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DTM will trotz Corona auf Touren kommen

Die Rennserie verlegt ihren Saisonanfang um fast drei Monate. Die gute Nachricht: Für den Lausitzring gibt es einen neuen festen Termin.

Am 25. August 2019 feierte die DTM ihr 500. Rennen und Rene Rast seinen Erfolg auf dem Lausitzring.
Am 25. August 2019 feierte die DTM ihr 500. Rennen und Rene Rast seinen Erfolg auf dem Lausitzring. © dpa/Monika Skolimowska

Dresden/Klettwitz. Es ist wie Domino. Ein Rennen nach dem anderen fällt in diesen Corona-Tagen in der Formel 1 aus. Zehn der 22 WM-Läufe betrifft das mittlerweile, allesamt verschoben in die zweite Jahreshälfte. Stand jetzt soll es am 5. Juli mit dem Großen Preis von Österreich in Spielberg losgehen – samt Atemschutzmasken und Mindestabstand. Und: ohne Zuschauer.

Was generell erst mal für den Motorsport gilt: Die Fahrer halten schon natürlicherweise Distanz und tragen zudem einen Helm. Beides senkt das Infektionsrisiko. Optimisten gehen deshalb immer noch von bis zu 18 Formel-1-Rennen in diesem Jahr aus. Realisten halten die für den WM-Status erforderlichen mindestens acht Läufe für machbar. Pessimisten planen mit einer Komplett-Absage der Saison.

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Ähnlich ist die Ausgangslage in der Motorrad-WM, ständig wird vertagt und wieder neu beraten. So soll der WM-Lauf auf dem Sachsenring, ursprünglich für 21. Juni geplant, in den Herbst verschoben werden. Auch hier gilt: Die Komplett-Absage ist nur der allerletzte Ausweg. Und so ließe sich die Reihe fast beliebig fortsetzen.

Doch die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft spielt da nicht mit. Sie hat ihren zehn Rennwochenenden umfassenden Kalender gleich komplett umgekrempelt. Statt an diesem Wochenende in die Saison zu starten, ist der DTM-Auftakt um knapp drei Monate verlegt. Jetzt soll es am zweiten Juli-Wochenende auf dem Norisring in Nürnberg losgehen. Und auch der Lausitzring, bislang die zweite Station, hat einen neuen festen Termin erhalten. Am 17. und 18. Oktober soll jetzt auf dem Kurs im brandenburgischen Klettwitz gefahren werden.

Lausitzring freut sich über den Ausweichtermin

„Der Mai war eh nicht mehr zu halten“, sagt Wolfgang Sigloch, Sprecher des Lausitzring-Eigentümers Dekra. Und er ist zufrieden: „Wir freuen uns über den Ausweichtermin.“ Der Oktober verspreche sogar mehr Spannung, meint Sigloch – falls die Saison überhaupt stattfindet. Denn trotzdem bleibe noch viel im Unklaren. Er spricht von einem sehr guten, konstruktiven Austausch mit der DTM-Dachorganisation ITR. Beide Seiten hätten alles getan, um eine Verlegung zu ermöglichen. Das sei nicht einfach gewesen. Und doch findet Sigloch das Vorgehen vernünftig.

Die DTM hält an ihrem Ziel fest, auch in dieser Saison zehn Rennwochenenden zu veranstalten.
Die DTM hält an ihrem Ziel fest, auch in dieser Saison zehn Rennwochenenden zu veranstalten. © dpa

„Wir erleben gerade eine beispiellose und unsichere Zeit. Das Wohlergehen unserer Angestellten, ihrer Familien und der Gesellschaft ist für uns am wichtigsten“, sagt ITR-Geschäftsführer Marcel Mohaupt. Die Eindämmung der Corona-Epidemie genieße oberste Priorität. Der Sport könne aber eine wichtige Rolle einnehmen, wenn es darum geht, wieder Normalität in das Leben der Menschen zu bringen. „Mit Hilfe der Autobauer, Fans, Partner und Rennstrecken möchten wir noch in diesem Jahr eine aufregende Saison auf die Beine stellen“, meint Mohaupt.

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Eine rasche Rückkehr zur Normalität nach der Krise fordert auch der ITR-Vorsitzende Gerhard Berger. Generell müsse die Gesellschaft so schnell wie möglich wieder in die Gänge kommen. Dazu gehörten auch Veranstaltungen wie die DTM, „um wirtschaftlich wieder unseren Beitrag zu leisten und alle Arbeitsplätze zu erhalten“, sagt der frühere Formel-1-Pilot.Aus seiner Sicht muss sich jedoch erst noch zeigen, ob der neue DTM-Kalender realistisch ist. Es liegt ihm derzeit auch fern, „solche Themen in den Vordergrund zu stellen“, betont der Österreicher.

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