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Bautzen: Diese Geschäfte öffnen ab Montag

Viele Läden im Landkreis bereiten sich auf den Verkaufsstart vor. Vor allem eine Frage ist aber noch offen.

Reingard Kretschmar-Dietrich freut sich, dass sie ihre Buchhandlung an der Bautzener Steinstraße ab Montag wieder öffnen kann.
Reingard Kretschmar-Dietrich freut sich, dass sie ihre Buchhandlung an der Bautzener Steinstraße ab Montag wieder öffnen kann. © Steffen Unger

Bautzen. Das Telefon ist jetzt der ständige Begleiter von Reingard Kretschmar-Dietrich. „Ich muss für all die vielen Buch-Auslieferungen wieder grünes Licht geben“, sagt sie. Die Bestellungen, die sie im März eilig gestoppt hatte, die hätte sie jetzt gerne in ihrem Geschäft. Nur die Osterbücher, die sortiert sie aus. „Wir freuen uns sehr“, sagt Reingard Kretschmar-Dietrich. Denn die vielen Telefonate, das sind die Vorbereitungen auf einen großen Tag für die Inhaberin der Buchhandlung Rudolf Kretschmar auf der Bautzener Steinstraße.

Am Montag dürfen sie und auch viele andere Händler ihre Geschäfte wieder öffnen. Das haben Landes- und Bundesregierung am Mittwoch beschlossen. Die Regelung gilt für alle Geschäfte bis zu 800 Quadratmetern, das geht aus einem Schreiben der Bundesregierung hervor. Unabhängig von ihrer Größe dürfen außerdem Kfz- und Fahrradhändler sowie Buchgeschäfte öffnen. Ausgeschlossen sind Restaurants, Bars, Kneipen und Hotels. Wie sieht es jetzt also im Landkreis Bautzen aus?

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„Ja, wir öffnen“, ruft Mandy Heinrich von der gleichnamigen Buchhandlung in Bischofswerda aus. „Am Montag geht es bei uns weiter“, sagt auch Gabriele Pfeiffer vom Stricktraum in Bischofswerda. Und auch Yvonne Tatzel will ihr Brautmodengeschäft Atelier le ciel in Bautzen ab Montag wieder öffnen. Ein paar Geschäfte weiter sortiert derweil Martina Glücklich Kleidung in die Regale. Auch sie freut sich, dass es am Montag weitergeht. „Wir werden aufmachen“, sagt auch Michael Stehr vom Lederwarengeschäft Schmautz auf der Steinstraße in Bautzen, ebenso handhabt es sein Bruder. Der betreibt das Modegeschäft Atrium in Bautzen.

Baumärkte bereiten sich vor

Und auch in den Baumärkten und Gartencentern bereiten sich die Mitarbeiter auf die Wiedereröffnung vor. Der Obi-Markt in Kamenz, der Obi in Bautzen, die Raiffeisen-Handelsgenossenschaft mit ihren Standorten in Bischofswerda und Kamenz – sie alle machen am Montag auf. „Wir haben eine Einlasskontrolle organisiert“, erzählt Torsten Pietschmann, Marktleiter des Obi in Bautzen.

Wenn am Montag ab acht Uhr die ersten Kunden kommen, dann werden sie durchgezählt – und nicht allzu viele gleichzeitig in den Markt gelassen. „Es ist existenziell, dass wir wieder öffnen“, sagt Torsten Pietschmann und versucht, doch nicht allzu ernst zu klingen. Auch er telefoniert gerade viel: „Die Stimmung ist gut: Wir holen jetzt die Mitarbeiter aus der Kurzarbeit.“

Ähnlich in Kamenz. „Wir warten noch auf die genauen Auflagen“, erzählt René Thunig, Vertriebsleiter in der Raiffeisen Handelsgenossenschaft Kamenz, „aber auch bei uns werden die Kunden gezählt und die Einkaufswagen desinfiziert“. Auch hier warten die Mitarbeiter jetzt auf Waren, um sich auf die Kunden vorzubereiten. „Zum Beispiel Campingmöbel kommen oft aus Asien“, sagt René Thunig, „da können zur Zeit nicht alle liefern“.

Auch bei Wassertechnik, Eisenwaren und Maschinen gestalte sich das Ganze zuweilen als schwierig. „Am Freitag kommen die Pflanzenlieferungen“, erzählt er. „Wir fahren jetzt alles hoch.“ Ob er einen Kundenansturm erwartet? „Nicht direkt am Montag“, vermutet er, „die Leute müssen erst mitbekommen, welche Geschäfte alle öffnen“.

Ob es am Montag einen Ansturm auf den Baumarkt in Kamenz geben wird? René Thunig, Vertriebsleiter in der Raiffeisen Handelsgenossenschaft Kamenz, rechnet erst später damit. Es dauert eine Weile, bis alle mitbekommen haben, welche Geschäfte öffnen, vermute
Ob es am Montag einen Ansturm auf den Baumarkt in Kamenz geben wird? René Thunig, Vertriebsleiter in der Raiffeisen Handelsgenossenschaft Kamenz, rechnet erst später damit. Es dauert eine Weile, bis alle mitbekommen haben, welche Geschäfte öffnen, vermute © Steffen Unger

Genau da liegt auch das Problem: Nicht bei allen Geschäften ist ganz klar, ob sie öffnen werden; ob sie es dürfen. Michael Stehr, zum Beispiel, geht nicht davon aus, dass er die Türen zur Schmautz-Filiale im Kornmarkt-Center am Montag aufschließen darf. Auch Martin Stehr, der in dem Bautzener Einkaufszentrum das Mode-Geschäft S18 betreibt, ist wenig zuversichtlich.

Denn Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig hatte zunächst verkündet, die Regelung gelte nicht für Einkaufszentren. Zu dicht würden sich dort die Kunden tummeln. In der schriftlichen Erklärung der Bundesregierung steht aber nichts dergleichen. Am  späten Nachmittag dann erklärte auch Ministerpräsident Michael Kretschmer, dass die Entscheidung noch ausstehe.

Kornmarkt-Center wartet auf Vorgaben

Zuversichtlicher klingt auch der Manager des Kornmarkt-Centers Christian Polkow, der die Frage nach der Öffnung zumindest noch nicht mit einem Nein beantworten möchte. „Wir rechnen mit kurzfristigen Entscheidungen“, sagte er. Er gehe aber grundsätzlich davon aus, dass die Regelungen – wie bisher auch – für die einzelnen Geschäfte in Shopping-Centern ebenfalls gelten werden.

Denn das Center selbst war in der Zwischenzeit nie geschlossen, einzelne Läden – wie beispielsweise der Drogeriemarkt und die Apotheke – blieben geöffnet. „Wir stehen hier im engen und fortlaufenden Austausch mit den Behörden“, so Polkow, „müssen aber die konkreten Vorgaben abwarten, um zu prüfen, welche Geschäfte wieder öffnen können und was das für uns als Center bedeutet.“ 

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