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Der erste Corona-Fall in Löbau-Zittau

Eine Oppacherin hat sich angesteckt. Ihr Umgang damit ist außergewöhnlich.

Von Markus van Appeldorn
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In Oppach wurde nun der erste Fall einer Corona-Infektion bekannt.
In Oppach wurde nun der erste Fall einer Corona-Infektion bekannt. © dpa

Die Corona-Pandemie breitet sich auch im Südkreis langsam aus. Aktuell meldet das Landratsamt Görlitz neun infizierte Personen. In ganz Sachsen waren es mit Stand vom Dienstag 247 Corona-Virus-Fälle. Der jüngste Fall im Landkreis betrifft eine Frau aus Oppach.

Oppachs Bürgermeisterin Sylvia Hölzel (parteilos) erfuhr es am Montagnachmittag aus erster Hand: "Die Einwohnerin hat mich persönlich informiert, dass sie mit dem Corona-Virus infiziert sei", sagt die Bürgermeisterin auf SZ-Anfrage. Am Dienstagmorgen habe sie auch die offizielle Mitteilung vom Gesundheitsamt über den ersten Corona-Fall in ihrer Gemeinde erhalten.

Patientin in häuslicher Isolation

Nach Auskunft der Bürgermeisterin befinde sich die Frau nicht in einer Klinik, sondern in häuslicher Quarantäne. Auch die Kontaktpersonen der Frau würden nun kontaktiert und auf eine Infektion hin untersucht. Wo sich die Oppacherin infiziert haben könnte oder ob sie in jüngster Zeit aus einem Risikogebiet eingereist ist, konnte die Bürgermeisterin nicht sagen. Nach Auskunft des Landratsamtes auf SZ-Anfrage war die Infektion nach einem Abstrich bei einem niedergelassenen Arzt festgestellt worden.

Die Frau wohne in Oppach, arbeite aber in einem anderen Ort. Bürgermeisterin Sylvia Hölzel ist beeindruckt, dass die Patientin ihr die Infektion persönlich mitgeteilt hat. "Das war sehr umsichtig", sagt sie und wertet das als Beweis eines vertrauensvollen Umgangs in der Gemeinde. Wegen der Infektion habe sie bislang keine über das ohnehin aktuelle Maß hinausgehende Sicherheitsvorkehrungen in Oppach einleiten müssen.

Neben den neun Infektionsfällen gibt es im Landkreis nach Auskunft des Gesundheitsamtes mit Stand vom Dienstag 48 sogenannte "begründete Verdachtsfälle". Um einen meldepflichtigen „begründeten Verdachtsfall“ handelt es sich laut Robert-Koch-Institut (RKI), wenn die Person Kontakt zu einem bestätigten Fall hatte oder innerhalb der letzten 14 Tage in einem vom RKI genannten Risikogebiet gewesen ist und Symptome wie Fieber, Heiserkeit, Husten oder Atemnot aufweist.

Der erste Fall brachte den Virus aus Südtirol mit

Den ersten Fall hatte der Landkreis am 9. März registriert. Damals war ein Mann "im Stadtgebiet Görlitz", wie es in der amtlichen Mitteilung hieß, positiv auf den Coronavirus getestet worden. Der Erkrankte und seine Partnerin seien am Wochenende zuvor aus dem Risikogebiet Südtirol zurückgekehrt, wo sie mit einer kleinen, privaten Reisegruppe unterwegs gewesen seien. Demnach hatte der Mann bereits bei der Rückkehr leichte Erkältungssymptome und daraufhin telefonisch Kontakt zu seinem Hausarzt gesucht. Dieser veranlasste einen Abstrich, welcher sich bestätigte. Bereits im Vorfeld meldete sich das Paar laut angaben des Landratsamtes über die Bürgerhotline beim Gesundheitsamt des Landkreises Görlitz. Der Mann wurden in häusliche Quarantäne genommen, ebenso wie seine Partnerin vorsorglich in häusliche Isolation versetzt wurde.

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