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Die neuen Pläne der Monarchs

Die Dresdner Footballer wollen um den Titel mitspielen – sofern die Saison im September startet. Finanziell sind sie gut gerüstet und planen schon die Zukunft.

In der vorigen Saison schafften es die Dresdner Monarchs mit KeVonn Mabon (M.) bis ins Halbfinale, verloren dann gegen Schwäbisch Hall. Wenn es im Herbst losgeht, wollen sie diesmal Meister werden.
In der vorigen Saison schafften es die Dresdner Monarchs mit KeVonn Mabon (M.) bis ins Halbfinale, verloren dann gegen Schwäbisch Hall. Wenn es im Herbst losgeht, wollen sie diesmal Meister werden. © Ronald Bonß

Dresden. Wenn es die Chance gibt, wollen die Dresdner Monarchs bereit sein. Noch ist nicht klar, ob dieses Jahr noch um die Meisterschaft in der German Football League (GFL) gespielt wird. Die Saison könnte frühestens am Wochenende 5./6. September beginnen, das Finale um den German Bowl würde dann am 11. November ausgetragen. 

Darauf haben sich die Vereine am vergangenen Samstag auf einer zweistündigen Videokonferenz verständigt. Sollte jedoch das derzeit wegen der Corona-Pandemie geltende Verbot für Großveranstaltungen über den 31. August verlängert werden, würde das den Plan durchkreuzen.

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Geisterspiele wie im Fußball wollen die Footballer nicht, weil die Vereine auch abhängig von den Zuschauereinnahmen sind. Klar ist bereits, wie eine verkürzte Spielzeit ablaufen könnte: Die GFL soll nicht wie bisher in zwei Achter-Staffeln, sondern in vier Vierer-Gruppen eingeteilt werden. Bis zum 15. Juni entscheidet jeder Klub, ob sein Team im Herbst antritt. Die Dresdner könnten mit Braunschweig, Berlin und Potsdam in eine Staffel kommen.

Der Trainer spricht offensiv vom Titel

Die Monarchs hätten in der Punkterunde je drei Heim- und Auswärtsspiele. Wenn sie in der Gruppe Platz eins oder zwei belegen, kommen sie ins Viertelfinale. „Und dann holen wir den German Bowl“, sagt Trainer Ulrich Däuber selbstbewusst. Bisher standen die Dresdner erst einmal im Finale, verloren 2013 mit 34:35 gegen Braunschweig, auch der amtierende Meister.

Der Kader steht, seit 14 Tagen trainiert Däuber mit den deutschen Spielern – bislang ohne Körperkontakt. Die ausländischen Profis sollen im Juli in der direkten Vorbereitung zur Mannschaft stoßen. Die Ambitionen sind groß, Monarchs-Präsident Sören Glöckner hält die Mannschaft um den neuen US-Quarterback Brad Mayes sogar für titelreif. Der 23-jährige Spielmacher hat – wie alle anderen Importspieler – einen Vorvertrag unterzeichnet. Unter anderem läuft der beste Verteidiger der Liga, der Amerikaner AJ Wentland, erneut für die Dresdner auf.

Monarchs-Cheftrainer Ulrich Däuber hat eine Mission. In der Vorsaison scheiterte er mit seiner Mannschaft noch im Halbfinale.
Monarchs-Cheftrainer Ulrich Däuber hat eine Mission. In der Vorsaison scheiterte er mit seiner Mannschaft noch im Halbfinale. © Christian Juppe

„Wir wollen deutscher Meister 2020 werden“, kündigt Glöckner ungewohnt offensiv an. „Wir sind sehr überzeugt von unserem Konzept. Wenn man sieht, dass man zumindest um den deutschen Meistertitel mitspielen kann, sollte man das offensiv formulieren. Wir gehören zu den Mannschaften, denen das gelingen kann.“

Dafür sind die Monarchs trotz der Corona-Krise auch wirtschaftlich gut aufgestellt, konnten laut Glöckner im Sponsoring-Budget sogar zulegen. Die Schill + Seilacher Chemie GmbH, die an sechs Standorten in Deutschland und den USA produziert, darunter in Pirna, steigt für fünf Jahre als Helmsponsor ein. Dieser exklusive Werbeplatz war bei den Dresdnern seit drei Jahren nicht vergeben. 

Der Etat ist angestiegen, Zuschauer eingerechnet

Die ungewisse Perspektive hat den neuen Kooperationspartner jedoch nicht abgeschreckt: „Wir stehen zu unserem Wort – ohne Wenn und Aber“, erklärt dessen Geschäftsführer Rüdiger Ackermann. Damit dürfte der Saisonetat über den 650.000 Euro für die vorige Spielzeit liegen – Zuschauereinnahmen eingerechnet. „Das ist für uns ein großer Schritt nach vorn, der uns sicher sportlich nach vorn bringen kann“, sagt Glöckner und ergänzt: „Wenn man uns lässt.“

Eine Saison ohne Spiele könnte der Verein überstehen, davon geht der Präsident jedenfalls fest aus. „Wir sind wirtschaftlich so aufgestellt, dass wir sagen können: Egal, welches Szenario auf uns zukommt, wir werden am Ende des Jahres nicht von der Bildfläche verschwinden, sondern stabil dastehen“, betont er. Derzeit haben die Footballer geringere Fixkosten: für wenige fest angestellte Mitarbeiter wie Däuber und Geschäftsführer Jörg Dreßler sowie für die Unterhaltung des Trainingszentrums. Die Verträge für die ausländischen Profis sind so gestaltet, dass sie für die Dauer einer GFL-Saison greifen und erst in Kraft treten, sobald sie in Dresden trainieren.

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Trotz der Ungewissheit durch die Corona-Pandemie machen die Monarchs Zukunftspläne, wie Glöckner verrät: „Wir wollen in den nächsten zwei Jahren ein Nachwuchszentrum errichten.“ Die Baugenehmigung für den modernen, zweigeschossigen Funktionskomplex auf dem Trainingsgelände an der Bärnsdorfer Straße liegt demnach bereits vor. Für das Projekt stellte der Klub einen Fördermittelantrag. „Unsere Eigenmittel haben wir schon beiseitegelegt“, sagt Glöckner.

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