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Dresden

Corona: Dresden diszipliniert sich

Bei Sonne satt und warmen Temperaturen zog es am Sonntag viele ins Freie. Doch dort wurde auf Abstand geachtet. Die Polizei musste selten eingreifen.

Im Alaunpark war wieder weniger los.
Im Alaunpark war wieder weniger los. © René Meinig

Bestes Frühlingswetter und 20 Grad. Normalerweise wäre es Zeit für ein Angrillen mit Freunden im Garten oder ein großes Eis mit der Familie im Park. Doch all das muss richtigerweise gerade warten zum Schutz vor Ansteckung mit dem Coronavirus. 

Am Sonntag war im Alaunpark in der Neustadt zwar Einiges los, aber so gut wie alle hielten sich an die Regeln. Familien fuhren mit den Rädern, andere spielten mit dem Nachwuchs Ball. Aber nur in Familie und ohne Grüppchenbildung. Auch alle, die (noch) keine Kinder haben, gingen maximal zu zweit spazieren. "Nach drei Wochen ohne Schule müssen wir einfach heute mal eine große Runde an die Luft", erzählt Martina, die mit ihren Kindern im Park war. Den Kindern fehle der Kontakt zu Freunden und die viele Bewegung in der Schule und beim Sport. 

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Die Polizei war stark präsent im Alaunpark. Immer wieder fuhren die Beamten rund um den Park und suchten, wenn nötig, das Gespräch. Doch nicht nur in der Neustadt war die Polizei aktiv, sondern in ganz Dresden. In vier Fällen fertigten die Beamten am Samstag Anzeigen gegen neun Personen wegen Ordnungswidrigkeiten nach dem Infektionsschutzgesetz. Besonders die Dresdner Parks und Gärten waren Schwerpunkte der Kontrollen. Vereinzelte Menschenansammlungen konnten im Vorfeld unterbunden werden, so die Polizei. Der Großteil der Bevölkerung habe sich an die Bestimmungen der Verordnung und der  Allgemeinverfügungen gehalten. Über 100 Polizeibeamte waren im Einsatz. 

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Bereits am Freitag stellten Polizeibeamte außerdem mehrere Straftaten und Ordnungswidrigkeiten bei einer Kontrolle eines Spielcasinos an der Leipziger Straße fest. Die Polizisten kontrollierten das Casino nach einem Hinweis, dass es trotz Verbot geöffnet hatte. Die Beamten stellten mehrere Menschen fest, die sich trotz Verbotes in den Räumen aufhielten. Im Ergebnis fertigten sie wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz eine Strafanzeige gegen den Betreiber und Ordnungswidrigkeitsanzeigen gegen acht Gäste des Casinos.

Nicht nur die Polizei auch das Ordnungsamt ist verstärkt aktiv. Der Gemeindliche Vollzugsdienst ist täglich von 8 Uhr bis 20 Uhr mit rund 30 Mitarbeitern im Dienst, so die Stadt. In den vergangenen Tagen notierten die Ordnungshüter 105 Verstöße gegen die Corona-Regeln. "Kontrollschwerpunkte sind Spiel- Sport- und Grünanlagen. Außerdem gehen wir Bürgerhinweisen nach", heißt es. 


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Nicht aktiv werden mussten die Behörden auf der Hauptstraße. Auch dort saßen nur vereinzelt Menschen in der Sonne, viele mit einem Eis. Denn der Terence-Hill-Eissaloon verkauft seit Donnerstag sein Eis im Außer-Haus-Verkauf. "Nach der Schließzeit freuen wir uns über Umsatz, auch wenn wir damit nur ein Drittel dessen verdienen, was der Normalbetrieb einspielt", so Chefin Viktoria Franke. An ihrem Eisladen stehen die Menschen mit großem Abstand an der Schlange und die Verkäufer arbeiten hinter Plexiglas.

In der Terence Hill Eisdiele gibt es Eis im Straßenverkauf.
In der Terence Hill Eisdiele gibt es Eis im Straßenverkauf. © René Meinig

Dass Eis der Renner an diesem Sonntag war, zeigte sich auch am Schillergarten und am Eiscafé Lösch. Lange Schlangen hatten sich davor gebildet, aber die Menschen wahrten den nötigen Abstand.

Ein ganz anderes Bild bot der Elberadweg, der extrem stark befahren war. Dazu kamen Jogger und Inlineskater. Zwischendrin immer wieder Autos der Polizei und des Ordnungsamtes, die Präsenz zeigten.  Auf den Wiesen jedoch hatten sich die Sonnenhungrigen weit voneinander niedergelassen. "Aber bei dem Wetter muss man einfach raus, da reicht mir meine Terrasse einfach nicht aus", sagt Sebastian, der mit seiner Freundin Laura am Johannstädter Elbufer Sonne tankte.  

Laura und Sebastian entspannen an den Johannstädter Elbwiesen.
Laura und Sebastian entspannen an den Johannstädter Elbwiesen. © Kay Haufe

Entspannt auch die vielen Gäste im Großen Garten. Da flogen Drachen um die Wette, wurde auf Slacklines balanciert und Volleyball gespielt. Die Wiesen waren groß genug, um sich aus dem Weg gehen können. Familie Löwe-Manig hatte das Hölzchenspiel Cup wieder aus dem Schrank geholt und warf um die Wette. "Wir wohnen in der Nähe und genießen das Wetter. Hier ist es schon schöner als nur auf dem Balkon", sagt Familienvater Sven. Die Kinder hätten viele und schwierige Hausaufgaben, da wäre die Entspannung am Wochenende besonders wichtig, weil beide Eltern arbeiten. 

Emily, Marie, Anne, Fynn und Sven Löwe-Manig spielen Cup im Großen Garten.
Emily, Marie, Anne, Fynn und Sven Löwe-Manig spielen Cup im Großen Garten. © Kay Haufe


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