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Erster Flieger startet wieder in Dresden

Zwar geht es seit Dienstag wieder nach Düsseldorf. Doch normal ist am Dresdner Airport noch längst nicht alles. Welche Regeln nun im Terminal gelten.

Eurowings startete am Dienstag wieder von Dresden nach Düsseldorf.
Eurowings startete am Dienstag wieder von Dresden nach Düsseldorf. © René Meinig

Dresden. Etwas Gutes hat es ja, derzeit ins Flugzeug zu steigen, sagt Peter Lammers. Die wenigen Maschinen, die abheben, starten pünktlich und landen überpünktlich. Lammers jedenfalls hat am Dienstagmorgen eine Viertelstunde früher Dresdner Boden unter den Füßen als geplant. Um 7.41 Uhr setzt Eurowings-Flug 9020 aus Düsseldorf auf. Es ist das erste Linienflugzeug in Klotzsche seit reichlich zwei Monaten.

Ende März hatte die Corona-Pandemie den Flughafen lahmgelegt – gerade als der Sommerflugplan in Kraft treten sollte. Der Start in die Hochsaison sollte es für den Airport sein, mit weit über 20 Maschinen am Tag. Nun muss man von einem Neustart sprechen, mit gerade einmal fünf Flügen in der Woche. Passagierzahlen hat der Flughafen für den Erstflug am Dienstag nicht genannt. Fluggäste berichten vom Flug nach Dresden von einer mittleren zweistelligen Zahl.

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Geschäftsmann Peter Lammers war am Dienstag Passagier des "Erstfluges" von Düsseldorf nach Dresden.
Geschäftsmann Peter Lammers war am Dienstag Passagier des "Erstfluges" von Düsseldorf nach Dresden. © René Meinig

Ja, Fliegen ist anders geworden, findet Peter Lammers, der vor der Corona-Krise geschäftlich jede Woche zwischen Dresden und Düsseldorf pendelte. Er spüre den Unterschied aber gar nicht so sehr in der Luft, sondern viel mehr in den Terminals. Die Lounges, in denen Vielflieger sonst in Ruhe auf das Boarding warteten und abseits des Touristen-Trubels Zeitung lesen konnten, seien geschlossen. Es duftet auch nicht mehr nach Zimtschnecken und frischem Kaffee, wenn der Geschäftsmann von der Gepäckausgabe in Richtung Ausgang läuft. Bäcker, Zeitschriftenladen, Souvenirshop – sie alle haben zu. Die Glücksspielhalle und die Autovermieter sind an diesem Morgen die einzigen Mieter, die Kunden empfangen.

Nach dem Start des Düsseldorf-Fliegers am Dienstag war das Terminal wieder nahezu leer. Die meisten Geschäfte haben noch geschlossen.
Nach dem Start des Düsseldorf-Fliegers am Dienstag war das Terminal wieder nahezu leer. Die meisten Geschäfte haben noch geschlossen. © René Meinig

Stattdessen gibt es Regeln zum Hören und zum Lesen. Auf der Internetseite des Flughafens wird auf die Maskenpflicht beim Betreten des Terminals hingewiesen. Über die Lautsprecher mahnt eine männliche Stimme, Abstand zu anderen Fluggästen zu halten. Die Bundespolizei bittet auf Aufstellern, nur noch ein Handgepäckstück mit zur Kontrolle zu nehmen. Der Rest möge als Gepäck aufgegeben werden. Und darüber hinaus rät der Flughafen allen Passagieren, die sich unwohl fühlen, ihre Reise gar nicht erst anzutreten, sondern stattdessen wieder nach Hause zu gehen.

"Der Schutz der Gesundheit hat oberste Priorität", sagt Flughafen-Sprecher Björn-Henrik Lehmann. Zu den Vorkehrungen gehörten deshalb ebenfalls Kunststoffscheiben an den Check-in-Schaltern, um die Mitarbeiter, aber auch die Fluggäste im Gespräch miteinander zu schützen. Darüber hinaus wurden Desinfektionsmittel-Spender im gesamten Terminal sowie Abstands-Bodenmarkierungen vor der Sicherheitskontrolle angebracht. In Kürze sollen an den Eingängen auch Automaten zur Verfügung stehen, an denen Masken erhältlich sein werden.

Jasmina Kemmerling buchte auf der ersten Düsseldorf-Dresden-Maschine, um die Familie an der Elbe zu besuchen.
Jasmina Kemmerling buchte auf der ersten Düsseldorf-Dresden-Maschine, um die Familie an der Elbe zu besuchen. © René Meinig

Viele Regeln, mit denen man irgendwie leben muss, sagt Jasmina Kemmerling. Sie hat im selben Flugzeug wie Peter Lammers gesessen – Maskenpflicht für reichlich eine Stunde inklusive. Normalerweise würde sie jetzt Urlaub in der Türkei machen, erzählt die junge Frau. „Aber das geht ja gerade nicht.“ Deshalb besucht sie nun ihre Familie in Dresden. Mal schauen, wie lange. Einen Rückflug habe sie noch nicht gebucht.

Kurz nach 8.30 Uhr hebt der Düsseldorf-Airbus ab und hinterlässt ein leeres Vorfeld. Erst Mitte Juni soll eine zweite Linie dazukommen: Lufthansa will ab 15. Juni wieder Dresden mit Frankfurt verbinden, heißt es vom Airport. Von zwölf wöchentlichen Flügen ist die Rede. Dann könnte auch Leben ins Terminal einkehren. "Nach Wiederaufnahme weiterer Flugverbindungen öffnen sukzessive Gastronomie und Shops", so Lehmann. Außerdem würden ab Juni wieder Flughafenführungen stattfinden, unter Einhaltung strikter Hygieneregeln, wie er sagt.

Dass 17 Flüge pro Woche nicht reichen, genug Geld zu verdienen, zeigt die Kurzarbeit-Vereinbarung am Flughafen. Sie gilt mindestens bis zum 31. August und schließt den operativen Bereich und die Verwaltung ein. Konkrete Zahlen könne er zwar noch nicht nennen. Doch die Umsatzeinbußen, die die Corona-Pandemie verursacht, werden sich in der diesjährigen Bilanz deutlich niederschlagen, sagt Björn-Henrik Lehmann. Dennoch sei der Flughafen Dresden offen, betriebsbereit und erfülle seine Funktion der Daseinsvorsorge. Der Betrieb der Elbe Flugzeugwerke sei ebenso sichergestellt wie der Einsatz der Polizei- und Rettungshubschrauber sowie die Durchführung von Ambulanzflügen.

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Außerdem müssen Starts und Landungen jetzt 24 Stunden im Voraus angemeldet werden. Damit sollen in der Corona-Krise Kündigungen verhindert werden.

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