merken
PLUS

Sport

Dieser Fußball ohne Fans ist emotionslos

Nach dem Neustart in den Bundesligen kommt ein ermutigendes Signal für die Stimmungslage aus Sachsen, kommentiert SZ-Sportredakteur Sven Geisler.

Der Ball rollt wieder in den Bundesligen - aber er muss regelmäßig desinfiziert werden.
Der Ball rollt wieder in den Bundesligen - aber er muss regelmäßig desinfiziert werden. ©  dpa/Jan Woitas

Bizarr, seelenlos, gespenstisch: Wie immer man die Atmosphäre beim Neustart in den Fußball-Bundesligen nach zehn Wochen Corona-Zwangspause beschreiben will, es ist alles andere als ein schönes Stimmungsbild. Ja, das Spiel selbst hat sich kaum verändert, schließlich hielt vorher schon mancher Verteidiger einen beträchtlichen Sicherheitsabstand zum Gegenspieler. Das nannte man Stellungsfehler, ein solcher führte meist zum Gegentor. Passiert immer noch.

Es ist allerdings albern, wenn die Spieler in den Zweikämpfen engsten Körperkontakt suchen sollen, aber beim Jubeln nur mit den Ellenbogen abklatschen dürfen. Weil sie morgen auch auf dem Trainingsplatz Mann gegen Mann aufeinandertreffen. Dagegen wäre es ein erfreulicher Trend, wenn die Hygieneregeln den Hang zum Diskutieren und Lamentieren einiger Profis bremsen. Vielleicht sollte man denen, die sich ständig aufregen, statt der Gelben Karte eine Mund-Nasen-Maske verpassen. Hygiene fürs Fair Play.

Zuverlässigkeit und Erfahrung
Zuverlässigkeit und Erfahrung

Kettensäge kaputt oder Profi-Gerät für´s Wochenende gesucht? Bei HOLDER kein Problem: Onlineshop, Werkstatt und Leihservice sorgen für funktionierendes und passendes Gerät.

Ob das Konzept der Deutschen Fußball-Liga tatsächlich aufgeht, lässt sich nach den ersten Spielen nicht bewerten. Entscheidend dafür sind die nächsten Corona-Tests. Die Maßnahmen sollen schließlich davor schützen, sich im Fußballstadion mit dem Virus zu infizieren.

Deshalb müssen die Fans draußen bleiben – und deshalb ist der Fußball, der jetzt wieder gespielt werden darf, ein völlig anderer. Es fehlen die Emotionen. Der Torschrei von den Rängen gehört dazu wie der Treffer selbst. Auf manches Liedgut ließe sich verzichten, auf den Chor der Massen aber nicht. Geisterspiele sind als Strafe eine Katastrophe, als Alternative taugen sie nur, so lange es wegen der Pandemie keine Alternative gibt.

Weiterführende Artikel

Sachsen fordert Abbruch der 3. Liga

Sachsen fordert Abbruch der 3. Liga

Die Fußball-Landesverbände Sachsen und Sachsen-Anhalt bezweifeln, dass in der Corona-Pandemie ein fairer Wettkampf möglich ist.

„Das Produkt Profifußball wird so unglaubwürdig“

„Das Produkt Profifußball wird so unglaubwürdig“

Das Ansehen der Bundesliga leidet, meint der Fanforscher Harald Lange. Er kritisiert den Umgang mit Dynamo und nimmt die aktive Fanszene in Schutz.

Die Bayern mühen sich zum Neustart

Die Bayern mühen sich zum Neustart

Aufsteiger Union Berlin macht es den Münchnern alles andere als leicht, doch nach einem Patzer setzt sich der Favorit routiniert durch.

Viele Tore beim Neustart der Bundesliga

Viele Tore beim Neustart der Bundesliga

Die ersten Spiele nach der Corona-Pause: Dortmund fertig Schalke im Revierderby mit 4:0 ab, Gladbach gewinnt 3:1 in Frankfurt und zieht an RB Leipzig vorbei.

„Dann wird der Aufschrei ganz groß sein“

„Dann wird der Aufschrei ganz groß sein“

Erik Lesser ist Weltklasse-Biathlet – und leidenschaftlicher Fußballfan. Derzeit leidet er aber mehr, zum Beispiel mit Dynamo. Das Interview zum Ligastart.

Neue Kritik am DFL-Konzept: Halbgar und scheinheilig

Neue Kritik am DFL-Konzept: Halbgar und scheinheilig

Der langjährige Ethikrat-Vorsitzende Peter Dabrock kritisiert den Neustart der Bundesliga. Im Interview spricht er über die Risiken und die Gefahr von Mini-Ischgls.

Es ist ein ermutigendes Signal, das Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sendet. Sein erklärtes Ziel ist es, Besuche von Fußballspielen, Konzerten, Theater- oder Opernaufführungen nach dem 1. September wieder möglich zu machen. Mit Mundschutz und 1,5-Meter-Sicherheitsabstand. Die Stadien wären dann nicht mehr leer, sondern wenigstens halb voll. Ein Neuanfang erst unter diesen Maßgaben, wäre allemal besser gewesen. Zumindest für die Stimmungslage.

Mehr zum Thema Sport