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Corona: So schützt sich die Dresdner Stadtreinigung

Die Kontaktsperre bringt weniger Abfälle in Dresdens Papierkörbe. Die Entsorger rechnen dafür mit anderen Problemen.

Frank Eichhorn leert einen Mülleimer auf der Alaunstraße. Er ist jetzt allein unterwegs.
Frank Eichhorn leert einen Mülleimer auf der Alaunstraße. Er ist jetzt allein unterwegs. © Sven Ellger

Dresden. Zigarettenstummel, Essensreste, alte Verpackungen und Tütchen mit den Hinterlassenschaften von Hunden: So etwas findet sich in den städtischen Abfalleimern. Sie werden von der Stadtreinigung geleert. Zwei Mitarbeiter fahren dazu täglich in der Neustadt vor, einer steuert den kleinen Transporter, der andere holt die Abfallbehälter zum Auto und schüttet den Inhalt in den Container auf dem Auto. 

Man kann die Uhr nach ihnen stellen, auch jetzt noch. Doch etwas hat sich geändert: Viele Mülleimer sind längst nicht mehr so voll wie vor der Corona-Zeit. Und der Fahrer des kleinen Müllautos ist zugleich auch der Kollege, der den Abfalleimer holt und leert. Es sind keine Zweierteams mehr unterwegs.

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Das liegt nicht daran, dass jetzt weniger zu tun ist. Zwar rechnet die Stadtreinigung damit, dass die Abfallmengen in den Papierkörben weniger werden, ohne dazu bereits Zahlen nennen zu können. Dass aber morgens nur noch ein Mitarbeiter pro Auto zur Eimer-Entleerung unterwegs ist, hat einen anderen Grund. "Die Kollegen in der Reinigung arbeiten aktuell in zwei Schichten, um die Kontakte auch unter den Kollegen auf das Mindestmaß zu begrenzen", sagt Unternehmenssprecherin Susanne Kirsch. 

Der Mitarbeiter, der früher als zweiter Mann mit unterwegs war, arbeitet jetzt also in einer anderen Schicht und fährt auch allein. Ohnehin gebe es für die Stadtreinigung besondere Vorsichtsmaßnahmen. "Unsere Mitarbeiter arbeiten auch unter normalen Bedingungen unter erhöhten Arbeitsschutzbestimmungen bezüglich der Hygiene im Umgang mit Abfällen."

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Obwohl weniger Menschen unterwegs sind, läuft die Straßenreinigung wie üblich weiter. Auch jetzt gelten die Regeln der Straßenreinigungsgebührensatzung, sagt Susanne Kirsch. Nur zusätzliche Aufträge entfallen, die dann nötig werden, wenn bei schönem Wetter zum Beispiel an Feiertagen mehr Betrieb im Freien ist.

Mit Extra-Arbeit rechnet die Stadtreinigung bei der Hausmüll-Entsorgung. Da könnte mehr kommen, erwarten die Verantwortlichen. "Derzeit bewegt sich das Abfallaufkommen aber noch im Bereich der jahreszeitlichen Schwankungen", sagt Susanne Kirsch. "Wir behalten die Entwicklung im Auge und werden uns bei Schwerpunkten mit den Grundstückseigentümern oder Wohnungsgesellschaften in Verbindung setzen." 

Falls nötig, würden die Mülltonnen häufiger geleert. Änderungen beim Abfallaufkommen registriert das Unternehmen jetzt vor allem bei den städtischen Wertstoffhöfen. Bis auf die Einrichtung am Hammerweg sind alle geschossen, es fällt deshalb weniger Sperrmüll an.

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Auch die Müllautos fahren jetzt nicht mehr alle im üblichen Schichtbetrieb. Sie rücken zeitlich versetzt aus, "um den Kontakt zwischen den Mitarbeitern in den Sozialräumen und damit das Übertragungsrisiko zu minimieren", sagt Susanne Kirsch. Die Fahrzeugbesatzungen haben Desinfektionsmittel bei sich, der Kundenservice ist geschlossen und in die Kantine dürfen nur noch Mitarbeiter des Unternehmens. "Bis jetzt haben wir noch keine coronabedingten Krankheitsausfälle zu verzeichnen", berichtet die Unternehmenssprecherin.

Sorge bereitet den Müllfahrern nur die Tatsache, dass sie zurzeit so gut wie nie im Stau stehen. Denn das bedeutet, dass die Autos, die sonst durch Dresden fahren, jetzt irgendwo parken, wahrscheinlich in den Wohngebieten. So könnten sie nun wieder die Arbeit der Stadtreinigung behindern. Deshalb bittet Susanne Kirsch: "Halten Sie den Zugang zu den Abfallbehältern und Behälterschränken frei und parken Sie nicht die Straßenkreuzungen zu." Denn wenn die großen Autos nicht mehr durchkommen, können auch die Tonnen nicht geleert werden. Und: Zwischen geparkten Autos sollte so viel Platz sein, dass die Abholer die Tonnen auch zu ihrem Lkw ziehen können. "Nur so können wir weiterhin eine reibungslose Entsorgung gewährleisten."

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