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Wasserhähne werden später aufgedreht

Die Drewag hat den Trinkwasserverbrauch jederzeit im Blick. Was dabei in der jetzigen Coronakrise auffällt.

Derzeit wird zwar nicht mehr Trinkwasser als sonst verbraucht. Doch die Spitzenzeiten haben sich verändert.
Derzeit wird zwar nicht mehr Trinkwasser als sonst verbraucht. Doch die Spitzenzeiten haben sich verändert. © dpa/Lino Mirgeler (Symbolbild)

Dresden. Die Drewag versorgt auch in der Krisenzeiten die Dresdner zuverlässig mit Trinkwasser. Der tägliche Verbrauch hat sich nicht verändert. Er liegt derzeit bei etwa 120.000 Kubikmetern. "Damit liegen wir in Dresden im absoluten Durchschnitt", sagt Sprecherin Gerlind Ostmann. Allerdings haben sich die Gewohnheiten innerhalb eines Tages offenbar verändert, da viele Dresdner zu Hause bleiben müssen. Das hat eine Analyse des Wasserverbrauchs durch Drewag-Spezialisten ergeben. 

Verglichen wurden dabei die Verbräuche von Sonntagen und Montagen im April 2020 und im April 2019. Die Ergebnisse sind interessant. "Man sieht, dass sich die Morgenspitze am Montag von 7.30 Uhr auf 9 Uhr verschoben hat." Dabei wurden jetzt über 7.200 Kubikmeter in einer Stunde verbraucht. Im April 2019 lag der morgendliche Spitzenwert an jenem Montag bei gut 7.000 Kubikmetern Trinkwasser.

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Dresden wird von drei Werken versorgt. Für sie ist es kein Problem, genügend Trinkwasser aufzubereiten. Immerhin liegt ihre Kapazität bei knapp 240.000 Kubikmetern täglich. Rund 60 Prozent davon kommen aus Coschütz, ein Viertel aus Hosterwitz und 15 Prozent aus Tolkewitz. 

Ins 1946 übergebene Coschützer Werk, das Sachsens größtes ist, fließt Wasser über Stollen und Leitungen aus dem Talsperrensystem Lehnmühle und Klingenberg. Im 1908 unter Stadtbaudirektor Hans Erlwein fertiggestellten Hosterwitzer Werk und in der bis 1898 gebauten Tolkewitzer Anlage werden dagegen Grundwasser und Uferfiltrat aus der Elbe aufbereitet. Das Coschützer Trinkwasser ist mit einem Härtegrad von 5,8 weich, das Hosterwitzer etwas härter (8,9) und das Tolkewitzer mit 13,3 mittelhart.

Ein Blick in die Filterhalle von Dresdens größtem Wasserwerk in Coschütz.
Ein Blick in die Filterhalle von Dresdens größtem Wasserwerk in Coschütz. © SZ/Peter Hilbert

„Trinkwasser gehört zu den am besten kontrollierten Lebensmitteln“, sagt Sprecherin Ostmann. Das Wasser wird in sämtlichen Stufen der Aufbereitung kontrolliert. So werden täglich Proben an den Abläufen der Filter und des Abflusses ins Stadtnetz genommen. Im Coschützer Labor wird das Wasser dann auf bis zu 290 Parameter untersucht, darunter auf Krankheitserreger. Zudem wird das Trinkwasser über Online-Messtechnik auf Grundparameter wie Trübung oder elektrische Leitfähigkeit überwacht. Gibt es Veränderungen, wird schnell gehandelt.

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Das Umweltbundesamt hat sich in der jetzigen Krise in einer der SZ vorliegenden Stellungnahme positioniert: "Eine Übertragung des Coronavirus' über die öffentliche Trinkwasserversorgung ist nach derzeitigem Kenntnisstand höchst unwahrscheinlich." Denn eine Übertragung von Sars-CoV-2 erfolge über den direkten Kontakt zwischen Personen oder zu kontaminierten Flächen.

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