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Corona: So dringend ist die Blutspende jetzt

Die Bereitschaft der Löbau-Zittauer ist zwar hoch, dennoch hat das DRK kaum noch Vorräte. Und die Pandemie bringt noch einige Auflagen mit sich.

Symbolbild
Symbolbild © Waltraud Grubitzsch/dpa

Der Pieks ist klein und aushaltbar, die Wirkung groß – denn damit werden Leben gerettet: 2.000 Blutspenden etwa benötigen Patienten jeden Monat in Sachsen. Deutschlandweit sind das täglich rund 15.000. wie Jens Scholz vom DRK-Blutspendedienst im Landkreis Görlitz berichtet. Die Corona-Pandemie hatte allerdings auf das Spendenverhalten Einfluss. 

So konnten einerseits nicht alle Einrichtungen ihre Räume wie üblich bereitstellen. "Ausgeschlossen waren medizinische Einrichtungen, beispielsweise in Großschweidnitz", sagt der DRK-Sprecher. Die Gemeinde Neusalza-Spremberg dagegen reagierte verunsichert und stellte das Gemeindeamt nicht zur Verfügung. Ab Juni wird dort wieder die Blutspende möglich sein. "Wir konnten in der Zwischenzeit in die Schkola Ebersbach-Neugersdorf ausweichen", so Scholz. Die beiden Termine am Löbauer Gymnasium, die traditionell vor den Abiturprüfungen stattfinden, fielen 2020 jedoch flach. Andererseits brauchen die Krankenhäuser dringend Blutspenden. „Die Krankenhäuser haben wegen der Corona-Pandemie einen Teil der OPs zeitlich nach hinten verschoben“, sagt Löbaus DRK-Geschäftsführerin Silke Seeliger. Jetzt wird dieser Betrieb wieder hochgefahren und Blut verstärkt benötigt.

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Termine gibt's über Internet und Telefon

Gerade die Menschen in der Region Löbau-Zittau gehörten zu denjenigen, die besonders bereit sind zu spenden, berichtet Jens Scholz. Einen starken Rückgang an Blutspenden gab es wegen Corona nicht, wenngleich sich Spender und das medizinische Personal an Auflagen halten müssen. "Den Mundschutz bekommen unsere Spender gestellt", sagt er. Es gibt weniger Liegen, um den Abstand zu gewährleisten. Dadurch können weniger Menschen gleichzeitig spenden. Um Wartezeit möglichst zu vermeiden und alles gut zu koordinieren, sind über das Internet Terminvereinbarungen notwendig. "Wer kein Internet hat, kann das auch telefonisch machen", so der DRK-Mitarbeiter. 

Der üblicherweise angebotene Imbiss fällt weg. Dafür gibt's Ersatz: Jeder Spender bekommt ein fertig gepacktes Lunchpaket für zu Hause. Was es nicht gibt, ist ein Test auf das Corona-Virus. Der Grund: Laut Mitteilung des Robert-Koch-Instituts ist eine Übertragung durch das Blut derzeit nicht anzunehmen, weil es bei symptomlosen Personen dort nicht nachweisbar ist. Folglich werden Blutspenden derzeit auch nicht  untersucht, heißt es dazu auf der Internetseite vom DRK-Blutspendedienst Nord-Ost, der auch für Sachsen zuständig ist. Was jedoch passiert: Vor jeder Blutspende wird abgefragt, ob es Kontakt zu möglicherweise infizierten Personen gab und Fieber gemessen. 

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 Wie dringend notwendig Blutspenden gerade jetzt sind, zeigt eine weitere Zahl. "Beim Blutspendedienst Nord-Ost sind derzeit nur für einen Tag Blutkonserven vorrätig", sagt Jens Scholz. In Vor-Corona-Zeiten waren das vier Tage. Die nächsten Spendentermine sind am 2. Juni von 15 Uhr bis 19 Uhr in der Stadtverwaltung Neusalza-Spremberg, Kirchstraße 17, und am 11. Juni von 14.30 Uhr bis 19.30 Uhr an der Pestalozzi-Oberschule in Löbau. Die Service-Hotline ist erreichbar unter 0800/1194911.

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