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Demonstration im Dauerregen

Auf dem Zittauer Markt sind am späten Nachmittag rund 50 Leute sichtbar für Vielfalt und gegen Faschismus eingetreten. Doch kürzer als geplant.

Auf dem Zittauer Markt demonstrierten Menschen mit Plakaten wie diesem. Für die Polizei gab's nichts zu tun.
Auf dem Zittauer Markt demonstrierten Menschen mit Plakaten wie diesem. Für die Polizei gab's nichts zu tun. © Jan Lange

Es regnet in Strömen - das aber hält die Demonstranten nicht davon ab, auf dem Zittauer Markt für Vielfalt und gegen Faschismus einzutreten. Gut 50 Leute haben sich auf dem Platz versammelt. Rote Punkte zeigen ihnen, wo sie stehen müssen, um genügend Abstand untereinander zu halten. Auch Mund und Nase sind bei allen vorschriftsmäßig bedeckt und keiner macht den Anschein, beides nur widerwillig verdecken zu wollen.

Die Polizei geht dennoch auf Nummer sicher. Gleich mit sieben Fahrzeugen ist sie auf dem Zittauer Markt angerückt, an jeder Ecke des Platzes sind die Beamten positioniert. Entspannt können sie das Geschehen verfolgen. Da es keine Verstöße gegen die Auflagen gibt, müssen die Polizisten nicht einschreiten. Auch am Rand der "Zittau ist bunt"-Demo bildeten sich keine Rudel von Zuschauern, die sie beschäftigen könnten.

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Der Landtagsabgeordnete Mirko Schultze (Linke) spricht als Erster zu den Demonstranten. Es sei wichtig, gegen die Unterwanderung der Corona-Proteste durch rechte und radikale Gruppierungen aufzustehen. Vielleicht auch deshalb fand die Demo bewusst auf dem Zittauer Markt statt, denn hier waren vor zwei Wochen Anhänger von Pegida und der AfD aufmarschiert. Auch am heutigen Montag sind sie wieder zusammengekommen - wegen der "Zittau ist bunt"-Demo mussten sie aber auf die Neustadt ausweichen.

Nach knapp 40 Minuten ist alles vorbei

Aber Schultze geht es nicht nur darum, für Vielfalt, Menschlichkeit und gegen Faschismus einzutreten. Er fordert auch, dass die Einschränkungen der Grundrechte nach dem Ende der Corona-Krise wieder vollständig zurückgenommen werden. Er erinnert daran, dass man noch vor Kurzem gegen das neue sächsische Polizeigesetz auf die Straße gegangen sei.

Armin Pietsch, der zweite Redner bei der Demo, zählte anschließend Ereignisse der letzten Kriegstage 1945 in Zittau und Umgebung auf. Diese Fakten werden heute von einigen vergessen, mahnt er. Und erntet - wie auch sein Vorredner - dafür viel Beifall.

Nach knapp 40 Minuten löst Organisator Tuomo Neumann die Demo wieder auf - früher als geplant. Eine Stunde hätte sie maximal dauern können. Aber bedingt durch den Dauerregen ist der eine oder andere doch froh, früher nach Hause zu kommen. Man solle auf dem Heimweg vorsichtig sein, gibt Neumann den Teilnehmer noch mit auf dem Weg. Schließlich versammeln sich wenig später die rechten Demonstranten auf der Zittauer Neustadt.

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Die Frage, ob man nun jede Woche - so wie die Pegida- und AfD-Anhänger - demonstrieren wolle, verneint Neumann. Man müsse nicht den Rechten hinterlaufen. 

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