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Corona geht, die Autodiebe kommen

Nach der Grenzöffnung steigt die Kfz-Kriminalität im Landkreis Görlitz wieder. Dabei machen sich die Täter die moderne Technik zunutze.

Überwachungskameras wie diese an der Stadtbrücke in Görlitz haben auch schon Autodiebe dingfest gemacht.
Überwachungskameras wie diese an der Stadtbrücke in Görlitz haben auch schon Autodiebe dingfest gemacht. © Nikolai Schmidt (Archiv)

Der Arbeitstag fängt für einen Unternehmer aus dem Löbauer Ortsteil Rosenhain am Donnerstag mit einem Schock-Erlebnis an. Dort wo er am Vorabend noch den Mercedes-Sprinter-Kleinbus abgestellt hatte war der Platz nun leer. Unbekannte Diebe hatten das nur vier Jahre alte Fahrzeug in der Nacht gestohlen. Wenn der Sprinter nicht entsprechend versichert war, ist damit ein Zeitwert von 18.000 Euro futsch - und dabei ist der Schaden, der der Firma durch das Fehlen des Fahrzeugs entsteht, noch gar nicht berücksichtigt.

Ähnliche morgendliche Szenen spielten sich in den letzten Tagen auch in Zittau und Görlitz ab. An der Zittauer Friedensstraße verschwand ein abgestellter Hänger mit einem aufgeladenen Rasentraktor. Den Gesamtwert des Diebesgutes schätzt die Polizei hier auf 33.000 Euro. In Görlitz-Weinhübel wurde in der selben Nacht ein Mercedes-Sprinter gestohlen. Zeitwert: 25.000 Euro. Und die Polizei gibt sich keinen Illusionen darüber hin, was der Grund für all diese Diebstähle ist.

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Erwarteter Anstieg ist eingetreten

Die Polizeidirektion Görlitz muss bestätigen: "Mit Schließung der Grenzen aufgrund der Pandemie war ein deutlicher Rückgang der Grenzkriminalität zu verzeichnen. Gegenüber den Monaten vor dem Lockdown hatten sich die Fallzahlen nahezu halbiert", so Pressesprecher Kai Siebenäuger. Seit Beginn der Lockerungen wird nun wieder eine Zunahme beobachtet. Allerdings sei das Niveau vor dem Lockdown noch nicht erreicht.

Genaue Zahlen sind auf die Schnelle statistisch nicht zu erheben. Doch tägliche Meldungen aus dem gesamten Einzugsgebiet der Polizeidirektion Görlitz sprechen ihre eigene Sprache. Immer wieder kommen Autos der Marke VW und Skoda abhanden, aber auch gern Audi, BMW oder Mercedes.

"Eine merkliche Entspannung in Bezug auf die grenzüberschreitende Eigentumskriminalität während der Grenzschließungen war unbestritten", sagt Siebenäuger. Nun hat die Polizei die erforderlichen Maßnahmen wieder intensiviert. Denn Fakt ist: Der erwartete Anstieg der Eigentumsdelikte im grenznahen Raum hat sich bereits jetzt bestätigt.

Sowohl die Kräfte der Soko Argus als auch Kräfte der Bereitschaftspolizei Sachsen waren in den letzten Tagen in den Grenzgemeinden im Einsatz. Die Lage im gesamten grenznahen Raum bis ins Landesinnere ist der Polizei bewusst. Entsprechende Maßnahmen wurden eingeleitet - auch unter Inanspruchnahme von Unterstützungskräften. So gibt es beispielsweise eine enge Zusammenarbeit mit der polnischen Polizei.

Polizei rät zu Schutzmaßnahmen

In vielen Fällen erfolgt der Einbruch in den Wagen neuerdings über Keyless Komfortsysteme. Autobesitzer müssen keinen Schlüssel mehr in die Hand nehmen, um den Wagen zu öffnen. Und zum Starten drückt man einfach auf einen Knopf, anstatt einen Schlüssel einzustecken. Die Funktechnologie des Schlüssels ist aber auch wie ein Einfallstor für Langfinger. Die stellen sich mit einem Empfänger in die Nähe und fangen die wertvollen Signale ab. Das geht sogar durch Wände.

Die Polizei rät deshalb zu Schutzmaßnahmen. Der Autoschlüssel sollte beispielsweise nie in der Nähe der Haus- oder Wohnungstür abgelegt werden. Beim Aussteigen aus dem Wagen muss man auch auf Personen mit Aktenkoffern in unmittelbarer Nähe achten. Dabei könnte es sich um professionelle Autodiebe handeln, heißt es. 

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Des Weiteren gibt es funkdichte Hüllen. So können die Diebe das Funksignal nicht über längere Strecken übertragen. "Professionelle Autodiebe brechen übrigens auch in Häuser oder Wohnungen ein, um in Besitz des Fahrzeugschlüssels zu gelangen. Da Fahrzeug- und Hausschlüssel meist in der Diele liegen oder am Schlüsselbrett hängen, ist es ein Leichtes, Fahrzeuge sogar aus einer abgeschlossenen Garage zu entwenden", warnt die Polizei.

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