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Klinik-Besucher ignorieren Hygiene-Regeln

Wegen Corona: Gerade noch als Helden gefeiert, bekommen Krankenschwestern und Pfleger in Ebersbach und Zittau jetzt oft böse Kommentare.

Die Kliniken in Ebersbach (im Bild) und Zittau sind wieder für Besucher offen - aber mit Einschränkungen.
Die Kliniken in Ebersbach (im Bild) und Zittau sind wieder für Besucher offen - aber mit Einschränkungen. © Archivfoto: Rafael Sampedro

Vermehrt müssen sich Pfleger und Krankenschwestern in den hiesigen Kliniken unsachliche und teils sogar aggressive Kommentare von Besuchern anhören. 

Immer häufiger würden Besucher die Hygieneregeln missachten, berichtet Jana-Cordelia Petzold, Sprecherin der Krankenhäuser in Ebersbach und Zittau. Die Akzeptanz der Vorschriften lasse deutlich nach. Vor allem das Pflegepersonal sei vermehrt in unschöne Diskussionen verwickelt. Das stimme traurig und lasse von einer Wertschätzung der Bevölkerung gegenüber diesen Menschen wenig spüren, so die Kliniksprecherin. "Und dabei wurde die Berufsgruppe vor Kurzem noch als Helden bezeichnet." 

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Nach wie vor gibt es Einschränkungen beim Besucherverkehr, teilt Frau Petzold mit. Die Krankenhäuser haben ein eigenes Hygienekonzept. Demnach ist pro Patient nur ein Besucher erlaubt - und das zeitlich begrenzt. Besucher müssen sich in eine Liste eintragen, damit Infektionsketten nachverfolgt werden können. Bei Kindern gibt es eine Ausnahme: Hier sind mehrere Besucher aus dem Haushalt des Kindes gestattet. Besucher müssen sich an die Hygieneregeln halten: einen Mund-Nasen-Schutz tragen, Hände desinfizieren, Abstand halten. Daran wollen sich nicht alle Besucher halten. "Das ist aber nach wie vor wichtig, um die Patienten, Angehörige und Familien, und natürlich auch unsere eigenen Mitarbeiter zu schützen", so Jana-Cordelia Petzold. 

Die aktuelle Entwicklung sieht man in den Kliniken im Südkreis mit Sorge. Nach etlichen Wochen ohne Neu-Infektionen steigt die Zahl der positiv auf das Corona-Virus getesteten aktuell im Landkreis wieder. "Wir sind weiter auf mögliche Erkrankte vorbereitet", teilt Sprecherin Jana-Cordelia Petzold auf Nachfrage mit. 

Die Hygiene-Kommissionen beraten weiterhin regelmäßig mit der Geschäftsführung über die aktuelle Lage. Es werde darauf geachtet, das immer ausreichend Schutzkleidung am Lager ist und Betten auf speziell vorbereiteten Stationen werden für mögliche Corona-Patienten freigehalten, erläutert Frau Petzold die Vorkehrungen. 

Dem Klinikum hat Corona derweil Einbußen verursacht. Denn nicht lebensnotwendige Untersuchungen und Operationen wurden seit dem Frühjahr verschoben und Bettenkapazitäten freigehalten. Demgegenüber stehen hohe Ausgaben, zum Beispiel für Schutzausrüstung. Wie sich das auf das gesamte Jahr auswirken wird, ist derzeit noch schwer abzuschätzen, so Frau Petzold.  Ein Teil der Kosten könne aufgefangen werden: Die Bundesregierung hatte ein entsprechendes Gesetz zu Ausgleichszahlungen verabschiedet, dass Pauschalen vergütet. "Die realen Verluste werden dadurch aber nicht vollumfänglich kompensiert."  

Bis auf Weiteres müssen auch die beliebten Patientenveranstaltungen zu den verschiedenen Fachthemen ausfallen. Eine weitere Einschränkung:  Die Kantine kann noch nicht wieder für externe Besucher geöffnet werden. 

Der Beitrag wurde am 13.8. geändert. In einer früheren Version stand, dass die Kantine nur für Patienten geöffnet sei. Das stimmt nicht, lediglich Mitarbeiter haben Zugang. Wir bitten, das Missverständnis zu entschuldigen. 

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