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Kein Normalbetrieb bis zu den Sommerferien

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz dämpft die Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr zur Normalität. Bis Ende Juli wird es keinen regulären Unterricht geben.

Die Schüler sollen Abstand halten. Stühle und Tische müssen im richtigen Abstand zueinander aufgestellt werden.
Die Schüler sollen Abstand halten. Stühle und Tische müssen im richtigen Abstand zueinander aufgestellt werden. © dpa

Dresden. Sachsens Schüler werden in diesem Schuljahr wohl nicht mehr in ihr gewohntes Schulumfeld zurückkehren können. „Von einem klassischen Normalbetrieb werden wir bis zu den Sommerferien weit entfernt sein“, sagte Kultusminister Christian Piwarz (CDU) im Podcast von Sächsische.de.

Das Ministerium arbeite derzeit an einem Plan, wie es bis zum Ende des Schuljahres weitergehen kann. Es werde keinen regulären Unterricht mehr geben. Möglich sei gestaffelter Unterricht, bei dem sich Präsenzphasen in der Schule mit einer Lernzeit zu Hause abwechseln könnten. Der Lehrplan werde nicht mehr zu erfüllen sein. „Wir müssen improvisieren und uns auf bestimmte Dinge konzentrieren.“ Die Diskussion über eine mögliche Verkürzung der Sommerferien hält der Minister allerdings für verfrüht. „Auch die Schülerinnen und Schüler haben ein Recht auf Erholung.“

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Ab 4. Mai kämen die Schüler der Vorabschlussklassen und die Viertklässler für einen Schulbesuch infrage. Das hatte die Bundeskanzlerin in der vergangenen Woche in einer Telefonkonferenz mit den Länderchefs beschlossen. Ob es dazu kommen wird, ist in Sachsen noch nicht beschlossen, teilt das Kultusministerium mit.

Notbetreuung für Alleinerziehende gefordert

Ziel sei es auch, die Kitas schrittweise wieder zu öffnen. „Für ist es keine Option, die Einrichtungen bis zum Beginn der Sommerferien im Juli geschlossen zu lassen“, sagte Piwarz. „Aber gerade dort ist der Infektionsschutz schwierig.“ Denkbar wären etwa Teilöffnungen oder eine stundenweise Betreuung der Kinder. Ein Vorbild könnte auch die Tagespflege sein, wo nur wenige Kinder in nicht wechselnden Gruppen betreut werden.

Sachsens SPD und Grüne wollen, dass die Notbetreuung in einem nächsten Schritt auf berufstätige Alleinerziehende ausgeweitet wird. Diese Entscheidung könne nur im Krisenstab getroffen werden,  heißt es aus dem Kultusministerium. Das müsse mit Blick auf das Pandemiegeschehen und den Infektionsschutz sorgfältig abgewogen werden.

Ob, wann und in welchem Umfang die Kitas wieder ans Netz gehen, hänge vom weiteren Infektionsgeschehen ab und davon, „wie viel wir über das Virus und dessen Ausbreitung wissen“, so der Minister. Er halte das „vorsichtige, schrittweise Gehen“ für richtig. Der Wunsch sei, „so schnell wie möglich wieder zu einer kontrollierten Normalität“ zurückzukehren. Eine Situation wie vor Corona sei realistisch erst möglich, wenn es einen Impfstoff und Medikamente gebe.

Einschränkungen bis ins nächste Schuljahr

Auch der Deutsche Lehrerverband rechnet auf lange Sicht nicht mit normalen Verhältnissen. "Wenn Schätzungen der Gesundheitsexperten richtig sind, dass es noch ein Jahr dauern könnte, dann müssen wir uns auch mindestens ein Jahr an den Schulen auf erhebliche Einschränkungen einstellen, also weit bis ins nächste Schuljahr hinein", sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger.

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Wenn in den nächsten Wochen mehr Schüler zurückkehrten, müsse man halbierten Unterricht machen, vielleicht sogar weniger, sagte Meidinger. "Dann muss Homeschooling noch über viele Wochen und Monate begleitend stattfinden." Der Lehrerverbandspräsident forderte ein Konzept zur Förderung von Schülern, die nicht im "Homeschooling" erreicht werden, damit diese nicht abgehängt würden. Auch über Kürzungen in den Lehrplänen muss seiner Ansicht nach gesprochen werden. (mit dpa)

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