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OB Hilbert gesteht Fehler bei Masken-Verteilung ein

Der Andrang bei der Ausgabe des Corona-Schutzes hätte nicht sein dürfen, sagt der Oberbürgermeister. Die Anzeige gegen ihn sieht er gelassen.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) sorgte für einen Massenauflauf bei der Verteilung von Schutz-Masken.
Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) sorgte für einen Massenauflauf bei der Verteilung von Schutz-Masken. © Robert Michael/dpa

Dresden. Länger als ein Kilometer standen Tausende Dresdner dicht an dicht vom Rathaus über den Pirnaischen Platz bis zur Wilsdruffer Straße. Sie holten sich Schutzmasken, die Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) wegen der Maskenpflicht verteilen ließ.

Linke-Schatzmeister Norbert Engemaier hat deswegen Anzeige gegen den OB erstattet. Er will juristisch geprüft haben, ob die Verursachung der Menschenansammlung in Corona-Zeiten strafbar ist. 

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Die Anzeige selbst sieht OB Hilbert gelassen. "Da kann ich nur abwarten und schauen, was dabei herauskommt." Auf Nachfrage von Sächsische.de sagt er aber: "Wahrscheinlich würde ich die Verteilung so nicht wieder machen."

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Er habe nicht mit dem Andrang gerechnet, sagt Hilbert. "Wir wurden regelrecht überrannt." So viele Menschen, die sich gleichzeitig anstellen, um kostenlose Schutzmasken zu erhalten, seien nicht geplant gewesen. Hilbert sei eher davon ausgegangen, dass sich die Dresdner über den Tag verteilt anstellen.

"Mit dieser Erfahrung würde ich wahrscheinlich eine Verteilung über die Stadtbezirksämter planen. Dann hätten die Masken erst drei Tage später ausgegeben werden können, aber es wären nicht so viele Menschen gleichzeitig an einem Ort zusammengekommen", so der OB.

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Aber Hilbert sagt auch: "Wer nichts macht, macht nichts falsch." Er habe 200.000 Masken für die Dresdner bestellt, die sich nicht selber mit dem Schutz versorgen können. "Der Andrang zeigt doch, dass der Bedarf da ist." 

Die Maskenpflicht sei richtig, damit sich das Virus nicht weiter verbreitet und irgendwann weitere Geschäfte, Restaurants und so weiter wieder öffnen können. "Die Pflicht ist richtig. Aber das Land hätte mit dem Inkrafttreten etwas mehr Zeit lassen können", betont Hilbert.

Er habe nicht die Dresdner ungeschützt dastehen lassen wollen. Deshalb auch die Verteilung am Montag, der Tag, seitdem die Regelung gilt. 

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