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Corona-Frühwarnsystem für Dresden

Die Stadtverwaltung erklärt nun, welche Maßnahmen bei wie vielen Neuinfektionen ergriffen werden sollen. Es gibt fünf Stufen.

Ab wann müssen Masken getragen werden, wann werden Schulen und Kitas geschlossen? Dresden hat ein Corona-Frühwarnsystem eingerichtet.
Ab wann müssen Masken getragen werden, wann werden Schulen und Kitas geschlossen? Dresden hat ein Corona-Frühwarnsystem eingerichtet. ©  Christian Juppe (Symbolbild)

Dresden. Eine einzige Zahl entscheidet in Zukunft darüber, ob Schulen, Kitas und Kinos wieder schließen müssen. Es ist die Zahl der Corona-Infektionen der letzten sieben Tage, umgerechnet auf 100.000 Einwohner. Werden 50 Infektionen überschritten, muss die Stadtverwaltung handeln. Darauf hatten sich Bund und Länder geeinigt. Doch im Rathaus will man nicht warten, bis die Obergrenze erreicht ist. Am Donnerstag ist ein Frühwarnsystem etabliert worden.

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Das Warnsystem zeigt in Form einer fünffarbigen Ampel an, wie nah Dresden von der Obergrenze entfernt ist. Diese Maßnahmen werden jeweils ergriffen, sollte eine bestimmte Schwelle überschritten werden:

  • Stufe 1 - grün, bis zu 20 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner: Das Gesundheitsamt isoliert die Infizierten konsequent und nach den Leitlinien des Robert-Koch-Instituts. Außerdem werden mögliche Kontaktpersonen ermittelt. Die Ampel zeigt in dieser Phase noch eine satte grüne Farbe.
  • Stufe 2 - hellgrün, 21 bis 25 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner: In der sogenannten „Phase des Wachstums“ wird neben den Quarantänemaßnahmen und der Kontaktpersonenermittlung eine Analyse angeschoben, um herauszufinden, in welchen Institutionen und Zusammenhängen häufige Ansteckungen stattgefunden haben. Auf dieser Grundlage werden gezielt Maßnahmen zur Eindämmung eingeleitet.
  • Stufe 3 - gelb, 26 bis 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner: In der Phase der „erhöhten Wachsamkeit“ können Kontaktbeschränkungen und Verhaltensmaßnahmen im öffentlichen Raum hinzukommen. Dazu gehört auch das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im gesamten öffentlichen Raum, ausgenommen Aktivitäten unter freiem Himmel. Außerdem ist die Beschränkung der Teilnehmerzahl bei Versammlungen im Sinne des Versammlungsgesetzes unter freiem Himmel sowie bei Gottesdiensten, Beerdigungen und Trauungen möglich.
  • Stufe 4 - orange, 36 bis 49 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner: In der Phase der „Schadensbegrenzung“ können beispielsweise Einschränkungen für Gemeinschaftseinrichtungen, Begegnungsangebote, Gastronomie, Hotels, Kinos, Theater und Fitnessstudios angeordnet werden.
  • Stufe 5 - rot, 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und mehr: Umgerechnet würde dies bedeuten, dass in einer Woche 281 Corona-Fälle nachgewiesen worden. Die Stadt bezeichnet diese Phase als „epidemische Ausbreitung“. Diese würde Einschränkungen, wie sie zuletzt ab 20. März eingeleitet wurden, mit sich bringen, so die Verwaltung. Das heißt, es kann Ausgangsbeschränkungen und eine umfassende Schließung von Einrichtungen für den Publikumsverkehr geben, ausgenommen zum Beispiel Lebensmittelmärkte.

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Die Stadt weist aber auch daraufhin, dass selbst bei einem größeren Ausbruch nicht zwingend das öffentliche Leben heruntergefahren werden muss. Zum Beispiel, wenn der Ausbruch räumlich begrenzt ist, ähnlich den derzeit betroffenen Fleischfabriken in anderen Bundesländern.

„Ich hoffe, dass die Ampel möglichst lange auf grün steht", sagte Gesundheitsbürgermeisterin Kristin Kaufmann (Linke) am Donnerstag. "Wir alle können dafür etwas tun. Bitte halten Sie sich an die Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen, die Hygieneregeln für Händewaschen, Husten, Niesen, Naseputzen und Händeschütteln. Tragen Sie eine Mund-Nasen-Bedeckung wo immer dies vorgeschrieben ist."

Der aktuelle Wert kann auf der Internetseite der Stadt eingesehen werden. Er wird täglich aktualisiert. Am Donnerstag lag er bei 1,2 Infektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Für diese Zahl gab es Grün.

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