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Dresdner gründet Corona-Hilfe

Es gibt schon ein Beispiel für gelungene, uneigennützige Hilfe in der Stadt: Eine neu gegründete Facebook-Gruppe.

Hendrik M. Dietrich hatte die Idee zur Corona-Hilfe. Jetzt sucht er Mitstreiter.
Hendrik M. Dietrich hatte die Idee zur Corona-Hilfe. Jetzt sucht er Mitstreiter. © Foto: Rene Meinig

Dresden. Jetzt wird Hilfe organisiert. In den sozialen Medien gibt es seit Freitagmittag eine Organisation, die sich zur Aufgabe gemacht hat, Dresdner zu unterstützen, die wegen der Virusinfektion eingeschränkt sind. Sie sollen Alltagshilfe bekommen und müssen sich dazu nur bei dem Netzwerk melden. Dazu braucht die Gruppe jede Menge Unterstützung

Der Dresdner Hendrik M. Dietrich hat sie gegründet und noch am Donnerstag die Facebook-Seite dafür eingerichtet. "Bis jetzt sind 18 ausgewählte Freunde von mir in der Gruppe", sagte er am Freitagmittag. Diese ausgewählten Mitstreiter bat der Geschäftsmann, der in der Neustadt gemeinsam mit einem Kollegen das Geschenkegeschäft Catapult führt, erst einmal an der Definition der Gruppe mitzuarbeiten. Das Ergebnis: Das Corona Hilfswerk Dresden ist eine Initiative, die gegenseitige Untersützung bei Einkäufen, wichtigen Wegen und der Kinderbetreuung organisieren will. Gespräche, Hilfe bei der Tierpflege - auch solche Angebote will das CHD vermitteln.

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Hendrik M. Dietrich betont: "Das ist keine staatliche, kommunale oder behördliche Organisation", auch kein Geschäft und schon gar nicht politisch. "Wir sind parteiunabhängig und frei von staatlicher Unterstützung oder Einflussnahme." Das heißt, das einzige Ziel ist die Hilfe für Menschen, die etwa vorübergehend in Quarantäne leben müssen.

Dabei orientieren sich Dietrich und seine Mitstreiter zum Beispiel an den Erfahrungen vom sogenannten Jahrhunderthochwasser im Sommer 2002. Mittels der Facebook-Seite "Fluthilfe Dresden" organisierten damals Dresdner uneigennützig Unterstützung für Menschen, deren Wohnungen oder Häuser unbewohnbar geworden waren oder die aus anderen Gründen während des Hochwassers in Schwierigkeiten waren. Die Fluthelfer stapelten Sandsäcke, transportierten Möbel, halfen beim Aufräumen und erledigten Wege für Dresdner in Not. Schnell wurde das Netzwerk bundesweit bekannt und als Beispiel für uneigennützige Hilfe gefeiert.

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Das Angebot beschränkt Dietrich auf die Stadt Dresden. Gebraucht wurde es am Freitag noch nicht. Das CHD wurde "rein vorsorglich initiiert, um im Zweifelsfall aktions- und hilfsbereit zu sein", sagte der Initiator. "Besser man hat, als man hätte." Und er fügte hinzu:"Es wäre mir eigentlich auch ganz lieb, wenn diese Hilfe gar nicht gebraucht wird." Wichtig ist ihm, dass die Gruppe Hysterie oder Panikmache vermeidet. Letztlich ist ihmmöchten wir ausdrücklich vermeiden. Sofern kein Hilfsbedarf besteht oder sich die eventuell mögliche Pandemie in eine Endemie entwickelt, wird sich diese vorsorgliche Initiative zufrieden und glücklich in Dresdner Luft auflösen.

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