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Zittau

Angst vor Zittauer Quarantäne-Schülerin

Nach der Corona-Infektion einer Gymnasiastin zeigen sich Menschen auf der Straße skeptisch. Das ist nicht nötig, sagt das Amt.

Das Christian-Weise-Gymnasium in Zittau. Eine Schülerin hat sich mit dem Coronavirus infiziert.
Das Christian-Weise-Gymnasium in Zittau. Eine Schülerin hat sich mit dem Coronavirus infiziert. ©  Archiv: Matthias Weber

Der Fall einer mit dem Coronavirus infizierten Schülerin des Christian-Weise-Gymnasiums macht offenbar auch manchen Menschen auf Zittaus Straßen Angst. "Uns wurden nun Fälle bekannt, in denen Lehrkräfte und auch Schüler von Bürgerinnen und Bürgern angesprochen wurden, warum sie nicht zu Hause sitzen", teilt dazu nun Jens Drummer, Sprecher des in Bautzen ansässigen Landesamtes für Schule und Bildung (Lasub), mit. Eine häusliche Isolation sämtlicher Lehrkräfte oder Schüler des Gymnasiums aber sei nicht nötig, so der Behördensprecher.

Bisher habe man sowohl bei einem Verdachtsfall, als auch einem bestätigten Fall an einer Schule, allen Personen an dieser Schule eine häusliche Quarantäne empfohlen, bis durch das Gesundheitsamt weitere Anweisungen folgten, so das Lasub. "Dies ist nun nicht mehr notwendig, da die Allgemeinverfügung schon eine ausreichende Quarantäne herstellt", erklärt Jens Drummer.

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Somit könnten sich die Lehrkräfte und Schüler auch – wenn keine Anordnung des Gesundheitsamtes zur häuslichen Quarantäne vorliege – so bewegen, wie dies für den Rest der Bevölkerung auch der Fall sei. 

Quarantäne nur in begründeten Einzelfällen

Im Falle der 12-jährigen Schülerin habe das Gesundheitsamt am 22. März die Kontaktermittlung aufgenommen, teilt das Landratsamt Görlitz mit. Es würden nur Schüler und Lehrer durch das Gesundheitsamt in Quarantäne gesetzt, die sogenannte begründete Verdachtsfälle sind. "Das heißt, dass die betreffenden Personen selbst Symptome haben und nachweislich engen Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatten", so die Behörde. Bisher wurde keine Person am Christian-Weise-Gymnasium bekannt, die ebenfalls mit dem Virus infiziert ist.

Die Mutter der betroffenen Schülerin war am vergangenen Mittwoch als erster Zittauer Fall positiv auf das Coronavirus getestet worden. Tage später bestätigte sich der Verdacht auch bei der Tochter und dem Ehemann der Frau. Die fünfköpfige Familie lebte bereits seit der ersten Märzwoche in freiwilliger häuslicher Isolation, nachdem bei den drei betroffenen Familienmitgliedern Symptome aufgetreten waren.

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Außerdem ist der Ehemann der 31-Jährigen betroffen. Das Weise-Gymnasium, das das Mädchen besucht, bittet alle Schüler, sich in Quarantäne zu begeben.

Laut der Mutter Kerstin L. hatte ihre Tochter Anfang März über Halsschmerzen geklagt, nachdem Mitschüler des Christian-Weise-Gymnasiums nach einer Rückkehr aus dem Skiurlaub in Südtirol unter anderem an Atemwegsbeschwerden gelitten hätten.

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