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Hilbert begrüßt Wochenmarkt-Öffnung

Die Stadt hatte selbst durchblicken lassen, dass sie mit dem Verbot nicht ganz einverstanden ist. Wann Dresdens Märkte jetzt wieder öffnen können.

Von Sandro Rahrisch & Andreas Weller
 3 Min.
Auch der Lingnermarkt musste in der vergangenen Woche pausieren. Davor war er noch gut besucht (Foto).
Auch der Lingnermarkt musste in der vergangenen Woche pausieren. Davor war er noch gut besucht (Foto). © Sven Ellger

Dresden. Die Landesregierung lockert ihre Maßnahme im Kampf gegen die Coronavirus-Epidemie und ermöglicht ab Mittwoch wieder Wochenmärkte. Zumindest unter bestimmten Bedingungen. So muss ein ausreichender Sicherheitsabstand von zwei Metern zwischen Kunden gewährleistet werden. Außerdem dürfen nur Lebensmittel, selbst erzeugte Gartenbau- und Baumschulerzeugnisse und Tierbedarf verkauft werden. Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hält die Entscheidung für richtig.

"Als Landeshauptstadt Dresden haben wir uns mit Nachdruck dafür eingesetzt, dass Direktvermarkter und Kleinbauern ihre regional erzeugten Produkte weiter anbieten können", sagte Hilbert am späten Montagabend. Nur so könnten sie ihren wirtschaftlichen Fortbestand sichern. "Die Wochenmärkte sind für viele Dresdnerinnen und Dresdner eine wichtige Anlaufstelle um sich mit frischen Lebensmitteln und anderen Dingen des täglichen Bedarfs zu versorgen."

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Die Marktgilde arbeite jetzt auf Hochtouren, damit die Wochenmärkte ab Mittwoch wieder entsprechend des Marktkalenders öffnen können. Damit die Regeln zur Hygiene und zum Mindestabstand von zwei Metern zwischen einzelnen Personen und zum Verkaufspersonal eingehalten werden können, seien jedoch Anpassungen erforderlich.

So ist beispielsweise am Mittwoch der Wochenmarkt am Münchner Platz mit nur elf anstelle der sonst 20 Ständen präsent. Es wird darauf geachtet, dass immer ein vollständiges Lebensmittelsortiment angeboten werden kann.

In der vergangenen Woche hatte die Landesregierung zunächst klargestellt, dass auch die Wochenmärkte unter die Allgemeinverfügung des Freistaats fielen. Daraufhin veranlasste die Stadtverwaltung die Schließung. Die Grünen im Dresdner Stadtrat kritisierten dieses rigorose Vorgehen, da Supermärkte ja ebenfalls öffnen dürften und ähnliche Sicherheitsmaßnahmen wie dort auch auf den Wochenmärkten ergriffen werden könnten. 

Die Stadtverwaltung selbst hatte in den vergangenen Tagen durchblicken lassen, dass sie mit dem Wochenmarkt-Verbot selbst nicht hundertprozentig einverstanden ist: „Fakt ist aber auch, dass viele Kleinbauern und Direktvermarkter davon hart getroffen sind, da sie ihre Waren nun nicht mehr vor Ort anbieten können", sagte Stadtsprecher Kai Schulz am Mittwoch. "Dies ist umso bedauerlicher, als dass in den großen Lebensmittel-Ketten in der Regel Obst und Gemüse angeboten wird, welches aus Italien, Frankreich oder Spanien kommt und damit in der jetzigen Situation durch halb Europa gefahren wird."

Die Verwaltung hatte schließlich angekündigt, nach Möglichkeiten zu suchen, um die Direktvermarkter zu unterstützen.

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