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Pirna

Ein Tag ohne Corona-Plus: die Trendwende?

Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ist die Zahl der Infizierten am Donnerstag nicht gestiegen. Das liegt an den vielen Genesenen.

Um die Corona-Epidemie einzudämmen, sind auch Spielplätze wie hier am Bahnhof Altenberg gesperrt.
Um die Corona-Epidemie einzudämmen, sind auch Spielplätze wie hier am Bahnhof Altenberg gesperrt. © Egbert Kamprath

Auf diese Nachricht wurde seit Tagen gewartet. Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hat sich die Zahl der Corona-Infizierten von Mittwoch zu Donnerstag nicht erhöht. An dem Tag wurden 184 Infizierte registriert. Zwar kamen 14 Personen hinzu, die sich neu infiziert hatten. 

Doch im gleichen Zeitraum haben sich auch 14 Personen als geheilt aus dieser Liste verabschiedet. Das teilte das Landratsamt mit. Damit stagnierte die Zahl der aktuell Infizierten im Landkreis zum ersten Mal seit 2. März. Vor einem Monat wurde der erste Fall mit einem Test nachgewiesen. 

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Deutschlandweit sieht die Situation allerdings noch anders aus. Da übersteigt weiterhin die Zahl der Neuinfektionen mit Covid-19 die der Genesenen. Von Mittwoch zu Donnerstag wurden laut Robert-Koch-Institut 6.156 neue Fälle erfasst. Dem standen rund 3.200 Geheilte gegenüber. 

Ist der Höhepunkt erreicht?

So erfreulich die Zahlen aus dem Landkreis vom Donnerstag auch sind, der Vergleich mit Deutschland und auch mit Freitag, dem 3. April, macht deutlich, dass von einer Entspannung der Lage noch nicht gesprochen werden kann. Die Zahl der Infizierten ist weiter steigend. Am Freitag wurden wieder mehr Neuinfizierte (9) als Genesene (1) registriert. Die Zahlen vom Donnerstag sind lediglich ein Fakt, der auf eine baldige Trendwende hoffen lässt.

Wie ernst auch im Landkreis die Lage weiterhin ist, zeigen eindringlich das erste Todesopfer sowie das Beispiel des Seniorenpflegeheims in Hohnstein, das wegen der Vielzahl der Fälle unter Quarantäne steht. Oder auch die geschlossene Arztpraxis in Gohrisch, wo sich der Allgemeinmediziner in Quarantäne befindet, wie auf einem Zettel an der Praxis zu lesen ist.

Gibt es Schwerpunkte im Landkreis?

In 31 von 36 Städten und Gemeinden im Landkreis sind bisher Einwohner positiv auf das Virus getestet worden. Lediglich in den kleineren Gemeinden Dorfhain, Hartmannsdorf-Reichenau, Liebstadt, Müglitztal und Rathmannsdorf ist noch kein Fall bekannt. In Stadt Wehlen sind die bislang drei Infizierten alle wieder genesen.

Die meisten Fälle sind erwartungsgemäß in den größten Kommunen: Freital 29 und Pirna 25. Mit 17 Fällen hat auch Hohnstein im Verhältnis zur Bevölkerungszahl relativ viele Infizierte.

Nimmt die Zahl der Neuinfektionen ab?

Die 14 festgestellten Neuinfektionen im Landkreis am Donnerstag sind ein Anstieg gegenüber dem Vortag, als nur vier Neuinfektionen registriert wurden. In den beiden Tagen zuvor waren es jedoch 19 beziehungsweise 24. Am Freitag vergangener Woche waren es sogar 32 an einem Tag.

In diesem Vergleich können die 14 vom Donnerstag dann durchaus wieder als Positiv-Trend im wahrsten Sinne des Wortes angesehen werden.

Wann werden die Einschränkungen gelockert?

Für die Behörden gibt es noch keinen Anlass, die aktuellen Einschränkungen zu lockern. Welche Maßnahmen genau zur Verbesserung der Situation führen oder geführt haben, werde ohnehin erst nach der Krise aufgearbeitet. Allerdings gehen die Virologen vom Robert-Koch-Institut davon aus, dass die starke Einschränkung der sozialen Kontakte für eine Eindämmung der Corona-Epidemie unverzichtbar ist.

Wirtschaftspolitiker fordern dagegen bereits, nach den Osterferien die wirtschaftliche Entwicklung wieder in Gang zu bringen - mit verschärften Hygiene-Bedingungen, wie es etwa die Freien Wähler Sachsen fordern.

Gesundheitspolitiker von Bund und Freistaat haben hingegen erklärt, dass die scharfen Kontakt-Beschränkungen mindestens bis Ende der Osterferien am 19. April andauern werden. Am 14. April wolle man erneut über die Lage beraten.

Zahlt sich schnelles Handeln aus?

Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hat schon frühzeitig auf die Situation reagiert. Schon an dem Tag, an dem der erste positiv Getestete feststand, hat Landrat Michael Geisler (CDU) einen extra Stab gebildet, sich mit Ämtern, Krankenhäusern und Katastrophenschutz abgesprochen.

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Ebenso schnell wurden Allgemeinverfügungen zur Schließung von Schulen und Kitas erlassen. Bei den Gaststätten war der Kreis sogar schneller als es dem Freistaat lieb war. Mit seinem forschen Handeln hat sich Geisler nicht nur Freunde gemacht. Möglicherweise zahlen sich die Maßnahmen aber jetzt aus. (mit df)

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Dieser Text wurde am Freitag, 3.April, 18.30 Uhr, aktualisiert.

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