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"Ordentlich rocken muss es"

Wie die Nieskyer Band "Purity Law" dem Hard Rock frönt und damit die Corona-Zeit überstehen will.

Purity Law - das sind: Jörg Michael, Axel Mühle, Andreas Wirth und Norbert Hänsch (von links) bei einer Bandprobe in Niesky.
Purity Law - das sind: Jörg Michael, Axel Mühle, Andreas Wirth und Norbert Hänsch (von links) bei einer Bandprobe in Niesky. © André Schulze

Purity Law heißt auf deutsch Reinheitsgesetz, das besonders den Biertrinkern bekannt sein dürfte. Auch wenn die vier Bandmitglieder auf ihren Proben gern mal ein Bier wegzischen, so bringen sie die Reinheit doch lieber in den Zusammenhang mit ihrem musikalischen Schaffen. "Unsere Musik beschreiben wir gern als kräftigen Hard-Rock und bringen ihn handgemacht über die Bühne", sagt Andreas Wirth als Bassgitarrist.  

Das würden sie gern in diesen Tagen tun, aber die Corona-Pandemie verbietet das. Seit März mussten die vier Musiker Jörg Michael (32), Axel Mühle (43), Andreas Wirth (41) und Norbert Hänsch (30) auf ihre wöchentliche Probe verzichten. Seit sechs Wochen treffen sie sich wieder freitags in ihrem Proberaum hinter dem Waggonbaugelände. Doch Auftritte gibt es noch keine für sie. Jörg Michael sagt: "Wir hoffen auf den September, wenn größere Veranstaltungen hoffentlich wieder möglich werden!" Für drei Auftritte in der Region haben sie ihre Termine schon fest. Vorausgesetzt, Corona sorgt für keinen Rückschlag. "Ein Musiker muss spielen können, sonst fehlt ihm was", ergänzt Jörg an der Elektrogitarre.   

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Im Berliner "SO 36" gespielt und gewonnen

Eine ihrer letzten, aber bedeutendsten Auftritte vor Corona hatte die Band im Februar dieses Jahres. Da war sie Teilnehmer eines Bandvergleiches in verschiedenen Musikrichtungen in Berlin. Andreas Wirth erzählt: "Dieser Contest fand in dem legendären Musikclub ,SO 36' in Kreuzberg statt. Allein schon in dieser Location zu spielen, ist für uns eine Auszeichnung. Dass wir dann noch den ersten Platz in unserer Kategorie belegen, das hatten wir nicht erwartet." Im Rückblick bestärkt das die Band, dass sie eine sehr gute musikalische Arbeit abliefern, wie ihr das die Jury bestätigte.  

Ihr erstes Album mit zehn eigenen Titeln erschien vor vier Jahren als CD. Inzwischen sind fast alle 300 Exemplare vergriffen. Nun sitzt die Band an ihrem zweiten Album. "Das wird wieder eine CD. Wir wollen unsere Musik in der Hand halten und sie nicht aus dem Internet laden", sagt Andreas. Überhaupt schwört Purity Law auf solide und bewährte Technik. So wird ihre Musik auf der Bühne über Röhren verstärkt und die Instrumente sind noch analoge Bauart. "Das sorgt für einen kristallklaren Klang unseres Hard Rocks", stimmen die Musiker überein.

Zweites Album ist in Arbeit

Dagegen hat im eigenen kleinen Tonstudio die Digitaltechnik Einzug gehalten. Dennoch: Eingespielt werden die Titel im Probenraum mit den vorhandenen Instrumenten. Erst am  Mischpult nebenan kommen Musik und Gesang digital zusammen. Dort wird gegenwärtig das zweite Album der Band fertiggestellt. Eigentlich sollte das schon erledigt sein, wenn Corona nicht dazwischen gekommen wäre. "Jetzt wird es ein Weihnachtsgeschenk an unsere Fans", sagt Jörg, der die Texte beisteuert. "Unsere Songs drehen sich meist um Motorräder, Liebe und Freunde und sind dabei stets in englischer Sprache", ergänzt der Songwriter.   

Purity Law legt Wert auf die Feststellung, dass sie ausschließlich eigene Lieder spielen. Rund 20 haben sie bisher in ihrem Repertoire. Das ist ausreichend, um einen Konzertabend bestreiten zu können. Mit dem neuen Album kommen weitere Songs dazu. Ihrer Hard-Rock-Linie bleiben sie sich treu, denn mit " flachem Elektro und weichgespültem Soft-Pop", haben die vier Herren nichts am Hut. Da von der ersten CD so gut wie nichts mehr da ist, will die Nieskyer Band ihr zweites Album in einer Auflage von 500 Stück pressen lassen. Dabei wünschen sich die vier Musiker, dass sie ihr Album nicht nur selbst und im Familienkreis an den Musikfan bringen, sondern dass auch Musikgeschäfte und -märkte Mut zeigen und ihr Album ins Regal stellen.    

Die eigenen Songs sollen es sein

Andreas betont, dass Purity Law sich über ihre eigenen Songs definiert. "Wir wollen nicht die Band sein, die man durch den Coversong XY kennt." Nicht nachspielen, sondern selbst spielen ist das Motto der vier Musiker, die in Kodersdorf, Kollm, Niesky und Rothenburg zu Hause sind.

Angefangen hat es mit zwei von ihnen: Jörg (Gitarre) und Norbert (Gesang und Gitarre) entwickelten ein Zwei-Mann-Projekt und gaben ihm den Namen Purity Law. 2013 kam Andreas (Bass) dazu und seit Februar 2019 ist Axel als vierter Mann am Schlagzeug. Zuvor waren noch zwei andere Schlagzeuger in der Band. Jörg erinnert sich. "Die Suche nach neuen Schlagzeugern hat uns doch etwas zu schaffen gemacht, zumal wir manchen Auftritt ohne ihn bestreiten mussten." Nun hoffen sie, mit Alex ein festes und dauerhaftes Mitglied in der Band zu haben.  

Bei den Bikern in Niesky dabei

Ein fester Termin sind für Purity Law die jährlichen Biker-Treffen in Niesky. Das erste war 2012, an dem sie musikalisch teilnahmen. Dieses Jahr musste das Treffen coronabedingt ausfallen, aber im nächsten Jahr hofft die Band, dass die Motorradfans wieder nach Niesky und zu ihrem Konzert kommen. "Wir sind eine richtige Liveband mit eigener Technik und Lichtanlage", wirbt Andreas für Purity Law.

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