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"Weniger Fressbuden und Nippes"

Der Chef der Linksfraktion im Meißner Stadtrat, Tilo Hellmann, fragt, warum nicht schon eher über ein modifiziertes Weinfest gesprochen wurde.

Spricht sich dafür aus, das Weinfest nicht voreilig abzusagen, aber angepasst an die Corona-Zeit zu gestalten: Meißens Linken-Fraktionschef Tilo Hellmann.
Spricht sich dafür aus, das Weinfest nicht voreilig abzusagen, aber angepasst an die Corona-Zeit zu gestalten: Meißens Linken-Fraktionschef Tilo Hellmann. © Claudia Hübschmann

Herr Hellmann, Großveranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregelungen nicht möglich sind, sollen mindestens bis Ende Oktober 2020 nicht stattfinden. Gehen Sie davon aus, dass unter diese Regelung auch das Meißner Weinfest fallen wird?

Ich bin der Auffassung, dass man immer einen Plan B für ein Worst-Case-Szenario in der Tasche haben sollte. Aktuell sieht nun mal alles danach aus, dass sämtliche Feste, die eine Größenordnung des Weinfestes haben, darunter fallen können. Darüber hinaus können wir ja noch nicht sicher sein, dass die Infektionszahlen nicht wieder nach oben gehen. Zu glauben, dass die Lockerungen nur eine Einbahnstraße sind, halte ich für naiv. Trotzdem bleiben auch bei uns der Wunsch und die Hoffnung bestehen, dass es ein Weinfest geben wird, selbst wenn klar ist, dass es anders sein muss, als wir es bisher gewohnt waren.

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Sehen Sie mögliche Alternativen?

Darüber wollten wir bereits im vorletzten Sozial- und Kulturausschuss sprechen. Dafür wurde vonseiten der Stadt, aber auch vom Chef des Gewerbevereins keine Veranlassung gesehen. Das halte ich für grob fahrlässig. Selbst wenn im Hintergrund Pläne erarbeitet werden, dann erschließt sich mir nicht, warum wir nicht öffentlich darüber sprechen sollten. Hier sollten sich die Stadt und der Gewerbeverein doch der Schwarmintelligenz der Meißner Stadtgesellschaft bedienen. Wir brauchen ein anderes Konzept, und eine Blaupause für die Situation hat keiner. Deshalb sind die Ideen von vielen gefragt. Das Weinfest muss aber auf jeden Fall räumlich gestreckt werden. Dichtes Gedränge geht nicht. Sehen wir es doch als Chance, allgemein das Konzept zu überdenken: Weniger Fressbuden und Nippes dicht an dicht, dafür verteilt über die Stadt mehr kleinteilig Wein und Kultur und mehr Beschaulichkeit.

Welche Folgen hätte die Absage Ihrer Ansicht nach?

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Eine Absage fände ich sowohl für die Stadt insgesamt, die Gewerbetreibenden, die Winzerinnen und Winzer, aber auch die Bürgerinnen und Bürger fatal. Natürlich ist das Weinfest ein Höhepunkt im Veranstaltungskalender unserer Stadt, und wir müssen Mittel und Wege finden, ein Weinfest, wie auch immer gestaltet, stattfinden zu lassen.

  • Die Fragen stellte Peter Anderson.

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