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Bleiben Schüler mit Corona-Angst daheim?

Weil Grundschulen Abstandsregeln nicht garantieren, ist die Schulpflicht ausgesetzt. Auch Lehrer können fernbleiben. So ist der Stand in Löbau-Zittau:

Auf den richtigen Abstand kommt es an: An der Grundschule Am Löbauer Berg kontrollieren das Schulleiterin Ortrun Kurth und Jens Drummer vom Landesamt für Schule und Bildung.
Auf den richtigen Abstand kommt es an: An der Grundschule Am Löbauer Berg kontrollieren das Schulleiterin Ortrun Kurth und Jens Drummer vom Landesamt für Schule und Bildung. © Matthias Weber/photoweber.de

Seit reichlich einer Woche sind die "Corona-Ferien" für die Grundschüler vorbei - sie gehen wieder in die Schule. Allerdings ist das keine Pflicht: Das Verwaltungsgericht in Leipzig hat zwei Eltern vorläufig Rechtschutz zugestanden, weil sie dem Hygienekonzept des Freistaates misstrauen. Wer also Angst vor einer Ansteckung seines Kindes und damit auch weiterer Familienmitglieder hat, muss es nicht in die Schule schicken. Soweit die Theorie - und wie sieht es in der Praxis im südlichen Landkreis Görlitz aus?

Eine genaue Zahl dazu hat das Landesamt für Schule und Bildung (Lasub) nicht parat. "Wir erfassen nur, wie viele Grundschüler in den Landkreisen Görlitz und Bautzen wieder zum Unterricht gekommen sind", sagt dessen Sprecher Jens Drummer und fügt hinzu: "und diese Zahl lag im Durchschnitt bei 95 Prozent." Ob die verbleibenden fünf Prozent nun aus Angst vor einer Infektion oder aus anderen gesundheitlichen Gründen dem neuerlichen Schulstart ferngeblieben sind, kann Drummer nicht sagen. Auch habe er nicht davon gehört, dass es Schulen gebe, die davon besonders betroffen seien.

Aufgaben gibt's dann weiter online

Und doch gibt es solche Fälle - wenn auch vereinzelt. "Ja, das ist bei uns vorgekommen, aber es betrifft noch nicht einmal ein Prozent der Fälle", sagt die Schulleiterin der Löbauer Grundschule "Am Löbauer Berg", Ortrun Kurth auf Nachfrage. Diese Kinder erhalten von den Lehrern auch weiterhin Lernaufgaben online, erklärt sie das Vorgehen. Da es sich aber um eine so geringe Zahl handele, sei das kein enormer Mehraufwand für die beiden Lehrerinnen, die das betreffe. So sieht es auch die Schulleiterin der Großhennersdorfer Grundschule, Anke Kaczmarek, wo es sich ebenfalls um  einen Einzelfall handele. "Alle anderen Kinder sind da und sind auch gern wiedergekommen", sagt sie. Auch an der Hirschfelder Grundschule und in Leutersdorf ergibt sich ein ähnliches Bild: In Einzelfällen werden Kinder weiter zu Hause betreut - ob aus einer eher allgemeinen Verunsicherung heraus oder, weil in der Familie Menschen mit höherem Risiko leben, bleibt Datenschutz.

Dass sich Kinder und Lehrer darüber freuen, wieder ein Stück mehr Normalität zurückerobern zu können, bestätigen die befragten Grundschulleiter im Kreis. Dafür dringend nötig: ausreichend Lehrer. Anders als anfangs geplant, hat der Freistaat nun nicht allen Pädagogen ab 60 freigestellt, ob sie das Risiko eingehen und zum Unterrichten erscheinen: "Für wen es aus gesundheitlichen Gründen nicht tragbar ist oder wer mit jemandem zusammenlebt, der zur Risikogruppe gehört, der muss dies per ärztlichem Attest belegen", erklärt Lasub-Sprecher Drummer.

Lehrer von Schulen abgeordnet

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Wie viele Lehrer deshalb nicht Dienst tun können, kann Drummer nicht beziffern. Es gebe aber die Möglichkeit, Kollegen von anderen Schulen abzuordnen und das sei auch bereits geschehen. "Die Personaldecke ist dünn, aber es hält", sagt der Landesamts-Sprecher. Anke Kaczmarek und Ortrun Kurth sind jedenfalls froh, dass sie mit den Kollegen an ihrer Schule auskommen. Da jede Kindergruppe nur mit wenigen Pädagogen Kontakt haben soll, um das Infektionsrisiko zu minimieren, ist vieles eine logistische Herausforderung, denn die Lehrer müssen die Klassen ja stetig beaufsichtigen, sie gegebenenfalls in die versetzten Pausen führen. Sich selbst mal einen Kaffee zu organisieren - oder die Toilette aufzusuchen, wird da schon zur Herausforderung.

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