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Corona-Kirmes in Zittau, das gab's noch nie!

Abstand halten, desinfizieren. Wie ein Rummel mit Hygienevorschriften funktioniert.

Erste Kirmes in Zittau mit Corona-Sicherheitsmaßnahmen. Überall wird darauf hingewiesen, den Sicherheitsabstand einzuhalten.
Erste Kirmes in Zittau mit Corona-Sicherheitsmaßnahmen. Überall wird darauf hingewiesen, den Sicherheitsabstand einzuhalten. © Matthias Weber/photoweber.de

Von Benjamin Pohl

Es geht wieder los. Seit Donnerstag ist wieder Kirmeszeit in Zittau. Bis Sonntag ist diese auf dem Festplatz an der Brückenstraße für groß und klein geöffnet. Die erste große Veranstaltung hier seit dem Beginn der Corona-Pandemie. Schausteller sind erleichtert, doch wie sehen die Corona-Maßnahmen der Veranstalter aus? Auf so einem Rummel kann es schon mal vorkommen, dass mehrere Menschen auf einem Haufen stehen. Veranstalter Jens Meurich von "Frisch-Frech-Fruchtig-Events" erklärt, wie die Kirmes dennoch stattfinden kann.

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"1.000 Leute können gleichzeitig die Kirmes besuchen", erklärt der 54-Jährige. Sein Kollege vom KS-Security Service, Steffen Kaiser, kümmert sich darum, dass diese Zahl nicht überschritten wird. Er nutzt eine App auf seinem Handy, um die hinaus- und die hineingehenden Leute zu zählen. Daher gibt es diesmal auch nur einen Eingang und einen Ausgang, welche direkt nebeneinander stehen. An der Kasse gibt es die Tickets für einen Euro. "Der eine Euro ist eher eine freiwillige Sache. Das ganze Desinfektionszeug mussten wir ja auch noch extra finanzieren", erklärt Meurich.

Zudem müssen Gäste am Eingang ihre Daten, das heißt: Name, E-Mail oder Telefonnummer und die Anzahl der Leute aus der Gruppe, hinterlassen. Neben den Tickets gibt es am Eingang noch Desinfektionsmittel, das die Gäste beim Betreten kostenlos nutzen können. Masken sind keine Pflicht für Besucher. "Möchte der Gast freiwillig eine Maske tragen, hat diese aber vergessen, kann er hier an der Kasse eine kaufen", zeigt Steffen Kaiser. Eine Maske kostet hier einen Euro.

Bitte Abstand halten!

Betritt man dann den Festplatz, fallen die Markierungen auf dem Boden direkt ins Auge. Pfeile teilen die Gasse in zwei Spuren und an allen Schau- wie Fahrgeschäften gibt es Abstandsmarkierungen, an denen man sich anstellen muss. Doch wie sieht das jetzt auf  den Fahrgeschäften aus? Beim Anstellen gibt es Schilder und Markierungen, die einen auf das Abstandsgebot hinweisen. Bei den Fahrgeschäften sind Ein- wie Ausgang ebenso deutlich gekennzeichnet, um Körperkontakt zu vermeiden.

Muss dann auf dem Karussell immer ein Platz freigelassen werden? "Theoretisch können wir unsere Fahrgeschäfte voll besetzen", erklärt ein Mitarbeiter beim Breakdancer, dem Highlight der Kirmes. "Bei eigentlich allen Fahrgeschäften hier sind die anderthalb Meter Sicherheitsabstand schon gegeben. Die einzelnen Sitze sind weit genug auseinander, dass wir so etwas nicht machen müssen", sagt er.

Der Ein- und Ausgang wird von Steffen Kaiser (rechts vom Tisch) und Jens Meurich (links daneben) dauerhaft kontrolliert.
Der Ein- und Ausgang wird von Steffen Kaiser (rechts vom Tisch) und Jens Meurich (links daneben) dauerhaft kontrolliert. © Matthias Weber/photoweber.de
Eintretende Gäste werden desinfiziert. Das besagen die Vorschriften.
Eintretende Gäste werden desinfiziert. Das besagen die Vorschriften. ©  Archivfoto: Matthias Weber
Auch an der Losbude von Francis Probst gibt es einen Deinfektionsspender. 
Auch an der Losbude von Francis Probst gibt es einen Deinfektionsspender.  © Matthias Weber/photoweber.de
Auch auf den Fahrgeschäften muss Ordnung herrschen. Eingang und Ausgang sind deutlich getrennt.
Auch auf den Fahrgeschäften muss Ordnung herrschen. Eingang und Ausgang sind deutlich getrennt. © Matthias Weber/photoweber.de
Der Festplatz an der Brückenstraße ist bunt geschmückt. 
Der Festplatz an der Brückenstraße ist bunt geschmückt.  © Matthias Weber/photoweber.de
Endlich wieder was los: Die Zittauer nehmen die erste Kirmes in ihrer Stadt mit Corona-Sicherheitsmaßnahmen gut an. 
Endlich wieder was los: Die Zittauer nehmen die erste Kirmes in ihrer Stadt mit Corona-Sicherheitsmaßnahmen gut an.  © Matthias Weber/photoweber.de

Auch auffällig sind die Mitarbeiter in Warnwesten, sie tragen auch alle eine Schutzmaske. "Die Mitarbeiter, die direkten Kontakt mit den Gästen, beziehungsweise den Fahrgeschäften haben, brauchen eine Maske", erklärt Steffen Kaiser. Er und Jens Meurich müssen keine Maske tragen. Sie haben wie alle anderen Mitarbeiter, die an einer Kasse arbeiten, ausreichend Abstand zu den Gästen. Steffen Kaiser ist nicht der einzige Security auf der Kirmes. Kollegen sind auf dem Festplatz verteilt. Sie ordnen die Leute, falls diese die Abstandsregeln nicht einhalten. 

Die Mitarbeiter in Warnwesten kümmern sich um die Desinfektion der Fahrgeschäfte. Zwischen den Fahrten desinfizieren sie Bügel und Sitze. Ebenso sammeln sie die Chips der Gäste ein, wenn diese ein Fahrgeschäft nutzen. Die Chips kommen in einen Beutel und werden im Anschluss alle desinfiziert. 

Am Ende des Tages werden die Tickets gezählt. "Dann wissen wir, wie viele Leute insgesamt auf der Kirmes waren", erklärt Meurich. Der Veranstalter und die Schausteller sind glücklich, endlich wieder Einnahmen auf Festen zu verbuchen. Nachdem sie so lange um ihre Existenz kämpfen mussten, ist die Zittauer Kirmes, nach dem Mini-Jacobimarkt in Neugersdorf im Juli, der nächste Schritt in Richtung Wiederaufbau der Schaustellerbranche.

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