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Corona: Liberec setzt auf eigene Masken

Weil der Kauf auf Dauer zu teuer ist und Tschechien mit der Lieferung von Schutzmitteln nicht hinterher kommt, handelt die Region selbst. Mit Erfolg.

Von Petra Laurin
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So sieht die Atemschutzmaske der Klasse FFP2 aus.
So sieht die Atemschutzmaske der Klasse FFP2 aus. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Die Region Liberec hat innerhalb von vier Tagen 44.000 Atemschutz-Masken und 20.000 Liter Desinfektion für das Gesundheitswesen und jene, die in der ersten Linie in Kontakt mit dem Coronavirus kommen, hergestellt. "Wir arbeiten nun daran, aus der jetzigen Manufaktur möglichst eine Fabrik zu machen, die in nächsten Wochen die Lieferungen für die Region sicherstellt", teilt Bezirkshauptmann Martin Puta mit.

"Die überteuerten Masken können wir nicht endlos einkaufen", erklärt er. An dem Vorhaben beteiligt sich die Technische Universität (TU) Liberec und die Gesellschaft Elmarco. Sie stellen das Nanomaterial für die Atemschutz-Masken her, deren Eigenschaften den Beatmungsgeräten der Klasse FFP2 entsprechen.

Aus dem Nanomaterial wird ein Filter in der Größe 15 mal 20 Zentimeter hergestellt, der in eine Textilmaske eingelegt wird. Diese nähen Freiwillige und Mitarbeiter in Firmen. Die Masken lassen sich waschen, sterilisieren und mehrmals verwenden. "Die Herstellung wird von der Region organisiert und voll finanziert", so Martin Puta.

Die Universität allein kann täglich Material für 6.000 Masken produzieren. "Wenn wir anstatt Masken nur Filter herstellen werden, reicht die Menge für drei Mal so viel Schutzmittel", sagt Uni-Sprecher Radek Pirkl. Die Universität eröffnete auch eine Online-Plattform, wo alle Informationen zur Produktion zu finden sind. "Sie soll als eine Börse für weitere Firmen dienen, die bei der Initiative mitmachen möchten", erklärte der Leiter des Fachbereichs Chemie, Josef Sedlbauer.

Erst in den vergangenen Stunden verbesserte sich laut dem Hauptmann die Lieferung von Schutzmitteln durch das tschechische Innenministerium. "Für jeden Bewohner kann ich diese nicht versprechen, das wäre gelogen", sagt Martin Puta.

In Tschechien ist die Zahl der mit dem Covid-19-Erreger infizierten Menschen am Montag bis Mitternacht auf 1.287 gestiegen, sieben Personen gelten als geheilt, zwei Patienten sind verstorben. Die Region Liberec hat inzwischen 13 Infizierte und nur ein Testlabor in der Stadt. "Wir kämpfen, dass die Anzahl der Kranken nicht zu rasch steigt und dass wir schaffen, die Erkranken zu versorgen", so der Hauptmann.

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