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Coronavirus: Das sagen Hausärzte in Sachsen

Die ersten Hausarztpraxen bringen jetzt Hinweise an Türen an. Die Bundesvorsitzende im Deutschen Hausärzteverband nimmt Stellung.

Eine Hausärztin untersucht am in ihrer Praxis einen Patienten.
Eine Hausärztin untersucht am in ihrer Praxis einen Patienten. © picture alliance / dpa (Symbolfoto)

Seit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Mittwoch auch in Deutschland von einer Corona-Epidemie spricht, haben viele Menschen Angst. Auch die ersten Hausarztpraxen bringen jetzt Hinweise an, dass sich Patienten mit grippeähnlichen Symptomen die Hände desinfizieren und Mundschutz tragen sollen, bevor sie das Wartezimmer betreten. 

Ingrid Dänschel, Fachärztin für Allgemeinmedizin aus Mittelsachsen und stellvertretende Bundesvorsitzende im Deutschen Hausärzteverband, hält den Mundschutz allerdings für unnötig. „Vor Virusinfektionen schützen ohnehin nur die höherklassigen Atemschutzmasken mit Filter. Die dünnen sind nach 20 Minuten durchfeuchtet und damit wirkungslos. Der spezielle Mundschutz ist nur für medizinisches Personal gedacht, das infizierte Patienten behandelt.“

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Wer grippeähnliche Symptome mit Fieber hat, sollte nicht in die Praxen gehen, sondern dort anrufen. „Unser Praxispersonal ist gut geschult. Es fragt die Patienten nach Reisen und Kontakten sowie nach der Schwere der Symptome. Dann wird in Abstimmung mit den Gesundheitsämtern entschieden, ob ein Nasen- oder Rachenabstrich entnommen wird.“ Entscheidend für den Stopp einer Weiterverbreitung sei die Isolation – das gelte übrigens auch für die Grippe. 

„Wir bringen in solchen Fällen auch mal eine Krankschreibung nach Hause, oder der Betroffene holt sie sich in Zeiten ab, wo das Wartezimmer leer ist.“ Früher hätten Kinder- und manche Hausarztpraxen sogenannte Isolierboxen gehabt, wo Patienten mit Verdacht auf ansteckende Krankheiten abseits von anderen untersucht werden konnten. „Das wurde ja alles abgeschafft.“

Einfach querbeet alle zu testen, die Angst vor einer Infektion haben, sei nicht sinnvoll und würde die Labore überlasten. Empfehlen Ärzte aber in begründeten Fällen eine Laboruntersuchung, übernehmen gesetzliche und private Krankenkassen die Kosten. Wer sich fachkundig über das Coronavirus informieren möchte, dem empfiehlt die Ärztin die Seiten des RKI. „Nutzen sie bitte keine Foren oder Chats. Da wird viel Unsinn verbreitet.“

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