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Erster Fleischer verschenkt jetzt Klopapier

Die Landfleischerei Herzog aus Spitzkunnersdorf hat selbst mit den Corona-Auswirkungen zu kämpfen und startet eine Aktion, hinter der mehr steckt.

Sebastian Herzog von der Landfleischerei aus Spitzkunnersdorf hat 800 Rollen Klopapier vorrätig. Für jeden Kunden gibt's eine gratis.
Sebastian Herzog von der Landfleischerei aus Spitzkunnersdorf hat 800 Rollen Klopapier vorrätig. Für jeden Kunden gibt's eine gratis. © xcitepress

Auch Sebastian Herzog setzt in Zeiten von Corona auf Klopapier. Zumindest für seine Kunden, die in der Landfleischerei nach Spitzkunnersdorf kommen. Da gibt's seit Freitag für jeden Einkauf eine Rolle gratis dazu. Aber hinter der Aktion steckt mehr als eine kleine Hilfe.

"Wir wollen die Kunden zum Nachdenken anregen", sagt der Juniorchef. So gebe es keinen Grund zur Panikmache und zu Hamsterkäufen. "Wir bekommen alles, was wir brauchen." Als Beispiel nennt er das Klopapier: Ein Anruf beim Großhändler genügte und am nächsten Tag war die Palette mit 800 Rollen da. Zudem will Sebastian Herzog darauf aufmerksam machen, dass neben den großen Märkten auch noch kleine (Lebensmittel-)Läden wie seine Fleischerei offen haben. Er spürt schon einen Rückgang von Kunden, die zudem verängstigt sind. "Dabei liefern wir unsere Waren sogar kostenfrei im Umkreis von zehn Kilometern." Und letztlich soll die Aktion auch ein wenig Frohsinn vermitteln.

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Dabei ist die Situation für die Landfleischerei alles andere als lustig. Sie hat mit den Auswirkungen von Corona zu kämpfen. "Wir haben schon die Betriebskosten zurückgefahren", sagt der Juniorchef, verweist auf abgemeldete Transporter oder Kühllager. Der gesamte Catering-Bereich ist zum Erliegen gekommen, Bestellungen bis in den Juni hinein sind storniert. Alle 20 Mitarbeiter musste der Unternehmer in Kurzarbeit schicken. Wenigstens die bereits produzierte Ware konnte er noch zu einem günstigen Preis abgeben und damit Gutes tun: Der Katastrophenschutz aus Bautzen hat Fleisch und Wurst auf der A4 mit verteilt. "Dieser hat auch uns geholfen, denn sonst wäre die Ware verdorben", sagt Sebastian Herzog.

In der Fleischerei läuft die Produktion derweil weiter, aber auch die musste er zurückfahren: Von fünf auf drei Tage in der Woche. Hier arbeiten seine Beschäftigten nun teilweise verkürzt. Hilfe kam von den Banken. So muss der Unternehmer laufende Kredite vorerst nicht bedienen. "Das lief ganz unbürokratisch", berichtet der Juniorchef. 

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Doch all diese Maßnahmen verschaffen der Fleischerei nur kurzfristig etwas Luft. Deshalb hofft Sebastian Herzog, dass die Regierung nun handelt. "Ich wünsche mir eine geregelte und faire Lösung für alle Selbstständigen und Freiberufler", sagt er. 

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