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Dresdens neue Freibad-Regeln

Jetzt steht fest, wann die Freibäder wieder öffnen. Noch fehlen aber die Genehmigungen dafür.

So voll wie in den letzten Sommern dürfen Dresdens Freibäder nicht mehr werden.
So voll wie in den letzten Sommern dürfen Dresdens Freibäder nicht mehr werden. © Christian Juppe (Archiv)

Dresden. Dresden Freibäder werden aus der Corona-Zwangspause geholt. Am 6. Juni sollen alle Bäder unter freiem Himmel wieder öffnen, kündigte Bäderchef Matthias Waurick am Freitag an. "Hinter uns liegen schwere Zeiten, und vor uns werden schwere Zeiten liegen", sagte er. Denn einfach ins Bad gehen, sich irgendwo auf die Wiese legen, rutschen, wann man will – so einfach wird es nicht mehr. Das sind die wichtigsten Antworten zu den neuen Freibad-Regeln.

Werden alle Freibäder am 6. Juni öffnen?

Das ist das Ziel. "Aber ich weiß nicht, was uns von behördlicher Seite noch ereilen könnte", so Waurick. Denn für jedes einzelne Freibad musste die Dresdner Bäder GmbH beim Gesundheitsamt ein Hygienekonzept vorlegen. Genehmigt wurde bisher keines. Waurick gehe aber davon, dass kommende Woche mindestens 80 Prozent bewilligt werden. Sonst hätte er die Pressekonferenz am Freitag nicht anberaumt. Im schlimmsten Fall müssten einzelne Bäder später öffnen.

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Wie viele Menschen dürfen in die Bäder?

Um das Ansteckungsrisiko gering zu halten und die Mindestabstände gewährleisten zu können, dürfen die Freibäder nicht bis an den Rand gefüllt sein. In Nichtschwimmerbecken darf auf 2,70 Quadratmeter nur ein Gast kommen. Auf den Liegeflächen muss noch deutlich mehr Platz für jeden Besucher freigehalten werden. Daraus ergeben sich neue Limits. Ins Stauseebad Cossebaude werden in Zukunft nur noch 1.003 Gäste hineingelassen, ins Naturbad Mockritz höchstens 738. "Unter normalen Bedingungen würden wir das Freibad aufmachen und uns freuen, wenn am Ende des Tages 3.000 Leute in Mockritz oder 5.000 in Cossebaude waren", so der Bäderchef. "Das schmerzt jetzt natürlich."

Kann ich ins Bad gehen und mir dort ein Ticket kaufen?

Das Problem daran ist, dass sich im Laufe des Tages höchstwahrscheinlich lange Schlangen vor den Bädern bilden würden, da ja weniger Besucher darin erlaubt sind. "Wenn 2.000 Leute vor den Bädern warten, bekommen wir ein Problem mit der Polizei", so Waurick. Deshalb arbeitet die Bädergesellschaft derzeit an einem Onlineticket-System, das kommende Woche startbereit sein soll. Das System wird anzeigen, wie viele Plätze im Bad noch vorhanden sind. Anschließend kann man sich eine Eintrittskarte kaufen und ausdrucken. "Wer ein Ticket hat, dem wird der Eintritt an diesem Tag garantiert, egal, wann er kommt." 

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Die gebuchten Plätze werden wieder in den Verkauf gegeben, sobald die Besucher das Bad verlassen haben. Nur ein kleines Karten-Kontingent soll an den Bäderkassen erhältlich sein – für diejenigen, die nicht die Möglichkeit haben, sich über das Internet ein Ticket zu besorgen. 

Welche Regeln gelten in den Bädern?

Klar, der Mindestabstand von 1,50 Meter ist allgegenwärtig – auch in den Freibädern auf den Liegeflächen sowie an den Rutschen und den Sprungtürmen. Darüber hinaus müssen Badegäste im Kassen-, Umkleide- und Sanitärbereich ab sofort einen Mundschutz tragen. Kabinen dürfen nur einzeln betreten werden, Sammelumkleiden bleiben ganz geschlossen. Kontaktsportarten wie Fußball werden in diesem Sommer vorerst verboten. Beachvolleyball soll erlaubt werden, wenn zwischen den Spielern der Sicherheitsabstand sichergestellt ist. In dieser Saison wird es außerdem nicht möglich sein, sich Sportgeräte, Schwimmhilfen oder Liegen auszuleihen. Auch Saisonkabinen oder Saisonschränke können nicht angemietet werden. 

Wer soll das alles kontrollieren?

Die neuen Hygieneregeln erfordern mehr Personal, unter anderem zum Kontrollieren der Abstände, zum Desinfizieren der Toiletten oder zur Einlassbeschränkung. Waurick spricht von drei bis fünf zusätzlichen Mitarbeitern pro Bad. Neben den Saisonkräften werden die Mitarbeiter, die sonst in den Schwimmhallen arbeiten, in die Freibäder geschickt. Es werden Teams gebildet, die sich Tag um Tag abwechseln. Falls sich in einem Team ein Mitarbeiter anstecken sollte, wird somit nicht der komplette Freibad-Betrieb gefährdet. Auch die Imbisse können öffnen. Dort sind die Betreiber verantwortlich, dass die geltenden Gastronomie-Regeln eingehalten werden.

Was passiert, wenn ich gegen die Regeln verstoße?

Wer sich nicht an die Regeln hält, wird zunächst verwarnt, erklärt Betriebsleiter Marco Weiher das Vorgehen. Wer permanent und offensichtlich vorsätzlich dagegen verstoße, werde des Bades verwiesen. "Dazu sind wir verpflichtet", so Weiher.

Zu welchen Zeiten öffnen die Bäder? Was kostet es?

Wochentags werden die Freibäder zwischen 10 und 19 Uhr öffnen, an den Wochenenden sowie in den Sommerferien zwischen 9 und 19 Uhr. Angeboten werden bis auf Weiteres nur noch Karten für Erwachsene und Karten für Kinder. Das heißt, dass auch für Kinder bezahlt werden muss, die kleiner als einen Meter sind. Sie durften früher kostenlos in die Bäder. Auch Familien-, Ermäßigten- und Zehnerkarten wird vorerst nicht geben. Das sei nötig, so Waurick. Die Zugangskontrolle könne sonst nicht gewährleistet werden.

Werden die Badestellen in Weißig und Weixdorf öffnen?

Nein, vorerst bleiben diese geschlossen. Beide Badestellen unterliegen denselben Hygienevorschriften wie die Freibäder. Pro Stelle müssten fünf, sechs Arbeitskräfte abgestellt werden. Dieses Personal habe man nicht. Normalerweise gibt es an den Badestellen keine Rettungsschwimmer. Das Baden dort ist kostenlos.

Wann werden die Schwimmhallen wieder öffnen?

Am 6. Juni – also an dem Tag, an dem die Dresdner Freibäder öffnen sollen – können auch Schwimmhallen wieder in Betrieb gehen. Das hatte Innenminister Roland Wöller in dieser Woche angekündigt. Doch auch hier sind Hygienekonzepte nötig, sodass die Badbetreiber eine Vorlaufzeit benötigen. Derzeit, so Waurick, konzentriere man sich in Dresden erst einmal voll und ganz darauf, die Freibäder wiederzueröffnen. "Das hat oberste Priorität." Parallel überlege man, wie es mit den Hallen weitergeht. Eines machte Waurick am Freitag aber klar: Alle Hallen werden nicht öffnen können, sollten die Corona-Regeln in den Freibädern nicht gelockert werden. Denn beides werde man personell nicht stemmen können. Die Bädergesellschaft wolle aber wenigstens einen Teil der Hallen öffnen, um unter anderem wieder Vereinsschwimmen oder Frühschwimmen zu ermöglichen. Welche das sein werden und wann, ist aber noch unklar.

Ist klar, wie sich die Corona-Krise auf die Bilanz auswirkt?

Zahlen wollte Waurick am Freitag nicht nennen. Die Abrechnung werde am Jahresende gemacht. So komme es zum Beispiel darauf an, wie das Wetter im Sommer mitspielen wird, und ob die Corona-Regeln in diesem Jahr noch gelockert werden. Aber: Jeder zusätzliche Mitarbeiter koste Geld, sagte er.

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