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Zittau

Liberec bereitet sich auf zweite Welle vor

Der Corona-Notstand in Tschechien ist aufgehoben. Der Krisenstab im Nachbarkreis traf sich das letzte Mal. Aber die Maskenproduktion läuft weiter.

So sehen die in der Region Liberec gefertigten Nanoschutz-Masken aus.
So sehen die in der Region Liberec gefertigten Nanoschutz-Masken aus. © Archiv kraj-lbc

Die Lockerungen in Tschechien gehen voran: Der Corona-Notstand im Nachbarland ist aufgehoben. Der Krisenstab des Kraj Liberec (Bezirk Reichenberg) hat sich das letzte Mal getroffen. Das bestätigte der Bezirkshauptmann Martin Puta der SZ. Die Zahl der Neu-Infektionen mit dem Virus ist in der Region Liberec seit Anfang Mai nur um sieben gestiegen. Die Gesamtzahl der Infizierten lag laut Gesundheitsministerium am Montag bei 200. Von ihnen sind bereits 174 wieder gesund. Insgesamt vier Menschen starben in der Region an der Erkrankung. Getestet wurden fast 8.000.

Das Abschiedsfotos des Krisenstabs der Region Liberec mit Bezirkshauptmann Martin Puta (vorn Mitte).
Das Abschiedsfotos des Krisenstabs der Region Liberec mit Bezirkshauptmann Martin Puta (vorn Mitte). © Archiv kraj-lbc

Die Produktion von Schutzmasken dagegen wird nicht eingestellt. Bei einer eventuellen zweiten Welle will die Region Liberec unabhängig von staatlichen Lieferungen sein. Aus diesem Grund hat sie 1,5 Million zertifizierte Nanofilter-Masken bestellt - vor allem bei einheimischen Firmen, um sie in der Krise zu unterstützen. „Die Ware wird bis Ende Juli geliefert“, so Půta zur SZ. Die Region bezahlt für die Schutzmittel über 70 Millionen Kronen, rund 2,8 Millionen Euro.

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Die Produktion war gleich zu Beginn der Krise angeschoben worden. Inzwischen wurden 2,14 Millionen Nanofilter- und fast 135.000 Stoffschutzmasken hergestellt. Parallel dazu lief die Entwicklung einer Nanomaske, deren Wirkung per Zertifikat anerkannt ist. An der Krisenproduktion beteiligte sich die Technische Universität, die Hradeker (Grottauer) Firma Drylock und Liberecer Gesellschaft Elmarco. 

Nun geht die Produktion an die Firmen CUBO Investments und Nano Medical, die ebenfalls mit der einheimischen Universität zusammenarbeiten, über. Sie beschäftigen fast drei Dutzend Menschen in der Grenzregion. Ihre  neuen Nanomasken haben eine Wirksamkeit von 99,9 Prozent. „Solche Ergebnisse haben wir uns vorgestellt", sagt Puta. "Gelungen ist uns es binnen zwei Monaten."

Nano Medical befasst sich seit 2016 mit Nanotechnologien. „Unser Vorteil ist auch gute Verbindung zu den Flughäfen in Prag und Dresden“, sagte Geschäftsführerin Marcela Munzarová. Interessenten für die neuen Produkte meldeten sich schon aus Deutschland, Italien, Slowakei aber auch USA und Canada.

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Die Einweg-Maske aus Liberec trägt den Titel NANO MED.CLEAN und kostet umgerechnet weniger als zwei Euro. Sie ist leicht und hindert die Träger weniger am Atmen als andere Masken. „Ich hoffe nur, dass der Staat auf den Import der Schutzmittel aus China verzichtet,“ sagte Půta. Diese sollen angeblich von fraglicher Qualität und teurer sein.

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