merken
PLUS Sebnitz

Hilfe, meine Katze hat Corona

Seit Kurzem gilt die Meldepflicht für Corona-Infektionen bei Haustieren. Was jetzt zu beachten ist.

In der Tierklinik von Frank Düring in Rennersdorf-Neudörfel wird Katze Elli untersucht. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass auch Katzen vom Coronavirus infiziert werden können.
In der Tierklinik von Frank Düring in Rennersdorf-Neudörfel wird Katze Elli untersucht. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass auch Katzen vom Coronavirus infiziert werden können. © Steffen Unger

Bei Katzen und Frettchen konnte der Coronavirus nachgewiesen werden. Was für Hunde genau gilt, darüber rätseln die Experten. Dass aber eine Katze das Virus in den Haushalt ihres Besitzers einschleppt ist eher unwahrscheinlich. Denkbar wäre das Szenario, dass sich ein Tier bei seinem Besitzer ansteckt und das Virus im Anschluss an Artgenossen weitergibt. Doch nach jetzigem Stand birgt das für den Menschen keinerlei Gefahr. Also alles wie vor Corona ? Nicht ganz. Seit Kurzem einige Änderungen, die jeder Tierbesitzer kennen sollte.

Es gilt eine Meldepflicht nunmehr auch für bei Tieren festgestellte Covid19-Erkrankungen. Diese richtet sich zunächst an die Leiter von Veterinärämtern, Tierärzte und ähnlichem. Stellen sie die Erkrankung fest, müssen sie das an die zuständigen Ämter weitermelden. Aber auch die Tierhalter müssen einiges beachten.  "Sollte ein Tierhalter bei einem Test seines Tieres einen positiven Befund erhalten, muss dieser ebenfalls umgehend an das zuständige Veterinäramt gemeldet werden. Auch die Testlabore und der behandelnde Tierarzt haben die Pflicht", sagt Benita Plischke, Amtstierärztin für den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Anzeige
Preisaktion bei Foto Wolf
Preisaktion bei Foto Wolf

(Hobby-)Fotografen aufgepasst! Jetzt bei der Sommer-Aktion von Foto Wolf in Dresden einen Sofort-Rabatt von bis zu 300 Euro auf Kameras und Objektive sichern.

Hintergrund ist, dass man die Fälle der Weltorganisation für Tiergesundheit und der EU-Kommission melden will. Die Daten sollen auch dem Friedrich-Loeffler-Institut bei seinen Studien helfen. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es bislang keine Hinweise darauf, dass Haustiere wie Hunde und Katzen das Virus auf Menschen übertragen können. In erster Linie verbreitet sich das neuartige Coronavirus über Tröpfchen und Aerosole von Mensch zu Mensch. Bekannt ist indes der umgekehrte Infektionsweg: Wer also selbst mit Corona infiziert ist, sollte den Kontakt zu Haustieren reduzieren. 

Wenn der Katze die Luft wegbleibt

Wenn der Kater also plötzlich niest, schnarcht oder keine Luft mehr bekommt, dann sollte man aufmerksam werden. Denn das könnten Anzeichen für eine Ansteckung mit dem Sars-CoV-2-Virus sein. Stärkere Symptome zeigen Haustiere in der Regel nicht. Bislang sind keine Fälle bekannt, in denen die Infektion zu einem schweren Krankheitsverlauf geführt hätte.

Vom Bundeslandwirtschaftsministerium explizit empfohlen werden Corona-Tests für Hunde und Katzen, wenn sie mit infizierten Menschen in einem Haushalt leben. Eine vorsorgliche Testung hält das Amt jedoch nicht für sinnvoll. Durchgeführt werden die Coronatests vom behandelnden Tierarzt. Die Kosten dafür trägt der Tierhalter. "Die Tests werden aber nicht angeordnet. Sie können freiwillig durch den Tierbesitzer veranlasst werden", sagt Benita Plischke. Ein solcher Test bei einem Haustier kostet derzeit an die 160 Euro. 

Grundvoraussetzung dafür, überhaupt einen Test in Erwägung zu ziehen, ist, dass insbesondere Katzen oder Frettchen einen engen Kontakt zu einem an Covid-19 erkrankten Menschen hatten. Die Experten gehen davon aus, dass eine Testung von der Veterinärbehörde in Absprache mit dem Gesundheitsamt veranlasst wird, wenn zum einen der Halter positiv getestet wurde und das Tier entsprechende Symptome zeigt.  "Das können vor allem Erkrankungen im Rachen- und Halsbereich sein", sagt Tierarzt Frank Düring aus Stolpen.

Tests mit dem Tierarzt absprechen

Falls infizierte Tierhalter eine Labortestung der eigenen Haustiere wünschen, sollte nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Institutes die Probennahme und die Untersuchung beim zuständigen Veterinäramt angemeldet werden. Die Probennahme sollte durch eine dafür qualifizierte und entsprechend geschützte Person vor Ort durchgeführt werden, also vom Tierarzt. Oder man schickt jemanden, der nicht infiziert ist, zum Tierarzt. 

Es gibt aber inzwischen auch schon Fälle, dass sich nicht infizierte Tierhalter sich ebenfalls entschließen, einen Test bei ihrem Haustier durchführen zu lassen. Das sollte ausschließlich nach Beratung beim Tierarzt geschehen. Falls das Tier untersucht wird, können so gleich Abstriche von der Rachen- und der Nasenschleimhaut gemacht und  auf das Virus getestet werden. Sollte der Test positiv sein, muss auch das Haustier in Quarantäne, weil es ja zum Beispiel die Katzen in der Umgebung anstecken könnte.

Noch mehr Nachrichten aus Pirna, Freital, Dippoldiswalde und Sebnitz.

Mehr zum Thema Sebnitz