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Zittau

Corona: Klima-Aktivisten streiken im Netz

Die Mitglieder von "Fridays for Future" protestieren weiter. Doch dieses Mal vor allem online - und aus Angst oft anonym. So lief der Freitag im Landkreis Görlitz.

Auf der Bautzner Straße in Zittau hat die Ortsgruppe von "Fridays for Future" mit Kreide ihre Botschaft sichtbar gemacht: Den Aufruf zum Netzstreik fürs Klima.
Auf der Bautzner Straße in Zittau hat die Ortsgruppe von "Fridays for Future" mit Kreide ihre Botschaft sichtbar gemacht: Den Aufruf zum Netzstreik fürs Klima. © Ortsgruppe "Fridays for Future"

Ein sichtbares Zeichen haben die Aktivisten von "Fridays for Future" auf der Bautzner Straße in Zittau hinterlassen. Und dem Aufruf zum Netzstreik fürs Klima diesen Freitag sind auch einige gefolgt: Von den bundesweit rund 52.000 Menschen haben sich 95 aus dem Landkreis Görlitz online beteiligt, davon 44 aus Löbau-Zittau (Stand 16 Uhr). Viele anonym, manche mit hochgeladenen, selbst gemalten Bildern. So schrieb ein Olbersdorfer beispielweise: "Für die Coronakrise ist Geld da. Warum nicht auch für die Klimakrise?"

Der Livestream auf Youtube hatte zwischenzeitlich 15.000 aktive Zuschauer und wird auch nach Stream-Ende auf dem Kanal von "Fridays for Future Deutschland" abrufbar bleiben. Dabei sind unter anderem bekannte Gesichter der Klimabewegung wie Erik Marquardt, aber auch Gesichter wie der Politik-Youtuber Tilo Jung und Sängerin Lena Meyer Landrut.

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Dass die Zahlen im Landkreis Görlitz überschaubar ausfallen, dafür hat Alexander Hilse von der Zittauer Ortsgruppe mehrere Gründe. "Wir sind davon überzeugt, dass die Coronakrise die Menschen momentan schlicht mehr beschäftigt, da sie noch unmittelbarer unser Leben bestimmt als es der Klimawandel schon tut", schreibt er. Zudem würden die meisten Leute sich nur ungern mit zwei Krisen zur selben Zeit beschäftigen. Und letztlich sei auch die bundesweite Organisation von "Friday for Future" um einiges kurzfristiger als zu anderen länderübergreifenden Demos gewesen. "Da das Format Netzstreik auch für uns etwas völlig Neues ist", so Alexander Hilse.

Die Entscheidung der anonymen Beteiligung hält er für legitim. "Der Hass gegen die Bewegung und ihre Anhänger hat bereits extreme Züge angenommen", berichtet der Zittauer. Es sei bereits mehrfach vorgekommen, dass rechtsextreme Gruppierungen persönliche Daten von Klimaaktivisten gesammelt und gehandelt hätten. Zum Schutz der Teilnehmer machen bereits viele Ortsgruppen Gesichter von Fridays-for-Future-Demonstranten unkenntlich. "Es wäre viel kritischer, wenn wir zur Teilnahme persönliche Daten verlangen und freigeben würden", meint Alexander Hilse. 

Symbolisch: Die Politiker stehen zwischen Klimaschutz sowie Auto- und Kohlelobby.
Symbolisch: Die Politiker stehen zwischen Klimaschutz sowie Auto- und Kohlelobby. © Ortsgruppe "Fridays for Future"

Die Aktivisten haben den Streik ins Internet verlegt, um damit die Ausbreitung des Coronavirus zu reduzieren und Gesundheitssysteme zu schützen. "Wir wissen, dass insbesondere ältere Menschen gefährdet sind und möchten auch diese explizit schützen", heißt es auf der Internetseite. Andererseits soll trotz Corona die Klimakrise nicht in den Hintergrund geraten. Ihr müsse ebenso mit dem notwendigen politischen Willen begegnet werden, schreiben die Aktivisten. "Die Klimakrise bedroht unsere Zukunft." Deswegen gehe der Protest weiter – ohne Menschenmassen, stattdessen digital und im Netz.

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