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Corona: Mehr Arbeitslose in Dresden

Auch wenn die Infektionszahlen in der Stadt aktuell niedrig sind, der Arbeitsmarkt bleibt angespannt. Die wichtigsten Zahlen zum "Corona-Effekt".

Die Zahl der Arbeitslosen in Dresden ist erneut gestiegen.
Die Zahl der Arbeitslosen in Dresden ist erneut gestiegen. © Symbolbild: dpa

Dresden. Die Corona-Krise hinterlässt deutliche Spuren in Dresden. Die Zahl der Arbeitslosen in der Stadt ist erneut gestiegen. Mit genau 19.254 waren 828 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als im April, so Sprecherin Grit Löst. 

Im Vergleich zum Mai 2019 waren es 2.378 Arbeitslose mehr. Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum April um 0,2 Prozent auf 6,4 Prozent gestiegen. Im Mai 2019 lag diese Quote noch bei 5,7 Prozent. 

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"Der Mai ist üblicherweise ein Monat, in dem die Arbeitslosenzahlen sinken, jedoch erfolgte erneut ein Anstieg der Zahl der Arbeitslosen. Dieser fiel aber nicht so dramatisch wie im letzten Monat aus", erklärt Jan Pratzka, Chef der Dresdner Arbeitsagentur. Betrachtet man die Entwicklung des Dresdner Arbeitsmarktes, wird ein Corona-Effekt deutlich. Mehr Menschen rutschten in die Arbeitslosigkeit und rund 28 Prozent weniger Männer und Frauen nahmen wieder einen Job auf als sonst. 

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Außerdem begannen wegen der noch geltenden Kontaktbeschränkungen deutlich weniger Maßnahmen, die sonst zur Entlastung des Arbeitsmarktes beitragen würden. "Zudem ist die Arbeitskräftenachfrage regelrecht eingebrochen. Obwohl in diesem Monat ein leichter Anstieg im Vergleich zum Vormonat zu verzeichnen war, liegt die Nachfrage knapp 44 Prozent niedriger als im Mai letzten Jahres", so Pratzka. Da sich die bereits vor der Corona-Krise vorhandene starke Nachfrage nach Fachkräften schon bald wieder verschärfen werde, bittet der Arbeitsagentur-Chef die Unternehmen, aber auch die Schulabgänger, sich für und um Azubi-Stellen zu engagieren.

"Erfreulich ist die hohe Inanspruchnahme von Kurzarbeit, denn jeder Kurzarbeiter ist ein potenzieller Arbeitsloser weniger. Auch wenn Kurzarbeit in nie dagewesenen Umfang gemeldet wurde, wird sich erst in der Zukunft zeigen, wie hoch die Inanspruchnahme war, denn mit der Abrechnung haben die Betriebe bis zu drei Monaten Zeit", so Pratzka. Fast 60.000 Dresdner waren in der Coronazeit in Kurzarbeit. Für den Mai sei aber ein  Rückgang bei den Anzeigen zur Kurzarbeit zu verzeichnen.

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Die Mehrheit der arbeitslosen Männer und Frauen in Dresden sind länger als ein Jahr arbeitlos und werden vom Jobcenter Dresden betreut. Im Mai wurden 12.262 Arbeitslose im Jobcenter betreut, 460 Männer und Frauen mehr als im Vormonat und 291 mehr als noch vor einem Jahr. 

Einen Anstieg gab es auch bei den jugendlichen Arbeitslosen unter 25 Jahren. Hier ist die Zahl von 1.807 auf  1.913  angestiegen. Damit sind insgesamt 106 Jugendliche mehr arbeitslos gemeldet als noch im vergangenen Monat und 436 mehr als im gleichen Monat des Vorjahres.  

Ebenfalls gestiegen ist die Zahl der über 50-jährigen Arbeitslosen. Aktuell sind 5.567 über 50-Jährige arbeitslos gemeldet, das sind 91 mehr als im April und 263 Menschen mehr als im Mai des vergangenen Jahres. Bei der Zahl der Langzeitarbeitslosen ist ebenfalls ein Anstieg zu verzeichnen, so Sprecherin Grit Löst. Im Mai erhöhte sich die Zahl der Männer und Frauen, die ein Jahr oder länger arbeitslos sind, um 186 auf 5.393. Das sind 30 mehr als noch im Vorjahresmonat.

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