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Literaturfest von SPD gekapert?

Eine eigentlich positive Idee sorgt in Meißen für eine heftige Kontroverse.

Statt unter freiem Himmel zu lesen, nehmen Autoren jetzt auf Anregung des Landtagsabgeordneten Frank Richter an einem Online-Lesefest teil. Um die Initiative hat sich eine Debatte entsponnen.
Statt unter freiem Himmel zu lesen, nehmen Autoren jetzt auf Anregung des Landtagsabgeordneten Frank Richter an einem Online-Lesefest teil. Um die Initiative hat sich eine Debatte entsponnen. © Claudia Hübschmann

Meißen. Die Meldung ist kurz, aber löst eine aufgeregte Debatte aus. Die Sächsische Zeitung hatte jetzt von einer Initiative des Meißner SPD-Ortsvereins berichtet, mit einem Meißner Literaturfest online eine Alternative zu der abgesagten Großveranstaltung zu schaffen.

Beim Vorsitzenden der Großfraktion im Meißner Stadtrat, Martin Bahrmann, stößt das auf Unbehagen. Dürften die Sozialdemokraten und der für die SPD im Landtag sitzende Bürgerrechtler Frank Richter das überparteiliche Literaturfest - inklusive des Markennamens - einfach so kapern, fragt der Liberale auf seiner Facebook-Seite. Er finde dies interessant, aber nicht verwunderlich. "Was sagen denn all die anderen ehrenamtlichen und nicht SPD gebundenen Vorleser aus Meißen dazu", merkt der FDP-Politiker an.

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Unverständlich ist diese Aufregung für den früheren Meißner SPD-Stadtrat Matthias Rost. Bahrmann könne "doch auch gern als Vorleser mitwirken", argumentiert er. Dieses Online-Literaturfest sei lediglich von Frank Richter mit organisiert. 

Eine ähnliche Position vertritt der langjährige Literaturfest-Organisator Daniel Bahrmann. Er schreibt, bei dem Meißener Literaturfest handele es sich um einen Programmpartner des Literaturfestes Meißen. Die Internet-Variante biete Lesungen in der Coronazeit im Netz an. Er und der Kulturverein hätten in den letzten Wochen ein solch gutes Angebot nicht erarbeiten können. Daher sei er sehr froh über die Lesungen mit Autoren und Prominenten beim Meißener Literaturfest online. Er verstehe nicht, was es "da schon wieder zu meckern gibt", so der Künstler. Machen statt meckern, empfiehlt er.

Widerspruch kommt von der Meißner CDU-Landtagsabgeordneten Daniela Kuge. Ihr stellten sich spontan zwei Fragen: Wenn jemand so eine Idee habe, warum könne man daraus nicht ein Gemeinschaftsprojekt machen? Zudem kritisiert sie die Spendenbitte. Youtube und Facebookvideos sind der Christdemokratin zufolge kostenlos einstellbar und den Rest könne der Abgeordnete sicher selbst finanzieren, argumentiert Daniela Kuge.

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