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Vermiest Corona den Badespaß?

Die Freibäder müssen ein Hygienekonzept erstellen, damit sie öffnen können. Und das sieht überall anders aus. Aber was steht da drin und was nervt?

Bademeister Frank Gärtner im Eibauer Volksbad.
Bademeister Frank Gärtner im Eibauer Volksbad. © Matthias Weber/photoweber.de

Nicht nur wegen Corona ist diese Badesaison für Frank Gärtner, den Schwimmmeister im Eibauer Bad, ein besonderes. Seine Arbeitsstätte, das Volksbad, feiert in diesem Jahr 100-jähriges Bestehen. Die Feierlichkeiten zum Jubiläum mussten leider ausfallen. Mit kleiner Verspätung hat das Eibauer Bad aber nun wieder für den Badebetrieb öffnen können. 

Wegen Corona müssen die Bäder allerdings bestimmte Regeln einhalten, auch Hygienekonzepte mussten ausgearbeitet werden. In der Gemeinde Kottmar mit ihren zwei Freibädern sogar zwei. Die Gemeinde betreibt neben dem Eibauer Volksbad auch das Freizeitbad in Obercunnersdorf. Und hier gibt es ein beheiztes Becken. "Wir mussten ein Konzept für den Warmwasser- und eines für den Kaltwasserbereich erstellen", erklärt Hauptamtsleiterin Kerstin Höhne von der Gemeindeverwaltung.

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Und Kottmar hat sogar investiert, um die Corona-Regeln im Bad einhalten zu können. "Wir haben ein neues Zählsystem angeschafft", berichtet Frau Höhne. Denn nicht jeder, der ins Bad kommt, wird durch die Kasse erfasst. "Manche haben ja auch Dauerkarten." Ins Bad hinein darf aber derzeit immer nur eine bestimmte Anzahl an Gästen. Das muss genau gezählt werden. Auch hier werden Toiletten und Waschbecken gegebenenfalls abgesperrt, so Frau Höhne, um die Abstände einhalten zu können. Ansonsten ist der Badebetrieb wenig beeinträchtigt von den Hygienebestimmungen. 

Nur in einer Richtung schwimmen?

Das Löbauer Herrmanbad hatte zuletzt mit Gerüchten zu kämpfen. So sei der Schwimmspaß getrübt, erzählen Dauerschwimmer: Man könne nicht mehr richtig schwimmen, sondern müsse sich an vorgegebene Richtungen halten und die Liegewiese sei jetzt in Karrees eingeteilt. "Nein", sagt die eine Dame zur anderen, "da bleibe ich lieber im Garten und gehe dort unter die Dusche."

Nun reagiert nicht jeder Mensch auf Neuerungen gleichermaßen empfindlich, aber: Sind die Einschränkungen wirklich so schlimm? "Nö", sagen die beiden Jungs, die bei 23 Grad Luft- und 21 Grad Wassertemperatur ins Herrmannbad streben. Sie waren vergangene Woche schon da und fühlten sich nicht sonderlich gestört von den neuen Regeln. Die Startblöcke dürfe man nicht nutzen und man muss "zwei Meter Abstand halten". Sie hätten auch schon mal gesehen, dass einer Ärger bekommen habe, weil er sich nicht daran gehalten habe - aber ansonsten sei alles ganz normal, erklären die beiden.

Auch die junge Familie, die mit Kleinkind aus dem Bad kommt, fand nichts störend im Herrmannbad. "Wir waren ein bisschen Beachvolleyball spielen", sagt der junge Mann, das kleine Kind auf dem Arm. Aus Eigeninitiative habe dort jemand die Kontaktdaten der Mitspieler aufgeschrieben, weil man sich beim Sport ja doch näher komme. Und, dass man beim Becken nur auf einer Seite ein- und auf der anderen aussteigen darf, habe auch keine größeren Umstände gemacht: "Das ist am Becken markiert", erklärt die junge Mutter. Schwimmen könne man zudem ganz normal.

Dass wegen des Hygienekonzeptes die Sprungblöcke gesperrt sind, bestätigt auch die Stadt. Pressesprecher Marcus Scholz erklärt zudem, dass man im Kassenbereich das Personal durch eine Wand aus Plexiglas abschirme und Linien am Badeingang signalisieren, dass man den gebotenen Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten habe. Ohnehin seien Abstand und Hygiene das A und O. "Um stets Sauberkeit und desinfizierte Sanitärräume vorhalten zu können, ist nur eins von zwei Toilettengebäuden für Besucher geöffnet", fügt er an. Badegästen werde zudem empfohlen, im Sanitär- sowie Kassenbereich eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Was genau zum Konzept gehöre, erfahren Badegäste dann direkt im Bad.

Nur einer pro Bank

Auch das Volksbad Neugersdorf hat - wie gefordert - ein Hygienekonzept erstellt. Am Eingang muss sich jeder, der ins Bad kommt, die Hände desinfizieren. Auch auf den Toiletten steht Desinfektionsmittel bereit. Damit die Mindestabstände eingehalten werden, ist jedes zweite Waschbecken abgesperrt, ebenso jedes zweite Pissoir in der Herrentoilette. Liegen werden derzeit nicht bereitgestellt und auf den Bänken darf immer nur eine Person sitzen, erklärt Bademeisterin Nicole Lucas. Darauf weisen Schilder an den Bänken hin. 

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Beim Schwimmen gibt es keine weiteren Einschränkungen. "Es dürfen maximal 600 Leute gleichzeitig im Becken sein und höchstens 1.000 insgesamt im Bad", so die Bademeisterin. Das sei anhand der Größe von Bad- und Wasserfläche errechnet worden und so vorgegeben. 600 Leute gleichzeitig im Schwimmbecken -  das ist allerdings eine Größenordnung, die hier nicht erreicht wird. Auch, dass 1.000 Badegäste zeitgleich da sind, das sei höchstens mal zum Badfest der Fall. Angesichts dieser Zahlen sieht die Schwimmmeisterin die Lage recht entspannt und freut sich auf die Sommer-Saison.

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