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Handel kommt wieder in die Gänge

Etliche Geschäfte durften am Montag wieder öffnen. Mancher erlebte einen überraschenden Start.

Hier florierte das Geschäft am Montag schon wieder: Bei Inhaberin Bärbel Krake (l.) im Blumeneck und Mitarbeiterin Karin Töpfer kauften schon wieder viele Kunden ein. Auch andere zuletzt geschlossene Geschäfte verzeichneten guten Zulauf.
Hier florierte das Geschäft am Montag schon wieder: Bei Inhaberin Bärbel Krake (l.) im Blumeneck und Mitarbeiterin Karin Töpfer kauften schon wieder viele Kunden ein. Auch andere zuletzt geschlossene Geschäfte verzeichneten guten Zulauf. © Sebastian Schultz

Riesa. Vorige Woche wirkte Riesas Boulevard oft wie leer gefegt. Am Montag gab es ein anderes Bild: Zwischen Rathaus und Puschkinplatz waren wieder spürbar mehr Menschen unterwegs. Es lag vielleicht am schönen Wetter, aber wohl mehr noch daran, dass etliche Läden wegen der gelockerten Corona-Regeln wieder öffnen durften.

Darunter auch etliche Bekleidungsgeschäfte wie das Modehaus Haase. Ein Ansturm blieb dort aber aus. „Sehr verhalten“ sei der Auftakt gewesen, resümierte Inhaber Christoph Haase am Montagnachmittag. Die Menschen hätten mehr geschaut als gekauft. Wie lange es dauern könnte, bis wieder Normalität einkehrt? 

Elbgalerie Riesa
Gesicherte Nahversorgung in der Elbgalerie
Gesicherte Nahversorgung in der Elbgalerie

Die Apotheke, Drogerie und der Lebensmittelhandel haben in der Elbgalerie weiterhin für Sie geöffnet und freuen sich auf Ihren Besuch.

Christoph Haase hat da kein Gefühl. Durch die Coronakrise seien viele Feiern und Feste weggefallen. Der Verkauf von Kleidung für solche Anlässe ist ein wichtiges Standbein für den Modehändler, das seinen Hauptsitz in Frauenhain hat. Insofern sei Corona eine Katastrophe, sagt Christoph Haase. Von den zugesagten Hilfen durch die Landesregierung sei bisher auch noch nichts da, betont der Geschäftsmann. Insofern sei es wichtig, wieder öffnen zu dürfen – um wenigstens etwas verkaufen zu können.

50 Prozent Kunden ohne Maske

Eine positive Überraschung erlebte hingegen das Riesaer Blumen-Eck nahe dem Kino. Die Umstände seien ja keine normalen – gemessen daran sei das Geschäft recht gut angelaufen, so Inhaber Andreas Krake, dessen Geschäft derzeit mit der Hälfte der Belegschaft läuft. Die Kunden hätten sich größtenteils diszipliniert an Abstands- und Hygieneregeln gehalten, so sein Eindruck. In den ersten beiden Stunden hätten zwar 50 Prozent noch keine Maske gehabt, aber inzwischen hätten fast alle den geforderten Mund-Nasen-Schutz auf, so Andreas Krake.

Auch in der Buchhandlung Thalia lief der Start nach der zwangsweisen Schließungsphase gut, so Bereichsleiter Christian Hennig, zuständig für die Läden in Riesa, Großenhain und Meißen. Es habe am Montag sehr regen Zulauf gegeben. Die Leute seien glücklich, wieder einkaufen und Dinge erledigen zu können. Über die vergangenen Wochen sei einiges angefallen, von Umtauschwünschen bis zu technischen Problemen mit E-Book-Readern. Gekauft würden vor allem Lektüre zur Prüfungsvorbereitung, Lernhilfen und Beschäftigungssachen. Was auch daran liege, dass viele Eltern mit ihren Kindern daheim sind. Insofern hätten seine Mitarbeiter gut zu tun – was mit Mund-Nasen-Schutz für manchen durchaus anstrengend sei.

Einkaufszentren weiter teils zu

Und wie sieht es in Riesas Einkaufszentren aus? In der Elbgalerie haben derzeit 14 Geschäfte geöffnet, so Centermanager Andree Schittko am Montag. Es sind dieselben, wie schon in der Vorwoche, nach jetzigem Stand sind keine neuen dazugekommen. Denn die neuen Regeln schließen großflächige Einkaufzentren aus, wenn die Geschäfte nicht gerade einen Eingang im Freien haben. 

Eine Benachteiligung der Geschäfte im Center gegenüber Wettbewerbern? „Die Vorgaben sind dazu da, eingehalten zu werden“, betont Schittko, auch wenn der Eine oder Andere mit den Regelungen nicht ganz glücklich sei. Es sei nicht völlig unmöglich, einzelne Geschäfte auch von draußen zugänglich zu machen. „Aber es gibt ja noch allgemeine Bestimmungen, beispielsweise was Fluchtwege angeht.“ Denen würde eine solche Umnutzung entgegenstehen.

Auch Riesapark-Manager Uwe Eigenbrod hält von solcher „Flickschusterei“ wie er es nennt, nichts. „Wir werden uns an die Bestimmungen halten.“ Für den Riesapark heißt das, dass außer dem Toom-Baumarkt kein zusätzliches Geschäft öffnet. Man sei in Gesprächen auch mit der Stadt, wisse aber nach jetzigem Stand nicht, wie es weitergeht. Von jetzt auf gleich werden wohl auch nicht alle Geschäfte öffnen können, vermutet Eigenbrod. „Die Händler brauchen einen gewissen Vorlauf.“

Immerhin das Centerpersonal ist gut vorbereitet. Schutzmaßnahmen sind besprochen, Masken eingekauft. An einen großen Ansturm bei Öffnung des Centers glaubt Uwe Eigenbrod nicht. Die DI-Gruppe, die den Riesapark verwaltet, ist auch in anderen Einkaufszentren tätig. „Dort, wo schon wieder eingekauft werden kann, lief es verhalten an. Es ist nicht so, dass die Leute in die Center gestürmt wären.“

Problem Kinderbetreuung

Elbgalerie-Manager Andree Schittko verweist auf die Ansage der Landesregierung, wonach die bestehenden Maßnahmen am 30. April auf den Prüfstand sollen. Vielleicht erfolgt dann der nächste Schritt Richtung Normalität.

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Sowohl Stabilo als auch Toom wollen Montag wieder in den Verkauf gehen. Im Riesapark gibt es aber noch Unsicherheiten.

Den wollen auch Händler machen, die am Montag öffnen durften, es aber noch nicht konnten. Wie Natalie Kraft, Inhaberin des Geschenkeladens NK Collection gegenüber vom Drogeriemarkt dm. Sie wartete noch auf die Lieferung von Desinfektionsmittel und Abstandsaufklebern. Ab Mittwoch wolle sie wieder aufmachen, zunächst vormittags ab 9 Uhr für einige Stunden, sagte sie. Ihr Hauptproblem: die Betreuung ihrer drei Kinder zu organisieren.

Zum Thema Coronavirus im Landkreis Meißen berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.

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