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Fünftklässler schreiben Corona-Märchen

Görlitzer Gymnasiasten bekommen im Homeschooling eine besondere Aufgabe. Das Ergebnis liegt jetzt als Buch vor. Doch dafür ist Hilfe nötig.

Lucien, Albert, Laura, Eleni, Elisa und Antonia (vlnr) sind einige der Schüler, deren Hausaufgaben im Corona-Märchenbuch erscheinen.
Lucien, Albert, Laura, Eleni, Elisa und Antonia (vlnr) sind einige der Schüler, deren Hausaufgaben im Corona-Märchenbuch erscheinen. © Nikolai Schmidt

Lucien, Albert, Eleni und die anderen Kinder sind stolz darauf, dass es bald ein Buch mit ihren Geschichten geben soll. Ein Buch mit Märchen aus moderner Zeit - entstanden während der Corona-Pandemie.

Geschrieben haben sie die Mädchen und Jungen der Klasse 5a des Görlitzer Augustum-Annen-Gymnasiums, als die Schulen geschlossen waren und die Kinder wegen Corona zu Hause lernten. Deutschlehrerin Gudrun Mewes stellte ihnen eine Aufgabe: Die Kinder sollten selbst ein Märchen schreiben, in dem das Coronavirus eine Rolle spielt. 

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Auch das Krokodil namens Corona kommt in dem Märchenbuch vor.
Auch das Krokodil namens Corona kommt in dem Märchenbuch vor. ©  Foto: Gabriela Lachnit

Zu schade nur für den Deutsch-Hefter

Die Schüler ließen ihrer Fantasie freien Lauf. Für Laura war das kein Problem, sie schreibt öfter Geschichten. Jette stöhnte zunächst über diese weitere Aufgabe. "Ich fand es dann doch spannend, weil ich sowas nicht jeden Tag mache", erklärt sie. Für Antonia war es eine schwierige Aufgabe. Sie übte sich zunächst in der Familie mit dem Geschichten erzählen und löste dann die Hausaufgabe. 

Aktuelle Stichworte wie Covid 19, Ausgangssperre, Quarantäne, Maskenpflicht, Kontaktverbot, Desinfektionsmittel, Hamsterkäufe von Klopapier und Lebensmitteln und weitere flossen ein.  Entstanden sind Werke, die Gudrun Mewes sehr beeindrucken. "Corona legt 2020 die Welt lahm. Wer denkt, diese globale Krise würde an den Kindern spurlos vorbeigehen, der irrt", sagt die Lehrerin. Sie stellte sich die Frage, wie die aktuellen Ereignisse wohl auf die Kinder wirken. 

Die Aufgabe, ein Corona-Märchen zu schreiben, sollte für die Schüler eine Möglichkeit sein, sich Gedanken zu machen, "vielleicht auch, sich Ängste von der Seele zu schreiben", erklärt sie. Das Genre Märchen habe sie dafür gewählt, weil es  gerade im Lernstoff behandelt worden war. Andererseits sei es kindgerecht und endet trotz Düsternis mit Hoffnung - so, wie wir uns das im realen Leben wünschen.

"Die fantasievollen Märchen sind Zeitzeugnisse des Jahres 2020", sagt Gudrun Mewes. Damit diese nicht im Deutsch-Hefter der Schüler in Vergessenheit geraten, ist aus einer Hausaufgabe ein gebundenes Märchenbuch für kleine und große Leser geworden. Unterstützung gab Frau Mewes Tochter Philomena Faulhaber, die für die Illustrationen und das Layout des Buches sorgte.

Ansicht des Probeexemplars.
Ansicht des Probeexemplars. ©  Foto: Gabriela Lachnit

Finanzierung über Crowdfunding

Die Lehrerin sei überrascht gewesen, wie viele aktuelle Informationen die Schüler in ihre Märchen einfließen ließen. Das sei schließlich das wichtigste Kriterium für die Auswahl gewesen, erklärt die Lehrerin. Manche Kinder seien traurig, dass für ihr Märchen kein Platz im Buch ist, andere Märchen fehlen, weil das Eltern so wollten. 

Zunächst fünf Probeexemplare hat Gudrun Mewes auf eigene Kosten herstellen lassen.  400 bis 500 Exemplare werden gedruckt, die in Görlitz und darüber hinaus vertrieben werden. Für die Finanzierung gibt es demnächst ein Crowdfunding im Internet. Mit dieser Geldsammlung sollen Herstellung und Versand finanziert werden. Geld geht auch an die  Autoren sowie eine Spende an "Ärzte ohne Grenzen". Das haben Schüler und Lehrerin gemeinsam beschlossen.

Über den Start der Crowdfunding-Aktion wird rechtzeitig informiert. 

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