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Corona: Diese Regeln gelten für Zugfahrten

Die Deutsche Bahn fährt weiter, bietet aber Kulanzregeln für den Ticket-Umtausch an. Auch wird die Zugbindung teils aufgehoben.

Die Züge sollen auch während der Corona-Krise weiterfahren.
Die Züge sollen auch während der Corona-Krise weiterfahren. © dpa

Der Nah- und Fernverkehr der Bahn in ganz Deutschland soll trotz anderer Beeinträchtigungen wegen der Coronaviruskrise vorerst weiterlaufen. „Wir schränken von unserer Seite aus den Betrieb nicht ein“, sagte Bahnchef Richard Lutz am Freitag in Berlin. Für Kunden, die eine Reise lieber nicht antreten wollen, greifen ab kommender Woche neue Kulanzregeln zum Ticket-Umtausch:

Umtausch von Tickets in Gutscheine:

Die Bahn will ab Anfang kommender Woche eine neue Kulanzregelung für Kunden in Kraft setzen, die gebuchte Reisen nicht antreten wollen. Es sei wichtig, damit ein Zeichen zur Beruhigung zu senden, sagte Lutz. Demnach können Tickets in Reisegutscheine im selben Wert umgewandelt werden. Dies gilt für Super-Sparpreise und Sparpreise für Reisen bis einschließlich 30. April. 

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Flexpreis-Tickets:

Kunden mit einem Flexpreis-Ticket können unabhängig davon ihre Fahrkarte kostenlos stornieren. Wer wegen des Coronavirus eine Reise innerhalb Deutschlands verschieben will, kann sein gebuchtes Ticket bis 30. Juni flexibel nutzen. Bei Sparpreisen werde dafür die Zugbindung aufgehoben, erläuterte die Bahn.

Internationale Züge:

Im grenzüberschreitenden Verkehr könne es wegen dortiger Vorgaben zu Einschränkungen kommen, machte Lutz deutlich. Das führt vor allem im deutschen Südwesten zu Zugausfällen. Betroffen ist der internationale Bahnverkehr nach Italien. Die regelmäßig fahrenden Eurocity-Express-Züge (ECE) von Frankfurt am Main durch Baden-Württemberg über Offenburg und Freiburg nach Basel und Mailand fallen ab sofort aus. Direktverbindungen nach Italien seien nicht mehr möglich. Das gelte voraussichtlich bis zum 3. April. Italien ist Coronavirus-Risikogebiet. Betroffen von den Regelungen sind auch Fernverkehrsverbindungen nach Italien von Bayern aus, diese enden nun in Österreich. Im internationalen Zugverkehr mit Frankreich gebe es wegen des Coronavirus derzeit keine Einschränkungen. Ratsam für Reisende sei jedoch, sich regelmäßig über mögliche Zugausfälle und Einschränkungen zu informieren.

  • Von Zwickau und Plauen aus fährt die Bahn nur noch bis Zwotental und nicht mehr bis nach Kraslice auf tschechischer Seite.
  • Fahrgäste von Zwickau Richtung Cheb können nur noch bis Bad Brambach fahren.
  • Der Trilex zwischen Dresden und Liberec verkehrt vorerst nur noch bis Zittau.
  • Für die Strecke Seifhennersdorf/Rybniste über Zittau und Hradek bis Liberec wurde eine Ausnahmegenehmigung für den Verkehr ohne Halt in Deutschland beim tschechischen Verkehrsministerium beantragt. Die Linie sei jedoch noch ungeklärt, hieß es.
  • Tschechien will den grenzüberschreitenden Zugverkehr ab Samstag einstellen. 

Schutzmaßnahmen in Zügen:

Zum Schutz für Reisende und Mitarbeiter sei die Reinigungsfrequenz der Züge deutlich erhöht worden. „Wir stellen penibel sicher, dass wir genügend Seife und Desinfektionsmittel“ haben, sagte Lutz mit Blick auf Züge und Bahnhöfe. Für mögliche Verdachtsfälle auf das neue Coronavirus würden auch Atemschutzmasken vorgehalten.

Güterverkehr:

Im Güterverkehr, der überwiegend auf Bestellungen von Kunden laufe, gingen die Mengen zurück. Güterzüge sollen aber auch bei weniger Auslastung oder mit weniger Wagen fahren, um die Versorgung der Wirtschaft nicht zu verknappen.

Wie lange fahren Züge noch?

Lutz sagte, allen Eisenbahnern sei es wichtig, auch in schwierigen Zeiten den Betrieb aufrechtzuerhalten – „so lange wie möglich und so gut wie möglich“. Dies sei Teil der Daseinsvorsorge für die Mobilität der Menschen und die Versorgung der Wirtschaft. Nach Zuwächsen im Fernverkehr noch im Januar gebe es nun „deutlich weniger Fahrgäste“. 

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Scheuer sagte, die Bürger sollten private Bahnreisen „auf das wirklich absolut Notwendige beschränken“. Er appellierte zudem daran, möglichst nur in Zeiten zu fahren, in denen es keine Überlappung mit Geschäftsreisenden gebe, um die Hauptverkehrszeiten zu entzerren.