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Corona kommt über die Nase

Während im Kreis Meißen die Zahlen stagnieren, gibt es interessante Erkenntnisse aus der Uni-Klinik in Dresden.

Forschungen in Rostock und Dresden sollen klären, wie das Corona-Virus offenbar über Nervenzellen direkt bis ins menschliche Gehirn vordringen kann.
Forschungen in Rostock und Dresden sollen klären, wie das Corona-Virus offenbar über Nervenzellen direkt bis ins menschliche Gehirn vordringen kann. © dpa

Meißen. Im Landkreis Meißen gibt es nach wie vor 242 mit dem SARS-CoV-2-Virus infizierte Personen. Dies teilt die Pressestelle des Landratsamtes am Freitag mit. Auch die anderen Kennzahlen seien im Vergleich zum Stand vom Donnerstag gleichgeblieben. Elf Kontaktpersonen von positiven Fällen und ein Reiserückkehrer befinden sich in behördlich angeordneter Quarantäne. Die Zahl der Verstorbenen ist unverändert.

Unterdessen gibt es aus Dresden aktuelle Erkenntnisse, wie Corona-Viren ins menschliche Gehirn gelangen. Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Technischen Universität Dresden untersuchen gemeinsam mit Kollegen aus Zürich und Rostock, welche Schäden das Sars-CoV2-Virus an der Riechschleimhaut des Menschen anrichtet. Ähnlich wie Masern- oder Polio-Viren nutzt Corona offenbar den Weg über die Nase, um dort für entzündliche Veränderungen in neuronalen Strukturen zu sorgen. Das Virus umgeht damit die Blut-Hirn-Schranke, die das menschliche Gehirn vor Schadstoffen und Krankheitserregern schützen soll. Die Schäden für die Patienten sind dramatisch und in vielen Fällen auch irreversibel.

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 „Damit ist zum ersten Mal der Nachweis dessen erbracht, was wir aufgrund des von vielen Patienten berichteten Verlustes ihres Geruchssinns vermutet haben. Das Corona-Virus greift die Zellen des Riechepithels an. Betroffen sind davon aber nicht, wie ursprünglich angenommen, nur die Stützzellen, sondern auch die Riechzellen selbst, die als Nervenzellen direkt ins Gehirn führen“, erklärt Professor Thomas Hummel von der Medizinischen Fakultät Dresden, der die Züricher Einzelfallbeobachtungen von sächsischer Seite begleitet hat.

Welchen Weg das Virus dabei genau nimmt und ob neben dem Riechepithel auch der Riechkolben betroffen ist, wollen nun Prof. Thomas Hummel und Prof. Martin Witt, Anatom der Universitätsmedizin Rostock, herausfinden. 

Mittlerweile gibt es zahlreiche Studien und Fallberichte, die die neurologischen Begleiterscheinungen bei Covid-19-Patienten beschreiben. Neben Geruchs- und Geschmacksstörungen ist auch wiederholt von diffusen Hirnschädigungen und Entzündungen des Gehirns bzw. Rückenmarks die Rede. (SZ)

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