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"Die Schmerzgrenze ist überschritten"

Die Kreiselternräte aus Dresden und Bautzen fordern die Öffnung der Schulen für alle Kinder. Manche Schüler hielten es zu Hause kaum mehr aus.

Besonders ärgerlich finden die Kreiselternräte, dass es noch keinen konkreten Zeitpunkt gebe, wann alle Schüler wieder in die Schulen zurückkehren dürfen.
Besonders ärgerlich finden die Kreiselternräte, dass es noch keinen konkreten Zeitpunkt gebe, wann alle Schüler wieder in die Schulen zurückkehren dürfen. © Symbolbild: dpa

Dresden. Am Mittwoch dürfen in Sachsen mit den 4. Klassen weitere Schüler wieder zurück an die Schulen. Doch es gibt Kritik, dass es nicht noch mehr Kinder sind.

"Die Herausforderungen und die Doppelbelastung in den letzten sieben Wochen waren enorm und für einige Familien ist die Schmerzgrenze bereits überschritten - insbesondere wenn beide Elternteile berufstätig sind und keinen Anspruch auf Notbetreuung haben", so die Kreiselternräte aus Dresden und Bautzen.

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Genau darin liege aber das weiterhin bestehende Problem, denn die restlichen Klassenstufen müssen weiterhin zu Hause lernen. Neben der Belastung für die Eltern aufgrund des doppelten "Arbeitstages", zuerst auf Arbeit und dann Lernzeit mit den Kindern zu Hause, machen sich die psychologischen und sozialen Probleme durch das Fehlen wichtiger sozialer Kontakte immer stärker bemerkbar, sagt der Dresdner Elternrat-Vorsitzende Martin Raschke.  

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Dass die restlichen Klassenstufen noch nicht wieder in die Schule zurückkehren dürfen, sei kaum noch nachvollziehbar, wenn auf der einen Seite Spielplätze wieder geöffnet werden, sich ältere Kinder seit der Aufhebung der Ausgangsbeschränkung sowieso selbstständig mit ihren Freunden im Ort treffen, so Raschke.

Während sich ältere Klassenstufen oft schon selbst behelfen, um die fehlenden Kontakte wiederherzustellen wie über Skype und WhatsApp, treffe es die Kleinen in den Kitas und der Grundschule hart. "Viele Eltern berichten von Kindern, die es zu Hause kaum mehr aushalten und sich nach Kontakt mit Gleichaltrigen sehnen. Die psychischen und sozialen Langzeitfolgen sind noch gar nicht absehbar", betonen die Elternräte. 

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Harsche Kritik üben die Elternvertreter an der Kommunikation des Kultusministeriums. "Diese ist nicht zufriedenstellend und kaum dem 21. Jahrhundert angemessen. Auf offene Briefe der Elternvertretungen wird nicht (direkt) geantwortet, die Anordnungen sind sehr vage und lassen sowohl Lehrer als auch Schüler und Eltern vor vielen offenen Fragen stehen." 

Es sei besonders ärgerlich, dass es noch keinen konkreten Zeitpunkt gebe, wann alle übrigen Schüler wieder in die Schulen zurückkehren dürfen. Kultusminister Christian Piwarz (CDU) sprach zuletzt davon, dass "mit einem Normalbetrieb bis zum Ende des Schuljahres nicht mehr zu rechnen ist". Vielen Eltern fehle für solche Aussichten die  Begründung, so Raschke. 

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