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Meißen

Geschäfte in Meißen wieder offen

Vom Baumarkt bis zur Parfümerie - die Inhaber in Meißen freuen sich, dass sie wieder Kunden empfangen dürfen. Aber vieles ist dabei noch unklar.

Gaby Hähnel, Inhaberin der Parfümerie Novita in der Meißener Elbstraße, freut sich, ab Montag nach vier Wochen erzwungener Schließzeit wieder öffnen zu können.
Gaby Hähnel, Inhaberin der Parfümerie Novita in der Meißener Elbstraße, freut sich, ab Montag nach vier Wochen erzwungener Schließzeit wieder öffnen zu können. © Claudia Hübschmann

Meißen. Gaby Hähnel strahlt: "Ich freue mich, dass wir am kommenden Montag wieder aufmachen können." Die Inhaberin der Parfümerie "Novita" in der Elbstraße, kurz vor dem Markt, hat wie so viele andere in der Stadt seit dem 19. März ihr Geschäft aufgrund der Corona-Epidemie geschlossen lassen müssen. Man müsse abwarten, ob die Leute trotzdem in die Stadt kämen, wenn die Cafés und Gaststätten in der Stadt noch geschlossen bleiben müssen. Unklar sei ebenfalls noch, ob das Personal beim Verkaufsgespräch Mundschutz und oder Handschuhe tragen müsse. Auch wie ihre beiden Mitarbeiterinnen aus der Kurzarbeit zu holen seien, weiß sie nicht. "Unklar ist außerdem, ob wir auch unsere Kosmetikbehandlungen schon wieder durchführen dürfen."

Dass die Detailfragen zur Öffnung der Geschäfte geklärt werden, treibt auch Marko Fritzsche, den Leiter der MediMax-Filale in den Neumarkt-Arkaden um. Sein Geschäft habe 1.200 Quadratmeter Verkaufsfläche, zugelassen sind aber nur 800. Kann er, wie es in Thüringen möglich ist, einfach 400 Quadratmeter absperren, oder ist das in Sachsen nicht erlaubt? "Selbst, wenn wir öffnen dürften, wird es mit Montag knapp, denn ich müsste die Kollegen aus der Kurzarbeit zurück holen." Unklar ist zudem, ob MediMax zum Einzelhandel zählt oder nicht. 

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Noch ist der Parkplatz über den Neumarkt-Arkaden wie leergefegt. Abhängig davon, ob Geschäfte in dem Einkaufscenter öffnen dürfen, könnte sich das Bild kommende Woche schon ändern.
Noch ist der Parkplatz über den Neumarkt-Arkaden wie leergefegt. Abhängig davon, ob Geschäfte in dem Einkaufscenter öffnen dürfen, könnte sich das Bild kommende Woche schon ändern. © Claudia Hübschmann

Die Grenze von 800 Quadratmetern zählt für Torsten Melzer nicht. Sein Toom-Baumarkt zählt 6.000 Quadratmeter und öffnet am Montag wieder für Privatkunden. Für Gewerbetreibende ist er immer offen geblieben. Der Baumarkt-Chef blickt mit gemischten Gefühlen voraus. Einerseits freut er sich natürlich, dass es wieder los geht, dass er alle seiner 25 Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zurück holen kann. Andererseits befürchtet er nach vier Wochen Heimwerker-Abstinenz einen Ansturm auf sein Geschäft. "Es wäre gut, wenn nicht alle mit einem mal kommen würden. Wenn alle nach dem   Frühstück aufbrechen, dann kann das zu langen Schlangen führen." 

Dafür, wie der Kundenstrom geführt werden soll, hat er sich schon etwas ausgedacht. Erstens werden eventuelle Einkaufswagenschlangen anders als üblich am Parkplatz vor dem Baumarkt vorbei geführt. Und zweitens wird aus dem jetzigen Notausgang der Eingang und aus dem jetzigen Eingang der Ausgang, sodass sich die Kunden möglichst nicht zu nahe kommen. Außerdem wird eine Kasse geschlossen, weil sonst der seitliche Abstand zwischen den Kunden nicht gewährleistet werden kann.

Nicht alles sofort verfügbar

Torsten Melzer blickt voraus, welche Folgen die Corona-Krise haben könnte. Man werde wieder ein bisschen zurück in die DDR kommen, erklärt er, es werde nicht immer alles sofort verfügbar sein. Der alte Spruch: Nimm es, wenn es da ist, oder lass es, werde wieder zu seinem Recht kommen. Aufgrund anfälliger Lieferketten - Rasentraktoren kämen etwa meist aus den USA, Fliesen aus Spanien und Badarmaturen aus Italien - werde es künftig wohl auch zu Lieferengpässen kommen. Vielleicht würden ja neben globalen andere Lieferketten wichtiger. Schon jetzt beziehe er viele Pflanzen für die Gartenabteilung aus umliegenden Gärtnereien, was diesen helfe und sich für die Kunden in guter Qualität auszahle.

Torsten Melzer, Inhaber Toom-Baumarktes in Meißen- Bohnitzsch, freut sich, dass ab Montag wieder private Kunden zu ihn einkaufen kommen dürfen. Zugleich hofft er, dass nicht alle auf einmal kommen.
Torsten Melzer, Inhaber Toom-Baumarktes in Meißen- Bohnitzsch, freut sich, dass ab Montag wieder private Kunden zu ihn einkaufen kommen dürfen. Zugleich hofft er, dass nicht alle auf einmal kommen. © Claudia Hübschmann

Zurück im Meißner Stadtzentrum. Marion Heinert, Inhaberin des Schuhladens Andiamo am Roßmarkt, treibt noch eine andere Frage um: Was wird mit Verkäuferinnen, die wieder arbeiten kommen könnten, aber ihre Kinder nicht unterbringen können? Eine andere Frage ist, ob die Hygiene-Ausrüstung, die für die Mitarbeiter bestellt ist, rechtzeitig kommt?

Dass die großen Einkaufszentren, wie der Elbepark in Dresden, noch nicht öffnen dürften, empfindet sie als Chance für die kleinen Ladeninhaber. Denn, "wenn die Großen wieder aufmachen dürfen, dann werden sie eine gnadenlose Rabattschlacht schlagen, denn sie müssen ja auch ihre Miete bezahlen." So gesehen, seien die jetzigen Öffnungsvorschriften eine Gnadenfrist für die Kleinen. Und dann sagt Marion Heinert einen Satz, der wohl allen Geschäftsinhabern durch den Kopf geht: "Mal sehen, was die nächsten vierzehn Tage bringen." Dann, am 3. Mai wollen Bund und Länder  ja entscheiden, wie es mit Corona in Deutschland weiter geht. Und davon hängt ab, wie es mit den Läden in den Städten weiter geht.

Zum Thema Coronavirus im Landkreis Meißen berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.

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