Eigenleistungen. Deshalb haben wir während der Schließzeit auch nicht Däumchen gedreht, sondern rangeklotzt", sagt Dora. 

Lange Anlaufzeit und noch viele Pläne

Etwa 180 Jahre könnte die Brandbaude auf dem Buckel haben. Dank des Dresdners Michael Dora, der seit 2006 Eigentümer ist, hat sie bis jetzt überlebt. Ein erster Großer Bauabschnitt wurde in den Jahren 2006 und 2007 absolviert. Sein Plan war, auch das Steinhaus und das Haus Rosel mit zu sanieren. Das Konzept dazu war auch schon fertig. Nur die Finanzierung ist zweimal gescheitert. 2018 hatte er mit der Volksbank Pirna dann endlich einen Partner gefunden, sodass er im Oktober 2018 verkünden konnte: "Die Sanierung im Steinhaus kann nach den Anforderungen des Nationalparkes und des Denkmalschutzes starten."

Damit begann für den Unternehmer eine neue Ära. Zwar hatte er vorher auch vermietet, aber im Steinhaus herrschte noch ein Flair wie zu DDR-Zeiten. Für die gehobeneren Urlaubsansprüche  nicht unbedingt der Brüller. Michael Dora weiß, Touristen in der Sächsischen Schweiz wollen niveauvolle Ferienwohnungen und sind bereit, dafür Geld auszugeben. Und auf der Brandbaude werden sie dafür nicht nur mit schicken Zimmern belohnt, sondern eben auch mit einer grandiosen Aussicht auf die Felsenwelt der Sächsischen Schweiz. Wer es lieber rustikaler mag, kommt nach wie vor auch im Rucksacklager unter.

Insgesamt acht Ferienwohnungen sind im Steinhaus entstanden.
Insgesamt acht Ferienwohnungen sind im Steinhaus entstanden. © Steffen Unger
Ein Balkon umspannt das gesamte Haus. Damit lässt sich ein spektakulärer Rund-um-Blick genießen.
Ein Balkon umspannt das gesamte Haus. Damit lässt sich ein spektakulärer Rund-um-Blick genießen. © Steffen Unger
Michael Dora in seinem nächsten Projekt, im Keller. Zu Ferienheimzeiten befand sich hier eine Bar für Funktionäre.
Michael Dora in seinem nächsten Projekt, im Keller. Zu Ferienheimzeiten befand sich hier eine Bar für Funktionäre. © Steffen Unger

Aufgrund der Raumstruktur mussten für die einzelnen Ferienwohnungen ganz individuelle Lösungen gefunden werden, um zum Beispiel Platzprobleme zu lösen. Den Übernachtungsgästen der Brandbaude stehen aber nicht nur die Ferienwohnung und der Balkon zu Verfügung. "Unsere Feriengäste können das komplette Areal nutzen. Sie können also auch abends noch auf der Terrasse sitzen mit dem Blick auf die Sächsische Schweiz. Und wenn sie Durst haben, können sie sich im Gastraum auch noch etwa zu trinken holen, auch wenn das Personal schon weg ist. Sie buchen praktisch das Komplettpaket. Wer will, kann selbst kochen, aber eben auch die Gaststätte nutzen", sagt er. Mit dieser Form hat er sich ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen. 

Michael Dora verweist auf ein architektonisches Highlight, den 55 Meter langen Rund- um-Balkon. Als solcher kann er von den Gästen auch begangen werden, um praktisch auch eine Rundum-Sicht genießen zu können. Den Balkon gab es vorher so noch nicht. Deshalb ist Michael Dora froh, dass er ihn überhaupt so bauen durfte.

Obwohl ihm das ganze Projekt einige schlaflose Nächte bereitet hatte, ist er jetzt zufrieden mit dem Ergebnis. Schon jetzt ist er bis Jahresende bereits zur Hälfte ausgebucht. Das hätte er sich noch vor ein paar Monaten nicht träumen lassen.

Vom Baufieber gepackt

Unter den Ferienwohnungen wird bereits weiter gewerkelt und der Saal vorgerichtet. Auch dort sind neue Fenster drin. Der Fußboden wird aufgearbeitet. Und der Saal ist mit der neuesten Technik ausgestattet, sodass dort zum Beispiel auch Seminare abgehalten werden können. Darüber hinaus ist die Brandbaude auch für das Ausrichten von Familienfeiern bekannt. Dafür steht der Saal natürlich auch zur Verfügung. Damit sind die Feiernden unter sich und können bestenfalls dann noch im gleichen Haus ins Bett fallen. Ist alles fertig, soll der Saal dann den Übernachtungsgästen als Frühstücksraum zur Verfügung stehen. Bislang nehmen sie ihr Frühstück in der Gaststube ein. "Wenn aber dort 10 Uhr schon die ersten Wanderer drin stehen, ist es mit der Frühstücksruhe vorbei", sagt Michael Dora.

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Angetrieben von neuem Elan und Baufieber geht es im Keller weiter. Dort befand sich früher eine Bar die vor allem von Funktionären genutzt wurde, weiß man zu berichten. Die alte Bleiverglasung ist bereits in neue Rahmen gefasst, der Sandstein wurde aufgearbeitet. Und auch hier gibt es wieder etwas Besonderes - eine separate Außenterrasse mitten im Wald. Michael Dora weiß das zu schätzen. Denn so etwas hätte er mit Sicherheit nicht neu bauen dürfen. Apropos bauen. Ganz in der Nähe steht noch das Haus Rosel. Das diente früher als Remise zum Unterstellen von Kutschen und Pferden. Das Gebäude wird komplett zum Ferienhaus für mehrere Personen umgebaut. Im Untergeschoss wird eine behindertengerechte Ferienwohnung eingerichtet. 

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