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Corona: Probleme bei Kita- und Hortzeiten in Dresden

Viele Dresdner Kinder können noch immer nur verkürzt betreut werden. Was das für Familien und Arbeitgeber bedeutet.

© Symbolbild: Arne Dedert/dpa

Dresden. Seit dem 18. Mai sind Schulen und Kitas nach der Corona-Schließzeit wieder geöffnet. Doch von Normalbetrieb kann noch keine Rede sein. Gerade die immer noch verkürzten Betreuungszeiten machen Eltern und damit auch ihren Arbeitgebern zu schaffen. 

In vielen Schulen gibt es derzeit keinen Früh-Hort, das heißt, die Eltern können ihre Kinder nicht wie sonst um 6 Uhr, sondern erst um 8 Uhr zum Unterrichtsbeginn abgeben. Auch die Kitas öffnen verkürzt. Morgens machen sie die Türen später auf, nachmittags wird teilweise schon ab 15.30 oder 16 Uhr geschlossen. Das führt zu Problemen, etwa in der Altenpflege: "Da der Früh-Hort in den Schulen und die Frühbetreuung meist entfallen, können bei uns die Touren zum Beispiel in der Sozialstation nicht mehr regulär umgesetzt werden", so Johanniter-Sprecher Danilo Schulz. Die Johanniter betreuen unter anderem Senioren. 

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Einige der Mitarbeiter müssen erst die Kinder in Schule und Kita abgeben. "Regulär starten unsere Touren 7 Uhr, nun verschiebt sich alles um 45 Minuten bis zu einer Stunde", so Schulz. Es gebe zwar keine Leistungseinschränkungen dadurch, aber man müsse Rücksprache mit den älteren Menschen halten. Zudem müssten die Touren entsprechend angepasst werden. "Das stellt auf Dauer eine Herausforderung dar. Unsere Pflegedienstleiterin in Dresden hofft sehr, dass sich die Situation bald wieder normalisiert."

Auch betroffen: Gaststätten, Hotels, Bäcker

Auch im Luisenhof sind drei Mitarbeiterinnen von den verkürzten Betreuungszeiten betroffen. Eine von ihnen ist Chefin Carolin Rühle-Marten selbst, die spätestens um 16 Uhr ihre Tochter aus dem Hort abholen muss. Eine weitere Mitarbeiterin wechselt sich mit ihrem Partner bei der Betreuung ab und arbeitet deshalb nur im Spätdienst. Und eine dritte Mutter ist derzeit noch teilweise in Kurzarbeit. Restaurant-Chef Carsten Rühle versucht, das Beste aus der Situation zu machen: "Wir sind nicht nur für unsere Gäste ein familienfreundliches Restaurant, sondern bemühen uns nach Kräften, das auch für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu sein. Deshalb finden wir über den Dienstplan eigentlich immer passende Lösungen - für beide Seiten." 

Tourismus-Chef Johannes Lohmeyer ist in seinem Hotel davon zwar nicht betroffen, kann aber für die Branche sprechen. "Derzeit ist das ein großes Problem für die Hotels in Dresden, da wir viele junge Mütter im Schichtdienst beschäftigen. Schon die ungekürzten Betreuungszeiten reichen für uns nicht aus."

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Die Kitas und Horte machen sich die Entscheidung für die kürzeren Öffnungszeiten nicht leicht und würden es gerne anders handhaben. Da es durch die Corona-Pandemie aber nach wie vor viele Hygieneregeln gibt, ist das nicht anders umzusetzen. "Ein eingeschränkter Regelbetrieb heißt nicht, dass die Einrichtungen wieder normal zur Verfügung stehen", sagte Sabine Bibas, Dresdens Kitachefin, im Mai zu den gekürzten Zeiten. Die Vorgaben der Allgemeinverfügung würden den Normalbetrieb für die rund 55.000 in Dresdner Kitas und Horten betreuten Kinder derzeit nicht zulassen. "Die strikten Vorgaben zur Betreuung der Kinder in festen Gruppen mit möglichst festem Personal können die Einrichtungen nur leisten, wenn sie ihre Öffnungszeiten einschränken. Mir ist kein Träger bekannt, der es anders schafft", so Bibas.

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