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Corona hat Folgen für Hallenbad-Sanierung

Weil das Riesaer Bad ohnehin geschlossen werden musste, können die Arbeiten früher beginnen. Aber es gibt Engpässe.

Seit Mitte März zu: das Riesaer Hallenschwimmbad, gleich neben der Sachsenarena.
Seit Mitte März zu: das Riesaer Hallenschwimmbad, gleich neben der Sachsenarena. © Sebastian Schultz

Riesa. Eigentlich hatte es mehr oder weniger lückenlos funktionieren sollen: Das Riesaer Hallenschwimmbad schließt im Mai für die Sanierung, gleichzeitig macht das Freibad Weida früher auf, damit die Wassersportler nahtlos weiter trainieren können.

Die Ausbreitung des Coronavirus hat aber auch durch diese Rechnung einen Strich gemacht: Das Hallenbad ist zwangsweise schon seit einem Monat zu. Aber die lang geplanten Sanierungsarbeiten deshalb nach vorn zu ziehen, funktioniert bei einem derart komplexen Vorhaben nur eingeschränkt.

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"Da ist etwa die Frage, wann die nötigen Zulieferteile kommen", sagt Reiner Striegler vom Badbetreiber Magnet. Und da geht es nicht unbedingt nur um komplizierte Technik, sondern teils auch um die Lieferketten für Fliesen, Zuschlagsstoffe, Halbfertigteile. 

Und da ist auch noch die Frage, wann die Baufirmen und ihre Subunternehmer die nötigen Arbeitskräfte vor Ort haben. Denn gerade bei der Entkernung seien oft auch Arbeiter aus Osteuropa im Einsatz - und die können in Corona-Zeiten nicht so ohne Weiteres über die Grenze kommen.

Von einer vorgezogenen, beschleunigten Sanierung kann so zwar nicht die Rede sein. Man habe aber vor, den geplanten Fertigstellungstermin im September zu halten. Und baue deshalb teilweise schon mit eigenen Mitarbeitern. 

Bis zu 150.000 Besucher pro Jahr

Laut der ursprünglichen Planung hätte ab Mitte Mai gebaut werden sollen. Bei den Stadtwerken, denen die Immobilie gehört, geht man von einer Fertigstellung bis Ende September, Anfang Oktober aus.

So lange muss die Halle, die sonst jährlich bis zu 150.000 Besucher hat, geschlossen bleiben - für private Besucher genauso wie für Sportvereine oder den Schwimmunterricht.

Grund für die Sanierung ist die Installation neuer Technik - Pumpen, Filter, Be- und Entlüftung. Laut Stadtwerke-Chef René Röthig ist die Erneuerung komplizierter als der Einbau vor mehr als 20 Jahren. "Bei der ersten Installation hat man die Technik eingebaut und erst danach die Decken geschlossen. Jetzt muss die neue Technik in ein vorhandenes Gebäude rein." Man habe aber für die Herausforderung die richtigen Planer und die richtigen Fachfirmen.

Kürzere Wege geplant

Für den normalen Besucher wirkte das Bad optisch gar nicht sanierungsbedürftig. "Der Zustand in den offen zugänglichen Bereichen ließ ja zum Glück nicht spüren, dass das Hallenbad jetzt zur Komplettertüchtigung ansteht", sagt Röthig. "Aber wenn die Technik 23 Jahre lang quasi rund um die Uhr läuft, dann ist der mechanische Verschleiß so groß, dass sie ausgetauscht werden muss."

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Insgesamt kalkulieren die Stadtwerke für das Bauvorhaben eine Summe von etwa fünf Millionen Euro ein.

Zum Thema Coronavirus im Landkreis Meißen berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.

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