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Löbau

"Alles, was wir brauchten, wurde besorgt"

Dank der "Corona Hilfe Löbau" wird das Ehepaar Grywoda mit Lebensmitteln versorgt. Die Rentner freuen sich sehr über diese Unterstützung.

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Symbolbild © dpa/Tom Weller

Danuta und Peter Grywoda aus Löbau wussten nicht mehr, wie sie den Lebensmittel-Einkauf in Corona-Zeiten bewältigen sollten. "Meine Frau wurde vor einer Weile am Herzen operiert", erzählt der 67-Jährige. Er selbst habe einen doppelten Bandscheibenvorfall und ein Vorstadium von Asthma. Damit gehören die gebürtigen Polen, die seit 40 Jahren in Deutschland leben, zur Risikogruppe. 

Eine Infektion mit dem Virus wollen sie auf alle Fälle versuchen zu vermeiden. Der Einkauf sei aufgrund der Vorerkrankungen so oder so schon schwerer gefallen die letzte Zeit. Mit einem Schwung weg bekommt das Seniorenpaar den gesamten Wocheneinkauf nicht. Und jetzt in dieser doch eher unsicheren Zeit mehrfach in den Supermarkt zu gehen, trauten sich Grywodas nicht mehr richtig. "Kinder und Enkel leben in Polen. Verwandte oder Bekannte haben wir keine in der Stadt", sagt der Löbauer.

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Keine einmalige Sache

Tagelang überlegten die Eheleute, wie sie künftig alles schaffen sollen, ohne sich in unnötige Gefahr zu begeben. "Auf Facebook sah ich dann das Angebot der Corona Hilfe Löbau", erzählt der Rentner. Nein, so richtig glauben konnte er am Anfang nicht, dass da tatsächlich Ehrenamtliche ihre Kräfte bündeln und einfach so und ohne Gegenleistung wildfremden Menschen ihre Hilfe anbieten.

"Erst habe ich etwas gezögert, war mir unsicher, ob ich da wirklich anrufe", schildert Peter Grywoda. Dann habe er zu seiner Frau gesagt, dass es einen Versuch wert sei. "Wir leben in Löbau völlig allein, sind erst vor drei Jahren von Nordrhein-Westfalen hergezogen, um näher bei den Kindern sein zu können", sagt er. Die wohnen in Wroclaw (Breslau) und Legnica (Liegnitz) – durch die aktuell geschlossenen Grenzen besteht keine Möglichkeit, auf ihre Unterstützung zu hoffen.

Dann sei alles ganz schnell gegangen. Gleich nach dem Anruf bei der Corona-Hilfe kam die Unterstützung. "Wir haben einen Einkaufszettel abgegeben und alles, was wir brauchten, wurde für uns besorgt", erzählt Peter Grywoda. Zwei Packungen Milch, ein bisschen frisches Obst, Quark, Brot und Zahnpasta – Dinge die im Haushalt fehlten. Die Familie freut sich sehr über diese Solidarität.

"Wir sind sehr dankbar, dass wir diese wunderbare Organisation in Anspruch nehmen dürfen. Das sind gute Leute", sagt er. Das bleibt auch keine einmalige Sache. Grywodas wissen, dass sie die Unterstützung weiter in Anspruch nehmen können. Viele alte Leute wüssten von dieser Möglichkeit bisher noch nichts, vermutet der Rentner. Denn Internet haben nicht alle Senioren.

Mittlerweile hat die Corona-Hilfe Handzettel in der Stadt verteilt. Darauf sind Telefonnummern und Ansprechpartner abgedruckt. Die Aktion haben engagierte Einwohner zusammen mit dem CVJM Löbau ins Leben gerufen. Unterstützung gibt es nicht nur beim Lebensmittel-Einkauf, sondern auch für andere Besorgungen, wie den Gang zur Apotheke oder in die Drogerie.

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Ebenso haben die Ehrenamtlichen ein offenes Ohr am Telefon, wenn einsame, kranke, hilfsbedürftige oder ältere Menschen über ihre aktuellen Probleme im Zusammenhang mit der Corona-Krise sprechen möchten.

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