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Corona: Dresden kurz vor Risikogebiet

Knapp 100 neue Fälle hat das Gesundheitsamt am Donnerstag gemeldet. Die Corona-Ampel steht kurz vor Rot.

Dresden steht kurz davor, den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen zu überschreiten.
Dresden steht kurz davor, den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen zu überschreiten. © Michael Kappeler/dpa (Symbolbild)

Dresden. Das Dresdner Gesundheitsamt hat am Donnerstag 99 weitere Corona-Fälle für Dresden gemeldet, darunter fünf neue und 94 für die vorangegangenen Tage. Allein für den Mittwoch sind 43 Fälle nachgemeldet worden. Die Corona-Ampel steht nun kurz vor Rot. Sollte diese Schwelle, die 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen markiert, überschritten werden, müssten die Corona-Regeln in Dresden abermals verschärft werden. 

Für Verwirrung stiftet derzeit die Frage, ob Dresden nicht schon längst als Risikogebiet hätte eingestuft werden müssen. Denn durch die nachgemeldeten Fälle ist es bereits dazu gekommen, dass es zum Beispiel gestern mehr als 50 Neuinfektionen innerhalb der vorangegangenen sieben Tage gab. Laut Stadtverwaltung spielt das bei der Risikobewertung aber keine Rolle. Die sogenannte Inzidenz, auf der die Corona-Ampel basiert, wird nach der am jeweiligen Tag verfügbaren Datenlage berechnet, heißt es auf der Seite, auf der die täglichen Infektionszahlen bekanntgegeben werden.

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Infizierte und Genesene

Das Coronavirus ist nun bei 1.448 Dresdnern nachgewiesen worden. Geschätzt wird, dass inzwischen 970 Menschen wieder genesen sind. Das sind 23 mehr als am Mittwoch.

Abzüglich der mittlerweile 13 Verstorbenen, deren Tod auf das Coronavirus zurückgeführt wird, ergibt sich, dass aktuell 465 Menschen akut infiziert sind. Diese Zahl berücksichtigt allerdings keine Dunkelziffer.

Als genesen wird eingestuft, wer 14 Tage nach dem Positiv-Test nicht ins Krankenhaus eingewiesen werden musste. Bei Infizierten, die stationär behandelt werden, gilt ein 30-Tage-Zeitraum nach der Meldung der Infektion, so das Gesundheitsamt. Ob die Infizierten nach diesen Zeiträumen noch Beschwerden spüren, ist dabei irrelevant. Das Gesundheitsamt betont, dass es sich um eine Schätzung handelt.

Wichtiger Hinweis: Das Gesundheitsamt hat am 16. Oktober die Corona-Statistik angepasst. Ist bislang das Datum eines Falls angegeben worden, an dem dieser abschließend bearbeitet und an die Landesuntersuchungsanstalt gemeldet wurde, wird ab sofort das Datum angegeben, an dem das Labor den positiven Test dem Gesundheitsamt meldete. Dadurch soll das tatsächliche Infektionsgeschehen in der Stadt akkurater abgebildet werden. Dadurch kann es aber auch sein, dass sich die Fallzahlen für die vorangegangenen Tage im Wochenverlauf mehrfach ändern. Mehr dazu lesen Sie hier.

Infektionen in Schulen, Kitas und Pflegeheimen

Insgesamt befinden sich aktuell mehr als 500 Dresdner Kita-Kinder, Erzieher, Schüler, Lehrer, Pflegeheimbewohner und -mitarbeiter sowie Asylsuchende in Quarantäne. Die Stadtverwaltung hat am Mittwoch neue Corona-Infektionen in einer Dresdner Kita sowie einer Schule gemeldet.

Betroffen ist die DRK-Kita Spatzennest in Trachau, am Stadtrand von Dresden. Das Gesundheitsamt ordnete Quarantäne für insgesamt 35 Personen an. Sie müssen bis zum 29. Oktober zu Hause bleiben. Eine Infektion ist auch an der 41. Grundschule "Elbtalkinder" bestätigt worden. Dort wird vorläufig nur eine Person isoliert, voraussichtlich bis zum 29. Oktober.

Stationäre Fälle

Wie das Gesundheitsamt mitteilte, ist von Mittwoch zu Donnerstag ein weiterer Corona-Patient stationär im Krankenhaus aufgenommen worden. Insgesamt mussten bisher 118Menschen wegen einer Corona-Infektion in einer Klinik behandelt werden. Die Stadt schätzt, dass sich aktuell noch 26 von ihnen im Krankenhaus befinden. Schätzung deshalb, weil das Gesundheitsamt keine Meldung über die Entlassung eines Patienten aus der stationären Behandlung erhält. 

Laut Intensivregister mussten am Donnerstag sieben Corona-Patienten auf der Intensivstation behandelt werden. Fünf von diesen Erkrankten werden künstlich beatmet. Dabei kann es sich auch um Patienten handeln, die von außerhalb kommen und in der Landeshauptstadt medizinisch versorgt werden. Etwa 16 Prozent der 292 verfügbaren Intensiv-Betten der Stadt sind derzeit frei.

Die Todesfälle

Bei 13 Dresdnern wird der Tod auf  das neuartige Virus zurückgeführt. Wie das Robert-Koch-Institut mitteilt, handelt es sich bei dem 13. Opfer, das am Donnerstag der vergangenen Woche gemeldet wurde, um einen Mann im Alter von 60 bis 79 Jahren.

Bei zehn Opfern ist bisher bekannt, dass sie an Vorerkrankungen litten, unter anderem an Herzschäden, Diabetes oder entzündlichen Erkrankungen. Die Verstorbenen waren alle über 60 Jahre alt und größtenteils Männer.

Insgesamt sind bisher rund 0,9 Prozent aller Infizierten in der Landeshauptstadt gestorben. Für ganz Sachsen liegt der Wert derzeit bei 2,3 Prozent, für Deutschland bei 2,5 Prozent, wobei diese Werte den gesamten Zeitraum vom Jahresanfang bis jetzt widerspiegeln. 

Betrachtet man nur den Zeitraum von Ende Juli bis Mitte Oktober, so ist die Fallsterblichkeit bundesweit auf unter ein Prozent gesunken, was das Robert-Koch-Institut (RKI) unter anderem darauf zurückführt, dass sich in den vergangenen Monaten viele jüngere Menschen ansteckten. Außerdem werde mehr getestet, sodass vermehrt auch milde Fälle erfasst werden. Derzeit würden sich aber wieder mehr und mehr Ältere infizieren, sodass wieder mit mehr schweren Fällen und Todesfällen zu rechnen sei. "Eine mögliche Veränderung des Virus, die zu einem milderen Verlauf führt, wird jedoch nicht als Ursache hierfür gesehen", so das RKI.

Die Corona-Ampel

Es darf nur noch eine bestimmte Anzahl an Infektionen innerhalb einer Woche in Dresden dazukommen. Wird diese überschritten, müssen die Corona-Regeln wieder verschärft werden. Das ist am Mittwoch passiert. Eine Ampel vereinfacht die Darstellung der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz sowie der Grenzwerte.

An diesem Donnerstag stand die Ampel bei rund 46 Infektionen pro 100.000 EinwohnerDamit zeigte sie Orange.

Gelb bedeutet, dass in den vergangenen sieben Tagen mehr als 25 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner dazugekommen sind. Die Stadt darf das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im gesamten öffentlichen Raum anordnen, ausgenommen sind Aktivitäten unter freiem Himmel. Außerdem ist die Beschränkung der Teilnehmerzahl bei Versammlungen im Sinne des Versammlungsgesetzes (Demonstrationen und Kundgebungen) unter freiem Himmel sowie bei Gottesdiensten, Beerdigungen und Trauungen möglich, wie aus einer Erklärung der Stadtverwaltung hervorgeht.

Ab Orange, also 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, müssen schärfere Maßnahmen ergriffen werden. So regelt es die sächsische Coronaschutzverordnung. Es geht insbesondere um die Erhebung von personenbezogenen Daten in Betrieben, Gaststätten, Hotels, Sportstätten und bei Ansammlungen unter freiem Himmel, um Infektionen nachverfolgen zu können. Außerdem kann die Schließung ganzer Schulen angeordnet werden, selbst wenn es dort nur einen Infektionsfall gibt.

Ab Rot (50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und mehr) gilt Dresden als Risikogebiet. Weitere Maßnahmen müssen dann ergriffen werden. Welche das sind, ist am Donnerstag von Sozialministerin Petra Köpping (SPD) vorgestellt worden. So soll die Maskenpflicht ausgeweitet werden, private Feiern sollen nur noch im kleinsten Rahmen möglich sein.

Bereits ab 20 Neuinfektionen (Hellgrün) pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen müssen Groß- und Sportveranstaltungen mit 1.000 Teilnehmern und mehr ohne weitere behördliche Entscheidung verboten werden. Weihnachtsmärkte dürfen nur nach Abstimmung und gegebenenfalls weiteren Schutzmaßnahmen stattfinden. 

Altersgruppen und Geschlecht

Das Robert-Koch-Institut hat bisher 1.348 Fälle nach Altersgruppen und Geschlecht ausgewertet. 

Etwa Dreiviertel aller Dresdner Infizierten sind demnach zwischen 35 und 59 Jahre alt. 498 Fälle entfallen auf die Altersgruppe von 15 bis 34 Jahren, 506 sind es in der Gruppe der 35- bis 59-Jährigen. Doch sind unter den Infizierten mittlerweile auch 50 Kinder im Alter bis 14 Jahren.

In der als besonders gefährdet geltenden Gruppe der über 60-Jährigen gibt es bislang 294 nachgewiesene Infektionen.

Dresden im Vergleich

Aufgrund der Meldewege können sich die hier angezeigten Daten für Dresden von denen des Gesundheitsamtes unterschieden.

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