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Corona bremst Muldenblechbande aus

Der Fanfarenzug der Westewitzer Muldenschiffer ist aufgelöst worden. Ein „Ersatz“ steht aber schon bereit.

Das Foto wurde im Jahr 2009 aufgenommen. Es zeigt den Fanfarenzug Westewitz beim Umzug anlässlich des Osterfeuers in Zschaitz.
Das Foto wurde im Jahr 2009 aufgenommen. Es zeigt den Fanfarenzug Westewitz beim Umzug anlässlich des Osterfeuers in Zschaitz. © Archiv/André Braun

Großweitzschen. Seinen letzten öffentlichen Auftritt hat der Fanfarenzug des Carneval Clubs der Muldenschiffer (CCM) Westewitz beim Karneval 2020 gehabt. Danach hat sich die Abteilung des CCM aufgelöst. Dennoch wird ein Großteil der Fanfarenzugmitglieder weiter Musik machen. Jedoch unter einem neuen Namen: Muldenblechbande. 

„Der Gedanke eines eigenen Vereins war schon viele Jahre in den Köpfen, aber erst letztes Jahr haben wir uns dazu entschlossen“, erklärt Lisette Lentz-Bohnstedt die auch Vorsitzende der Muldenblechbande ist. „Wir sind alle erwachsen geworden und trauen uns zu, diese Verantwortung zu übernehmen“, so die Vereinschefin weiter.

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Durch Corona ausgebremst, mit Facebook digital geprobt

Lisette Lentz-Bohnstedt beschreibt die Muldenblechbande als musikalische, chaotische und dufte Truppe. Die Mulde, das Material der Instrumente und die bunte Mischung der Musiker, gaben der Gruppe den Namen. 

Sie spielen auf Trompeten, Trommeln und einer Pauke traditionelle Märsche, haben aber auch einen rund 20-minütigen Showauftritt drauf, bei dem sie zu Stadtfesten, Geburtstagen oder Hochzeiten aktuelle Charts darbieten. Ihr Repertoire umfasst etwa 25 Titel. 

„Wir streben weiterhin eine gute Zusammenarbeit mit dem CCM Westewitz an und möchten diesen auch weiterhin bei seinen Karnevalssitzungen musikalisch unterstützen“, so Lentz-Bohnstedt.

Aktuell hat die Muldenblechbande, die seit dem 20. Januar 2020 ein eingetragener Verein mit Sitz in Döbeln ist, 25 Mitglieder. Die Corona-Pandemie bremste den neuen Verein jedoch aus. Das gemeinsame Training musste zeitweise ausfallen. Dennoch wurde über das soziale Netzwerk Facebook ein „digitales Zusammenspiel“ organisiert.

Nach den Sommerferien sollen die Proben wieder anlaufen. „Wir treffen uns jeden Sonnabend in der Turnhalle der Körnerplatzschule. Bei uns kann jeder mitmachen, egal mit welchem Instrument“, so Lisette Lentz-Bohnstedt. Auch Auftrittsanfragen nehme der Verein gern entgegen.

Weit über die Kreisgrenzen bekannt

Der Fanfarenzug Westewitz war über die Region Döbeln hinaus bekannt. Auf Festivals, großen Veranstaltungen und sogar im Fernsehen sind die Musiker aufgetreten. Im Jahr 2005 war der Brandenburger Sender RBB auf die lustige Truppe aufmerksam geworden und hatte sie eingeladen. Bei der Sendung „Heut steppt der Adler“ gefiel sie derart, dass ein Jahr später ein zweites Gastspiel folgte.

Für den Fanfarenzug war die Vielfalt entscheidend. Es gibt zwei verschiedene Auftrittsarten, den Marsch und die Showtime. Beim Marsch spielt der Fanfarenzug während des Laufens. Bei der Showtime hingegen werden Bewegungen im Stehen ausgeführt, die zur gespielten Musik passen.

Die Muldenblechbande hatte das Training zwischenzeitlich ins Freie verlagert. Ab September soll in der Turnhalle der Körnerplatzschule Döbeln geprobt werden.
Die Muldenblechbande hatte das Training zwischenzeitlich ins Freie verlagert. Ab September soll in der Turnhalle der Körnerplatzschule Döbeln geprobt werden. © privat

Viele Mitglieder spielten schon im Fanfarenzug Döbeln zusammen und wechselten im Jahr 1990 zum Carneval Club der Muldenschiffer (CCM) Westewitz, wo sie die Abteilung Fanfarenzug bildeten. „Jährlich wurde durch den Fanfarenzug der Carneval begleitet. Dazu gehörten die Umzüge, der Kinderkarneval, die Showprogramme und der große Einmarsch des CCM“, sagt Lisette Lentz-Bohnstedt. 

Doch nicht nur im eigenen Verein hatten die Musiker ihren Auftritte. „In den vergangenen zehn Jahren sind wir immer beim Tag der Sachsen dabei gewesen“, sagt Lisette Lentz-Bohnstedt. Vielen Mitgliedern bleibe die jährliche Ausfahrt über Pfingsten ins „Pfingstcamp“ in Erinnerung. 

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Mit der Muldenblechbande haben 22 Musiker einen neuen Verein gegründet. Viele spielen aber schon lange zusammen.

Und nicht zu vergessen sind die vielen Auftritte. „Etwa 30 bis 40 Mal haben wir bei Geburtstagen, Hochzeiten, Stadt- und Dorffesten sowie Lampionumzügen aufgespielt“, so Lentz-Bohnstedt.

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