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Pirna

Corona-Fall im Landkreis bestätigt

Ein Rentner aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge wurde positiv getestet. Nicht nur er ist in Quarantäne.

Handschuhe, Kittel, Mundschutz, Schutzbrille: Kati Heine von der Asklepios Sächsische-Schweiz-Klinik Sebnitz zeigt die Schutzmontur, die Ärzte und Pfleger tragen müssen, wenn sie Patienten mit Coronavirus behandeln sollten.
Handschuhe, Kittel, Mundschutz, Schutzbrille: Kati Heine von der Asklepios Sächsische-Schweiz-Klinik Sebnitz zeigt die Schutzmontur, die Ärzte und Pfleger tragen müssen, wenn sie Patienten mit Coronavirus behandeln sollten. © Karl-Ludwig Oberthuer

Im Landkreis gibt es den ersten bestätigten Corona-Fall. Nach den Worten von Landrat Michael Geisler (CDU) handelt es sich um einen Rentner, der sich nun zusammen mit seiner Frau in häuslicher Isolation befindet. Aus welchem Ort die beiden stammen, wollte er nicht mitteilen.

Der Mann gehört zu einer Reisegruppe, die kürzlich von Italien nach Deutschland zurückgekehrt ist. In Quarantäne befinden sich weitere 33 Touristen dieser Reisegruppe, die alle aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge stammen. Die Quarantäne sei wegen der Inkubationszeit nötig. Keiner der übrigen Getesteten sei positiv. Auch der Fahrer des Reisebusses sei unter ihnen. Das betroffene Busunternehmen komme aus Dippoldiswalde, sagt Geisler. Aufmerksam wurde das Landratsamt auf die potenziellen Fälle in der Nacht zum Sonntag, nachdem in Niedersachsen eine Infektion bekannt wurde. Der Betroffene, ein 68 Jahre alter Mann aus dem Raum Hannover, saß mit den Sachsen in dem Reisebus. Laut Geisler stammten alle sächsischen Fahrgäste aus dem Landkreis.

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Durch das Gesundheitsamt des Landkreises wurden die Urlauber am Montag im Landratsamt in Dippoldiswalde untersucht. Die Betroffenen wurden parallel dazu über einzuhaltende Schutzmaßnahmen zur möglichen Eindämmung der Infektionskette, über weitere Schritte der anstehenden Diagnostik sowie erforderliche Verhaltensweisen, wie zum Beispiel die häusliche Isolation, belehrt. Des Weiteren wurden die möglichen Kontakte aller Verdachtsfälle ermittelt, um weitere Maßnahmen durch die Behörde veranlassen zu können.

Dem infizierten Niedersachsen geht es laut MDR-Berichten gut, er ist fieberfrei. Für 15 Personen aus seinem sozialen Umfeld sei vorsorglich häusliche Quarantäne angeordnet worden, darunter seine mitgereiste Frau. Sie zeige keinerlei Symptome.

Die Krankenhäuser im Landkreis sind auf den Coronavirus vorbereitet. In den Helios-Kliniken in Pirna, Freital und Dippoldiswalde bestünde im Falle einer Pandemie die Möglichkeit, geplante Operationen und Eingriffe zu verschieben, um Corona-Patienten zu priorisieren, sagt Sprecherin Kristin Wollbrandt. In den drei Kliniken würden Patienten bereits bei einem Verdacht auf eine Corona-Infektion in einen isolierten Bereich gebracht werden. Personal und Besucher müssten vor dem Kontakt mit dem Patienten Schutzkleidung in Form von Mund-Nasen-Schutz, Schutzkittel, Handschuhen und einer Schutzbrille anlegen. Auch die Asklepios Sächsische-Schweiz-Klinik Sebnitz ist auf Patienten eingestellt, die eine Quarantäne benötigen. Es werden dann sogenannte Isolierzimmer genutzt. „Grundsätzlich findet die Erstversorgung und Behandlung von Patienten mit dem Verdacht auf Covid-19 in einem separaten Bereich mit Personal statt, das nur für diesen Bereich zuständig ist“, sagt Pressesprecherin Lucia Böhme. Sollte der Bedarf an Quarantäneräumen deutlich steigen, sei man in der Lage, die nötigen Ressourcen zu schaffen. Damit rechnet die Klinik derzeit aber nicht. (SZ/dsz/kat/rok)

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Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hat ein Bürgertelefon geschaltet. Unter 1 03501 5151166 und 03501 5151177 kann jeder anrufen, der Fragen zur Viruskrankheit und zu Vorkehrungen im Landkreis hat.

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