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Roßweiner Vereine stellen Training ein

Das geschieht vorsorglich, wie Bürgermeister Veit Lindner sagt. Grund zur Panik besteht nicht. Das belegen auch die neuen Fallzahlen.

Nachdem es im Hort in Roßwein bisher drei nachgewiesene Corona-Infektionen gibt, verzichten Roßweiner Vereine auf den Trainingsbetrieb in den Hallen.
Nachdem es im Hort in Roßwein bisher drei nachgewiesene Corona-Infektionen gibt, verzichten Roßweiner Vereine auf den Trainingsbetrieb in den Hallen. © Dietmar Thomas

Roßwein. Die einen sind unbesorgt, die anderen übervorsichtig, wenn es um das Coronavirus geht. Roßweins Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) wünscht sich, dass die Roßweiner einen Mittelweg finden. Dass die Stadt die erste in der Region ist, die eine Schule wegen positiver Nachweise wieder auf den Notbetrieb herunterfahren muss, hat den Rathauschef schon überrascht.

Wie er sagt, hat es bis vor kurzem nur einen einzigen bestätigten Corona-Fall für die Stadt Roßwein gegeben. Dann kam vor knapp einer Woche die Nachricht, dass eine Hortnerin der Kita "Am Weinberg" positiv auf das Virus getestet worden ist, gleich darauf  gab es derartige Testergebnisse für zwei Kinder.  Wer wen angesteckt hat, lässt sich nicht mehr zurückverfolgen. "Darüber liegen uns auch überhaupt keine Informationen vor", so Lindner.

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In der Konsequenz ist die Grundschule "Am Weinberg" in den Notbetrieb gegangen. Diese Regelung gilt auf Festlegung der Kommune erst einmal bis zum 30. Juni. Bis dahin haben Sportvereine, darunter auch der Roßweiner SV als größter Sportverein der Stadt, den Trainingsbetrieb eingestellt. "Das haben wir als Stadt gemeinsam mit dem Vorstand entschieden", so der Bürgermeister. Handball- und Fußballtraining gebe es demnach im Moment nicht, schon gar nicht in den Hallen.  Lindner kann sich zwar nicht vorstellen, dass die Grundschüler mit der Stadtsporthalle oder dem Stadion an der Haßlauer Straße in Berührung gekommen sind. Daher sei die Maßnahme eher vorsorglich.

Schwimmer dürfen ins Nass

Ein Ausnahme - die es laut Internetseite des RSV eigentlich nicht gibt - bilden die Schwimmer. Sie dürfen sich auch in dieser Woche zum Training im Freibad treffen, wie Abteilungsleiterin Ute Krause Sächsische.de auf Nachfrage sagte. "Wir sind ja draußen", begründete sie. Mit dem Bürgermeister habe sie dies abgesprochen. 

Insgesamt bittet das Stadtoberhaupt die Roßweiner aber nochmals eindringlich, Hygieneregeln einzuhalten, die Alltagsmaske lieber einmal mehr als zu wenig aufzusetzen. Panik machen will er mit diesem Appell aber nicht: "Dafür gibt es keinen Grund."

Viele Anfragen in Fieberambulanz

Dass die Bürger trotzdem aufgeregt sind, ist in der Fieberambulanz in Freiberg zu spüren. Dort würden nach Bekanntwerden der Fälle in Augustusburg, Flöha und Penig sowie Roßwein viele Anrufe eingehen, sagt Dr. Ulrike Träger, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit in der Vereinigte Gesundheitseinrichtungen Mittelsachsen GmbH. 

„Aber die wenigsten kommen dann auch zum Testen“, sagt Träger. Abstriche genommen würden derzeit vor allem von Lehrern, aber auch von vielen Mitarbeitern, deren Arbeitgeber einen Test verlangt. Für das Lehrpersonal, welches bereits wieder im Präsenzunterricht tätig gewesen ist, übernimmt der Freistaat die Kosten für den Test.

 Wird der Test vom Arbeitgeber gefordert, dann zahlt er in der Regel auch dafür, sagt Träger. Wer darüber hinaus zum Test kommt und Symptome hat, der kann mit der Übernahme der Kosten durch die Kassen rechnen. Dies ist auch der Fall bei der Anordnung eines Tests durch das Gesundheitsamt. 

Möglicht ist es auch, sich auf eigene Kosten testen zu lassen. Allerdings ist mit Ausgaben in Höhe von rund 180 Euro zu rechnen, sagt die Sprecherin. Dann seien die Tests auch ohne Symptome möglich. Das Ergebnis liege in der Regel nach 24 Stunden vor. 

Träger plädiert jedoch dafür, auch in der aktuellen Lage die Ruhe zu bewahren. Die meisten Tests, die derzeit durchgeführt werden, fielen negativ aus.

Rund 340 Personen in Quarantäne

Das zeigt auch die Statistik für den Landkreis. Auch am Donnerstag hat das Landratsamt keiner weiteren positiven Ergebnisse an das Gesundheitsministerium gemeldet. Wie die Behörde informierte, ist die Zahl der Nachweise bei 298 geblieben. 

In Verbindung mit den Corona-Ausbrüchen in Augustusburg, zu denen auch die Fälle in Flöha und Penig gehören, sowie in Roßwein sind aktuell 338 Personen in Quarantäne geschickt worden, informierte die Pressestelle des Landratsamtes. Damit ist die Zahl derjenigen, für die seit Beginn der Pandemie eine Quarantäne angeordnet worden ist, auf 1.303 gestiegen. Im Vergleich zu Mittwoch sind dies 35 Fälle mehr. Insgesamt konnten 964 Personen die Quarantäne wieder verlassen. 

Aber noch immer sind nicht alle Tests ausgewertet. Am Freitag wird es die nächste Aktualisierung der Daten des Landratsamtes geben. 

Geänderte Sprechzeit für die Hotline

Geändert wird ab der kommenden Woche die Erreichbarkeit der Corona-Hotline am Landratsamt. 

Die Mitarbeiter sind demnach Montag, Mittwoch und Freitag von 9 bis 12 Uhr unter Tel. 03731 7996249 zu erreichen. Dienstag und Donnerstag ist die Hotline jeweils von 9 bis 16 Uhr besetzt.

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