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Corona-Betreuung: Dresdner Väter schlagen Alarm

Weinende Kinder, dünnhäutige Eltern: Väter fordern die Stadt und den Freistaat in einem offenen Brief auf, in der Krise stärker auf Familien zu achten.

Das Dresdner Väternetzwerk fordert, mehr Rücksicht auf Eltern und Kinder in der Coronakrise zu nehmen.
Das Dresdner Väternetzwerk fordert, mehr Rücksicht auf Eltern und Kinder in der Coronakrise zu nehmen. © dpa

Dresden. Die Corona-Zeit bringt Familien an ihre Grenzen. Schulen und Kitas waren wochenlang zu und auch jetzt dürfen längst nicht alle wieder die Schulbank drücken. Eltern müssen seit Wochen den Spagat zwischen Arbeit, Schule zu Hause und der Betreuung ihrer Kinder leisten. Wie soll es weitergehen, fragen sich die Eltern. Jetzt gibt es einen offenen Brief der Initiative Papaseiten des Väterzentrums an Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) und Sozialministerin Petra Köpping (SPD).

"Die Coronakrise lässt uns schon eine ganze Weile Unmögliches möglich machen. Aber sie bringt uns und vor allem Familien mit Kindern immer mehr in Bedrängnis", heißt es in dem Brief. Aus Videokonferenzen und individuellen Rückmeldungen, Beratungen und dem Austausch mit anderen Fachkräften nehme das Väternetzwerk eine Zuspitzung der Situation wahr. "Väter beschreiben, dass sie dünnhäutiger geworden sind, schneller frustriert reagieren. Familien versuchen, die Kinderbetreuung, das Homeschooling und das Homoffice in Schichten zu bewerkstelligen. Am Abend fallen sie nur noch ins Bett und müssen sich für den nächsten Tag wappnen", so die Initiatoren in dem Schreiben.

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Ein Vater hätte berichtetet, dass seine Tochter jeden Tag auf dem Bett sitze und weine, weil sie ihre Freunde in der Kita nicht mehr sehen kann. 

Das Netzwerk fordert die Stadt und den Freistaat auf, Familien noch stärker in den Mittelpunkt der Krisenbewältigung zu rücken und sie deutlich mehr zu unterstützen. "Es sollte schnell eine Perspektive zur Kinderbetreuung und Beschulung der Kinder entwickelt werden, und diese zeitnah Eltern mitgeteilt werden." Bislang gibt es vor allem für Kita-Kinder kein Datum, an dem sie wieder in die Einrichtung zurückkehren dürfen. "Eine Perspektive nach den Sommerferien ist keine wirkliche", heißt es in dem Brief.

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Die Macher der Papaseiten fordern von OB Hilbert und Ministerin Köpping zu prüfen, ob und wie eine Lockerung der Corona-Auflagen möglich ist, um Kleinstgruppen von drei bis fünf Kindern auch in Eigeninitiative betreuen und beschulen zu können, solange die Kitas und Horte dies noch nicht für alle Eltern leisten können.

Aktuell ist die Betreuung nur für Kinder von Eltern in bestimmten Berufen vorgesehen, und das meist auch nur dann, wenn sie alleinerziehend sind oder wenn beide Elternteile in diesen Berufen arbeiten.

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